Für die Umwelt und die Gesundheit: Ist Weichspüler schädlich?

·Freie Journalistin

Kuschelig weiche, duftende Wäsche – das versprechen Weichspüler. Klingt verlockend, doch ein Blick auf die Details offenbart unschöne Erkenntnisse. Wie sinnvoll und schädlich sind Weichspüler?

Weichspüler gehört vielen bei jedem Waschgang dazu - doch für die Umwelt ist das alles andere gut (Bild: Getty Images)
Weichspüler gehört vielen bei jedem Waschgang dazu - doch für die Umwelt ist das alles andere gut (Bild: Getty Images)

Damit unsere Kleidung lange hält und die Farben frisch bleiben ist die richtige Pflege entscheidend. Lange Zeit gehörte dazu auch das Verwenden eines Weichspülers zusätzlich zum Waschmittel. Doch, was ist eigentlich der Unterschied und was macht der Weichspüler mit unserer Wäsche?

Kurz gesagt: Ein Waschmittel ist für die Reinigung der Kleidung zuständig, der Weichspüler macht die Wäsche weicher und unterbindet den bei trocknender Wäsche auftretenden Effekt der Trockenstarre.

So funktioniert der Weichspüler

Während des Waschvorgangs reiben die Kleidungsstücke aneinander. Dadurch lädt sich die Kleidung elektrostatisch auf. Im Weichspüler sind positiv geladene kationische Tenside (Talg, tierische Fette) enthalten, die sich wie eine Schutzschicht auf die Fasern legen. Die Textilien gleiten besser ineinander, fühlen sich weicher an, fusseln weniger und bleiben besser in Form. Weiteres Plus: Die meisten Weichspüler verleihen der Wäsche einen angenehmen Duft.

Woraus besteht Weichspüler?

Neben den positiven Effekten eines Weichspülers lohnt es sich allerdings, einen Blick auf die Inhaltsstoffe zu werfen – die seit Jahren immer mehr in der Kritik stehen. Die in Weichspülern enthaltenen kationischen Tenside werden nämlich häufig aus Schlachtabfällen gewonnen, viele Produkte sind also nicht vegan. Problematisch ist, dass sich diese tierischen Fette auch in der Waschmaschine ablagern und dort Bakterien und Pilze nähren können. Du merkst dies, wenn die Maschine anfängt zu stinken.

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Des Weiteren wird moniert, dass die Inhaltsstoffe vieler Weichspüler – sprich Tenside, Duft- und Farbstoffe sowie synthetische Chemikalien – nicht biologisch abbaubar sind und die Umwelt schädigen können. Die enthaltenen Duftstoffe können Allergien auslösen und sind gerade für Menschen mit sensibler Haut ein gesundheitliches Risiko.

Zwar achten immer mehr Hersteller auf biologisch abbaubare Inhaltsstoffe, eine gesetzliche Regelung gibt allerdings bislang nur für die Art von Tensiden, die verwendet werden darf.

Ist Weichspüler für alle Arten von Kleidung geeignet?

Nein: Weichspüler sollte nicht für jedes Material verwendet werden. Mikrofaserstoffe wie Polyester, reine Wolle, Daunen sowie schweißabsorbierende (Sport-)Kleidung sollten definitiv nicht mit Weichspüler gewaschen werden. Handtücher können außerdem in Saugkraft einbüßen.

Welche Alternativen zum Weichspüler gibt es?

Mit einfachen Hausmitteln kannst du nachhaltig und ebenso effektiv den herkömmlichen Weichspüler ersetzen: Eine kleine Menge (ca. 30 ml pro Waschgang) Essig oder Essigessenz reicht aus, um die Wäsche angenehm weich zu machen. Der Essiggeruch setzt sich nicht an der Wäsche ab und verfliegt. Wer für einen extra Frischekick sorgen möchte, kann auch ätherische Öle hinzugeben.

Auch Natron und Waschsoda eignen sich als Ersatz. Hierfür einfach zwei Teelöffel Natron oder Soda in 100 ml Wasser auflösen und die Lösung dann ins Weichspülerfach geben.

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