Skurrile Police: Versicherung gegen Alien-Entführungen

In der Stadt Rachel, im US-Bundesstaat Nevada, steht dieses Verkehrsschild ganz in der Nähe von Area 51. Hier läuft die Alien-Autobahn entlang. Foto: Symbolbild / gettyimages / miroslav_1

Area 51, ein Facebook-Event, an dem zwei Millionen Menschen teilnehmen wollen und eine Versicherung gegen Alien-Entführungen. Manchmal findet durch das Internet zusammen, was zusammen gehört.

Vor einigen Wochen veröffentlichte die Unterhaltungsseite „shitpostinginshambles“ auf Facebook eine Veranstaltung mit dem Namen „Storm Area 51, They Can`t Stop All of Us“ (etwa: „Lasst uns gemeinsam Area 51 stürmen, sie können uns nicht alle aufhalten“). Gemeint ist damit die berühmt-berüchtigte „Area 51“ des amerikanischen Militärs in der Wüste Nevadas, eine Anlage, die angeblich der Erforschung außerirdischer Lebensformen dient. Denn die sollen dort schon vor vielen Jahrzehnten gelandet sein. Seither spinnen sich zahlreiche Mythen um die „Top Secret“-Einrichtung, garniert mit regelmäßigen Wackelbildern von Ufo-Sichtungen aus der Region.

Der „Sturm“ auf Area 51 nun ist festgesetzt für den 20. September 2019. Geplante Dauer: drei Stunden. Der Beginn: drei Uhr nachts. Zugesagt haben mittlerweile knapp zwei Millionen Menschen, unentschlossen sind eineinhalb Millionen. Passend dazu haben die die Initiatoren noch eine Homepage aufgesetzt, auf der es einen offiziellen Song zum Event gibt und natürlich noch einen Shop, der offizielle T-Shirts verkauft.

„Area 51 ist eine Hochsicherheitsanlage“

Klar eigentlich, dass es sich bei der Aktion nur um einen Witz handelt. Dennoch mehren sich Personen und Stimmen, die tatsächlich zum genannten Zeitpunkt in der Wüste Nevadas auftauchen wollen. Vor zwei Wochen hat deshalb Bob Lazar, ein in den Vereinigten Staaten bekannter Physiker, der eigenen Aussagen nach selbst schon an Alien-Technologie aus der Area 51 geforscht haben will, gewarnt: „Das alles hat als Spaß begonnen, mittlerweile wollen zahlreiche Personen die Aktion wirklich durchziehen. Das ist keine gute Idee. Area 51 ist eine Hochsicherheitsanlage.“

Doch ganz unvorbereitet wollen die Alien-Jäger wohl nicht sein, denn sie sichern sich für den Fall der Fälle ab: In den vergangenen Tagen und Wochen haben vermehrt Menschen eine Versicherung abgeschlossen, die sie nach einer Entführung durch Aliens entschädigt. Ja, richtig gelesen. Denn damit scheinen viele zu rechnen, wenn sie Area 51 betreten.

Die „Alien Abduction Insurance“ der „Saint Lawrence“-Versicherung, benannt nach deren Gründer Mike St. Lawrence, gibt es schon seit dem Jahr 1987, doch aktuell steigt ihre Beliebtheit deutlich an.

Doch St. Lawrence schließt seine Versicherung nicht ab, wenn er das Gefühl hat, die interessierte Person nimmt das Ganze allzu ernst. So sagte er vergangene Woche im Interview mit „Fox35“: „Ich will niemand über den Tisch ziehen. Fragt eine Person bei mir an und ich bekomme dabei das Gefühl, dass sie denkt, das alles habe Hand und Fuß, dann gibt es auch keinen Vertrag.“

Beweise einer Entführung sind notwendig

Der einmalige Preis für seine Versicherung beläuft sich auf 24,95 Dollar, dann bekommen Versicherte die Unterlagen in Briefform zugesendet. Günstiger ist die digitale Variante, die kostet nur 19,95 Dollar. Versichert ist man auf Lebzeiten, der Schutz beläuft sich auf zehn Millionen Dollar und kann genutzt werden für anschließende psychiatrische Betreuung oder wenn man zu viel Sarkasmus durch unmittelbare Familienmitglieder erfährt oder zuletzt, wer nach einer extra-terrestrischen Erfahrung mit Außerirdischen eine zweite Identität in sich trägt.

Bislang hat St. Lawrence ungefähr 6.000 Policen abgeschlossen. Dass es sich dabei jedoch eher um ein spaßiges Geschenk handelt, als eine ernsthafte Versicherung, zeigt auch die Prämien-Auszahlung: Die erfolgt jährlich in Höhe von einem Dollar. Über einen Zeitraum von zehn Millionen Jahren. Doch selbst den einen Dollar pro Jahr gibt es nicht so einfach, St. Lawrence verlangt Beweise: Die außerirdische Lebensform, die für die Entführung verantwortlich war, muss genau beschrieben werden. Zudem deren Herkunft, eine Seriennummer des Ufos wäre auch nicht schlecht, ein Foto der Ufo-Besatzung und, um es formal zu machen, noch eine Unterschrift eines autorisierten Aliens.

„Als ich anfangs die Idee mit der Versicherung umsetzte, dachten die Leute, eine Alien-Entführung sei absurd. Heute aber hält es die Hälfte durchaus für möglich“, sagt St. Lawrence. Bisher haben übrigens genau zwei Kunden den Versicherungsschutz in Anspruch genommen.

In einem Fall begann St. Lawrence dann auch mit der langwierigen Ein-Dollar-Auszahlung, nachdem der Versicherte sogar einen Professor des MIT als Zeugen vorwies. Allerdings sei irgendwann der Kontakt zum Versicherungsnehmer abgerissen - ob da wohl wieder ein Ufo im Spiel war?