Wie gefährlich ist das Kochen mit der Mikrowelle wirklich?

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Macht die Mikrowelle Nährstoffe kaputt? Und verstrahlt sie mich, wenn ich davor stehe, während sie läuft? Wir klären auf! (Bild: iStock / NosUA / pixabay)
Macht die Mikrowelle Nährstoffe kaputt? Und verstrahlt sie mich, wenn ich davor stehe, während sie läuft? Wir klären auf! (Bild: iStock / NosUA / pixabay)

Stehen Sie niemals vor der Mikrowelle, wenn sie läuft, das ist gefährlich! Ihr Essen ist verstrahlt, alle Nährstoffe kaputt! Stimmt das eigentlich oder sind das nur Märchen? Wir verraten es Ihnen ...

Die Mikrowelle ist längst nicht mehr nur ein Gerät zum Aufwärmen oder Auftauen. Ob Lammkeule mit Gemüse, Kartoffelgratin oder Kuchen: die Mikrowelle gart, backt, gratiniert und grillt für Sie. Dass sie das mit elektromagnetischer Strahlung macht, klingt für manche immer noch gruselig. Aber wenn Sie einige Dinge beachten, haben Sie - nach derzeitigem Wissensstand - nichts zu befürchten.

Die Mikrowelle kann dazu verführen, gesundes, selbst gekochtes Essen durch Tiefkühlgerichte zu ersetzen - man ernährt sich also relativ leicht relativ schlecht, wenn man eine Mikrowelle hat.
 (Bild: iStock /Andrey Popov)
Die Mikrowelle kann dazu verführen, gesundes, selbst gekochtes Essen durch Tiefkühlgerichte zu ersetzen - man ernährt sich also relativ leicht relativ schlecht, wenn man eine Mikrowelle hat. (Bild: iStock /Andrey Popov)

Mikrowelle: Gefährlich und harmlos?

Ende der 1940er-Jahre kam in den USA die erste Mikrowelle auf den Markt. Es war ein fast mannshoher, mehrere hundert Kilo schwerer Kasten, zu haben für 5.000 US-Dollar. Heute findet sich das Gerät in fast drei Viertel aller Haushalte. Es ist klein, nicht mehr so teuer, und viele Menschen finden es praktisch - manche jedoch gefährlich.

Und es gibt durchaus Punkte, die man am Gebrauch einer Mikrowelle kritisch sehen kann. Dazu gehört, dass sie dazu verführen kann, gesundes, selbst gekochtes Essen durch Tiefkühlgerichte zu ersetzen - dass man sich also relativ leicht, relativ schlecht ernähren kann, wenn man eine Mikrowelle hat.

Spricht man mit Menschen, die dem Gerät skeptisch gegenübertreten, hört man aber eher andere Kritikpunkte als diesen: nämlich die Strahlung plus die Zerstörung von Nährstoffen. In beiden Punkten geben Experten jedoch Entwarnung.

Da Vitamine und einige andere Nährstoffe hitzeempfindlich sind, nehmen sie bei jedem Erwärmen Schaden. Also auch beim Warmmachen in der Mikrowelle. Andererseits tötet ein Erhitzen auf über 70 Grad Celsius auch schädliche Keime ab. (Bild: iStock / belchonock)
Da Vitamine und einige andere Nährstoffe hitzeempfindlich sind, nehmen sie bei jedem Erwärmen Schaden. Also auch beim Warmmachen in der Mikrowelle. Andererseits tötet ein Erhitzen auf über 70 Grad Celsius auch schädliche Keime ab. (Bild: iStock / belchonock)

Strahlenbelastung meist weit unter dem Grenzwert

Bei getesteten Mikrowellen - die also ein Siegel des VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik ("VDE-Zeichen") oder ein "GS-Zeichen" für Geprüfte Sicherheit tragen - tritt Strahlung nur durch die Scheibe oder die Tür aus. Der Grenzwert für diese sogenannte Leckstrahlung liegt bei fünf Milliwatt pro Quadratzentimeter (oder 50 Watt pro Quadratmeter) in fünf Zentimetern Entfernung. Dieser Wert wird aber bei geprüften Geräten nie erreicht. Messungen des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) zufolge wird im Schnitt nur ein Prozent dieses Wertes erreicht.

Zudem nimmt die Strahlung rasch ab, je weiter man vom Gerät weg ist. Bei einem Meter Entfernung hat man nur noch ein Dreißigstel bis ein Hundertstel dieses Wertes. "Bei technisch einwandfreien Geräten besteht [...] keine gesundheitliche Gefahr, auch nicht für Schwangere und Kleinkinder", so die Schlussfolgerung des BfS. Ist das Gerät allerdings sichtbar beschädigt, sollte es repariert oder entsorgt werden. Denn klar ist auch: hochfrequente elektromagnetische Strahlung kann Schaden anrichten, zum Beispiel Verbrennungen verursachen.

Die Mikrowelle zerstört nicht mehr Nährstoffe als Herd und Backofen

Was ist nun aber mit den Nährstoffen? Da Vitamine und einige andere Nährstoffe hitzeempfindlich sind, nehmen sie bei jedem Erwärmen Schaden. Also auch beim Warmmachen in der Mikrowelle. Andererseits tötet ein Erhitzen auf über 70 Grad Celsius auch schädliche Keime ab.

Experten raten deswegen dazu, sich genau an die Kochanweisungen der Gerätehersteller zu halten, damit die Lebensmittel nicht zu lang oder zu kurz erwärmt werden. Tut man das, seien gegenüber Herd oder Backofen hinsichtlich der Nährstoffe keine Nachteile zu erwarten, schreibt das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE), eine Informationsplattform des Landwirtschaftsministeriums.

Kein Metall, kein Melamin, keine geschlossenen Behälter

Einige Dinge sollten Sie allerdings schon beachten, damit Sie mit der Mikrowelle keine Probleme bekommen: nichts aus Metall hineinstellen, kein Melamin-Geschirr (es könnten schädliche Stoffe freigesetzt werden) und keine geschlossenen Gefäße (wegen der Gefahr eines Überdrucks).

Außerdem sollten Sie Ihr Essen beim Erwärmen in der Mikrowelle öfter umrühren und es nach dem "Fertig"-Pieps noch eine Weile stehen lassen. Denn weil die elektromagnetischen Wellen nicht gleichmäßig durch Ihr Essen gehen, gibt es Stellen, die sehr heiß werden, und Stellen, die kalt bleiben. Vor allem Babynahrung sollte deswegen vorher unbedingt gut vorgekostet werden.

Bundesamt für Strahlenschutz

Bundeszentrum für Ernährung

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