Gebärmutterhals-Screening – Vorsorge, die Leben rettet

·Freie Journalistin
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Aufgrund der Corona-Pandemie wurden regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen oftmals verschoben. Doch Mediziner warnen: Frauen sollten regelmäßig zum Gebärmutterhals-Screening gehen. So könnten jedes Jahr über 300.000 Leben gerettet werden.

Gebärmutterhalskrebs gehört zu den Krebsarten, die durch regelmäßiges Screening vermeidbar wären (Bild: Getty Images)
Gebärmutterhalskrebs gehört zu den Krebsarten, die durch regelmäßiges Screening vermeidbar wären (Bild: Getty Images)

Es sind erschreckende Zahlen: Gebärmutterhalskrebs ist die vierthäufigste Krebserkrankung bei Frauen. Im Jahr 2018 wurde weltweit bei schätzungsweise 570.000 Frauen Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert, etwa 311.000 Frauen starben an der Krankheit. Doch viele Fälle wären vermeidbar.

Im Rahmen der "National Cervical Cancer Awareness Week" betont Professor Colonel Michael Campion vom neuseeländischen Medizintechnikunternehmen TruScreen gegenüber Yahoo Lifestyle, wie wichtig es ist, dass Frauen regelmäßig ein Gebärmutterhals-Screening durchführen lassen, da Gebärmutterhalskrebs mit einem einfachen Test verhindert werden kann. 

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"Bei der National Cervical Cancer Awareness Week geht es darum, Frauen insbesondere in der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen daran zu erinnern, dass es an der Zeit ist, sich zu informieren und sich untersuchen zu lassen", so Prof. Campion.

WHO will Gebärmutterhalskrebs bis 2030 eliminieren

Aus diesem Grund hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) im vergangenen Jahr angekündigt, dass die Initiative zur Beseitigung von Gebärmutterhalskrebs bis 2030 das Ziel haben soll, Gebärmutterhalskrebs als öffentliches Gesundheitsproblem zu beseitigen.

Dazu hat TruScreen eine neue Screening-Technologie entwickelt. Das Gerät soll in Echtzeit und sehr genau Gebärmutterhalskrebs erkennen und einige der anhaltenden Probleme mit herkömmlichen Screening-Methoden vermeiden können.

"Andere Krebsarten wie Brustkrebs oder Eierstockkrebs können wir etwas früher erkennen, und ein Screening kann angemessen sein, aber wir können sie nicht verhindern", erklärt Prof. Campion, Vorsitzender des medizinischen Beratungsausschusses von TruScreen. "Gebärmutterhalskrebs ist hingegen wirklich vermeidbar und das Einzige, was wir durch Screening verhindern." Seiner Meinung nach sollten Frauen über 25 alle fünf Jahre einen sogenannten Pap-Abstrich bekommen.

Früherkennung und Impfung bieten Schutz

Gebärmutterhalskrebs bezeichnet das Wachstum von abnormalen Zellen in der Schleimhaut des Gebärmutterhalses und wird zu nahezu hundert Prozent durch bestimmte HP-Viren (Humane Papillomviren) verursacht. Diese abnormen Zellen können sich zu Tumoren entwickeln und sich im schlimmsten Fall im ganzen Körper ausbreiten. Der Gebärmutterhals ist Teil des weiblichen Fortpflanzungssystems und ist der schmale untere Teil (oder "Hals") der Gebärmutter.

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Es gibt zwei Haupttypen von Gebärmutterhalskrebs, die nach den Zellen benannt sind, in denen sie beginnen:

  • Plattenepithelkarzinom: Plattenepithelkarzinom, die häufigste Form von Gebärmutterhalskrebs (ca. 80 Prozent aller Fälle), beginnt in den Plattenepithelzellen des Gebärmutterhalses.

  • Adenokarzinom: eine seltenere Form von Gebärmutterhalskrebs, die sich aus den Drüsenzellen entwickelt. Ein Adenokarzinom ist schwieriger zu diagnostizieren, da es höher im Gebärmutterhals beginnt und mit der Bürste oder dem Spatel, die bei einem Zervix-Screening-Test verwendet werden, schwerer zu erreichen ist.

Inzwischen wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) auch eine Impfung gegen HP-Viren empfohlen – und zwar nicht nur für Frauen: Das empfohlene Impfalter für Mädchen und Jungen liegt bei neun bis 17 Jahren.

Von einer Infektion mit HP-Viren bis zur Entstehung von Gebärmutterhalskrebs können viele Jahre oder sogar Jahrzehnte vergehen. Durch einen Pap-Abstrich beim Gynäkologen können die Vorstufen des Krebses allerdings frühzeitig erkannt werden. Die Botschaft der Mediziner und Wissenschaftler ist also ganz klar: Vorsorge rettet Leben.

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