Frustration über unnötige Plastikverpackung im Supermarkt

Erneut macht sich Empörung über Woolworths „abartigen“ Einsatz von Plastik breit – dieses Mal betrifft es die Verpackung von „Mini“-Früchten.

Dieses Foto war der Auslöser der großen Frustration vieler Woolworths-Kunden. Quelle: Facebook

Ein Foto aus einem Supermarkt in Melbourne zeigte Dutzende Plastikverpackungen mit Birnen, Bananen, Äpfeln und Mandarinen auf einem Tisch. Nachdem es am Sonntag auf der Facebook-Seite des Supermarktes geteilt wurde, löste es einen Sturm der Empörung aus.

Die Kundin, die das Foto veröffentlichte, berichtete über ihre Verwirrung darüber, ob Plastiktüten überhaupt notwendig sind. „Echt jetzt Woolworths? So viel Plastik, weshalb? Weil sie ‚mini‘ sind?“, schrieb sie.

Andere User teilten ähnliche Beschwerden in den Kommentaren zum Post. Jemand beschrieb die Praxis als „abartig“ und forderte die Supermarktkette dazu auf, verantwortungsbewusster mit den Einsatz von Plastikverpackungen umzugehen. „Das ist einfach nur abartig und eine totale Enttäuschung. Mach die Augen auf Woolies. Kunden wollen so etwas nicht. Und wenn wir schon mal dabei sind, stellt einen neuen Manager ein, der sich um die Verpackungen kümmert“, schrieb jemand.

Ein anderer Facebook-User kritisierte die Leute, die in Plastik verpackte Früchte kaufen und schrieb, sie würden das Problem anheizen. „Wenn die Leute sie nicht kaufen und stattdessen zu den losen Früchten greifen würden, dann würde Woolies damit nicht so einen großen Profit machen und aufhören, sie zu verkaufen. Die Leute, die das Plastik und nicht die losen Früchte kaufen, sollten sich was schämen“, lautete der Kommentar.

Reaktion von Woolworths

Ein Sprecher von Woolworths reagierte auf die Beschwerden und schrieb, der Supermarktriese habe sich verpflichtet, unterschiedlichen Kunden Optionen anzubieten und Früchte zu verpacken helfe, die Lebensmittelverschwendung im Allgemeinen zu reduzieren.

„Die meisten Erzeugnisse bieten wir lose zum Kauf an, da wir wissen, dass beide Optionen unterschiedliche Kunden ansprechen. Viele Kunden bevorzugen die abgepackten Versionen, um ihre Ausgaben besser im Blick zu behalten“, hieß es in einem Kommentar.

„Die Verpackung der Produkte trägt dazu bei, Lebensmittelabfälle zu reduzieren. Verpackungen schützen die Qualität und verlängern die Haltbarkeit von Früchten und Gemüse, wenn diese vom Bauernhof zum Geschäft und dann von den Kunden nach Hause transportiert werden.“

Abtauchen in Plastik: Dieses Fotoprojekt macht das Müllproblem deutlich

Woolworths wurde vorgeworfen, widersprüchliche Standpunkte in Bezug auf Plastikmüll zu vertreten. Quelle: Facebook

Die Supermarktkette behauptete auch, eine in Folie eingewickelte Gurke halte sich länger, als eine unverpackte. Jemand anderes dagegen behauptete, die Produkte hielten länger, wenn man die Plastikverpackung entfernt. „Ich finde, die werden eklig, wenn sie zu lange in der Plastikverpackung bleiben. Ich muss sie herausnehmen, damit sie länger frisch bleiben“, schrieb jemand.

Woolies Mini-Früchte in Plastikverpackung „schlecht umgesetzt“

Dr. David Waller, Marketing-Experte an der University of Technology Sydney, sagte Yahoo News Australia, dass das Konzept, das Kinder dazu bringen soll, mehr Früchte zu essen, „eine gute, aber schlecht umgesetzte Idee“ sei.

„Es ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Woolworth widersprüchliche Botschaften sendet“, sagte Dr. Waller. „Sie entfernen die Einweg-Plastiktüten, verkaufen aber Tüten für 15 Cent. Dann werben sie mit Umweltfreundlichkeit und der Reduzierung von Plastik, aber sie verschenken Plastikspielzeug.“

Er fügte hinzu, es sei zwar positiv, Kinder zu ermutigen, sich gesund zu ernähren, aber Woolworths müsse „vorsichtig sein, sicherzustellen, dass sie das, was sie versprechen, auch weiterverfolgen.“

Kunden beschämten Woolworths in der Vergangenheit schon wegen “sinnloser” Verpackung. Quelle: Facebook

Warum sind die Mini-Früchte in Plastik verpackt?

Dr. Waller sagte, Woolworths hat die Mini-Früchte wahrscheinlich so verpackt, um sie für Kinder attraktiv zu machen, denn die Größe passe sehr gut in die Brotdose.

“Sie hatten wahrscheinlich den Kinder-Markt im Hinterkopf, Mütter würden diese Produkte lieben. Es gibt sogar viele Bewertungen von Eltern, die sagen, sie nehmen sie gerne“, sagte er.

Im Gegenzug dazu sagte er, hätten sich viele Leute über den unnötigen Einsatz von Plastik beschwert und den Supermarkt aufgefordert, die Früchte lose zu verkaufen oder zumindest biologisch abbaubares Material zu verwenden.

„Ich finde, sie sollten die Aktion fortsetzen, um mehr Kinder dazu zu bringen, Früchte zu essen, aber sie sollten die Produkte unverpackt lassen oder sie in recycelbaren Netzen oder braunen Papiertüten anbieten”, sagte Dr. Waller.

„Statt fünf in einer Tüte zu haben, sollten die Leute sie einzeln nehmen und wählen können, wie viele sie wollen.“

In der Vergangenheit hatten sich Kunden darüber aufgeregt, dass zu viel Plastik eingesetzt wurde, um Milchkartons einzupacken. Und Anfang dieses Jahres beschwerten sich Kunden, weil die Supermarktkette nach dem Verbot von Einwegplastik-Tüten widersprüchliche Botschaften verbreitete.

Brooke Rolfe

Video: Plastik auch im arktischen Eis