Frau trauert um toten Ex – bis sie ihn in einem Restaurant trifft

Anna Rinderspacher
Freie Journalistin

Als sie die Nachricht bekam, dass ihr Ex-Freund gestorben war, brach für eine junge Australierin die Welt zusammen. Doch noch tiefer saß der Schock, als sie den Totgeglaubten zwei Jahre später zufällig in einem Restaurant antraf.

Für die Australierin Rachel bekam Ghosting eine ganz neue Bedeutung (Bild: Getty Images)

Alistair war Rachels erste große Liebe. Die beiden lernten sich bei der Arbeit in einem Pub in Australien kennen, Rachel war damals 18, Alistair 21. Die beiden verbrachten eine schöne Zeit zusammen, alles schien normal. “Er war sehr aufmerksam und lieb zu mir”, erinnert sich Rachel, die lieber anonym bleiben möchte, im Gespräch mit ABC News. Selbst als sich das Paar letztlich trennte, tat es das im Guten.

Umso tiefer saß der Schock, als Rachel einige Monate später von einem gemeinsamen Freund die Schreckensnachricht erhielt, dass ihr Verflossener gestorben war. Sie kontaktierte Alistairs Mutter und erfuhr, dass er von einer Biker-Gang getötet worden war, der er Geld geschuldet hatte.

“Im Nachhinein komme ich mir dumm vor, aber wenn dir jemand sowas erzählt, fragst du nicht nach einem Totenschein”, sagt Rachel rückblickend. Denn auch bei Rachel hatte Alistair Schulden gehabt, ebenso wie bei einigen seiner Freunde. Sämtliche Aufforderungen das Geld zurückzuzahlen hatte er jedoch ignoriert, SMS in diesem Kontext waren unbeantwortet geblieben.

Nicht mal Stars bleiben verschont: Lily Collins hatte mit Ghosting zu kämpfen

Von den Toten auferstanden

Doch zu diesem Zeitpunkt dachte sich Rachel nichts weiter dabei. Sie trauerte um ihren Ex-Geliebten, der offenbar sehr viel größere Probleme gehabt hatte, als sie es geahnt hatte. Gut zwei Jahre dauerte es, bis die junge Frau Alistairs Tod verarbeitet hatte.

Als sie eines Tages in ihrem Heimatort zu Besuch war, wo sich die beiden einst kennen gelernt hatten, beschloss sie, den Bruder ihres Ex-Freundes zu besuchen, der in einem Restaurant arbeitete. Sie erkundigte sich bei einer Kellnerin nach dem jungen Mann, erfuhr jedoch, dass er an diesem Tag nicht im Haus war. “Aber sein Bruder Alistair ist da”, ließ die Kellnerin Rachel wissen.

"Paperclipping“: Das hat es mit dem Dating-Trend auf sich

Rachel verlor die Fassung; energisch bestand sie darauf, Alistair zu sprechen, wurde jedoch vom zuständigen Manager gebeten, das Restaurant zu verlassen. Kurze Zeit später bekam sie eine SMS von der Mutter ihres totgeglaubten Ex-Freundes: ihr Aufstand im Restaurant habe Alistair seinen Job gekostet, teilte sie Rachel mit. Alistair hatte seinen Tod offenbar nur vorgetäuscht – und tauchte erneut unter.

Es sollten Jahre vergehen, bis Rachel ihrem Ex noch einmal über den Weg laufen sollte, wieder in einem Restaurant. Diesmal hätten sich ihre Blicke getroffen und sie habe den Mut gefasst, auf ihn zuzugehen, schildert Rachel gegenüber ABC News. "Ich sagte: ‘Hey, lange nicht gesehen!' und er meinte nur, ‘ja stimmt, es ist lange her.’”

Auf das Geld, das er ihr immer noch schuldete, angesprochen, behauptete er, sich nicht zu erinnern – weder an das Geld, noch an sie.