Gefährlicher Health-Trend: Warum du keine OMAD-Diät machen solltest

Cory Stieg

Von zuckerfreier Ernährung über Paleo bis hin zu intuitivem Essen: Diättrends gibt es ohne Ende. Von manchen hörst du durch Freund*innen, manche werden dir von deinen Ärzt*innen oder Ernährungsberater*innen empfohlen. Und über wieder andere stolperst du beim Scrollen durch deinen Facebook-, Insta- oder Redditfeed. Letzteres war beispielsweise bei mir der Fall, als ich das erste Mal von der OMAD-Diät hörte.

Was bedeutet OMAD?

OMAD ist die Abkürzung für „One Meal A Day“ – also eine Mahlzeit pro Tag. Es handelt sich um eine extreme Version des Intervallfastens, bei der du täglich 23 Stunden nichts außer kalorienfreien Getränken konsumieren darfst. Innerhalb der einen Stunde die übrig bleibt, kannst du dann allerdings alles essen, worauf du Lust hast.

Du fragst dich, warum du das machen solltest, wenn du doch auch den ganzen Tag lang essen könntest? Na ja also viele Fans der OMAD-Diät machen es, um schnell Gewicht zu verlieren und weil sie es als sehr komfortabel empfinden – besonders im Sommer, wenn sie verreisen oder allgemein viel unterwegs sind. Aber wie die meisten Ernährungstipps, die durch das Internet verbreitet werden, ist auch diese Diät mit Vorsicht zu genießen! Schlimmstenfalls kann sie nämlich sogar negative Auswirkungen auf deine Gesundheit haben.

Argumente gegen die OMAD-Diät

Ganz vereinfacht gesagt essen wir, um unserem Körper Nährstoffe und damit letztendlich auch Energie zuzuführen. Ganz gleich, ob du studierst, arbeitest, die Wohnung putzt, spazieren gehst oder nachdenkst: Den ganzen Tag über verbrauchst du Energie und irgendwann ist auch die letzte Reserve aufgebraucht. Spätestens an diesem Punkt zeigt dir dein Körper, dass er Nachschub braucht – vielleicht grummelt dein Magen, vielleicht wird dir sogar schummrig. Da frag ich mich natürlich, ob es überhaupt ausreicht, nur einmal täglich zu essen. Die New Yorker Diätassistentin Robin Foroutan steht dem auf jeden Fall kritisch gegenüber und sagt, für die meisten Menschen wäre das nicht genug.

Das Problem ist auch, du müsstest mit nur einer einzigen Mahlzeit alle Nährstoffe und Kalorien aufnehmen, die du in den nächsten 23 Stunden benötigst. „Ich stelle es mir alles andere als angenehm vor, so viel auf einmal essen zu müssen “, sagt Kathleen Meehan, eine Ernährungsberaterin und Intuitive-Eating-Beraterin aus Houston. „Außerdem denke ich, diese Art der Diät kann dazu führen, dass du vereinsamst, weil Essen auch immer eine soziale Komponente hat.“

Dazu kommt, dass diese Ernährungsweise sich negativ auf deine Verdauung und die Verarbeitung der Nährstoffe auswirken kann, warnt Foroutan. Und das ist noch nicht alles. Stell dir vor du hast 23 Stunden gar nichts gegessen und bist am Verhungern. Meinst du, du kannst dann noch klar denken und dir eine gesunde, ausgewogene Mahlzeit kochen? Oder schiebst du dir dann nicht vielleicht alles in den Mund, was in greifbarer Nähe ist?

Auch, wenn die Regeln der OMAD-Diät besagen, dass du während der 60 Minuten essen darfst, was und so viel du willst, wirst du es vermutlich gar nicht schaffen, innerhalb so kurzer Zeit deinen Tagesbedarf zu dir zu nehmen. Ja, das bedeutet, du wirst dadurch höchstwahrscheinlich abnehmen. Aber ist es das wirklich Wert? Willst du wirklich den ganzen Tag hungrig und schlecht gelaunt sein? Willst du dich schwach, antriebslos und müde fühlen? Und ich rede nicht nur von den 23 Stunden, in denen nichts essen darfst. Ich würde mal vermuten, dass du nach der “Fressstunde“ auch nicht gerade super wach und energiegeladen bist...

Zudem kann die OMAD-Diät deinen Körper in Sachen Sättigungs- und Hungergefühl komplett durcheinander bringen, erklärt Meehan. Langfristig gesehen kann sie sich sogar negativ auf deine Beziehung zum Essen auswirken. Besonders für Menschen, die in der Vergangenheit bereits an einer Essstörung gelitten haben, ist diese Ernährungsform also eine sehr schlechte Idee, sagt die Diätspezialistin Courtney Dunn.

Last, but not least noch ein paar Worte zum Thema fasten. „Der menschliche Körper ist dafür gemacht, sich über Nacht zu reinigen. Für längere Fastenperioden ist er dagegen nicht ausgelegt“, so die Ernährungsberaterin Melissa Bailey. Auch, wenn es Studien zu den Vorteilen des Intervallfastens gibt, existiert keine Untersuchung, die besagt, dass die Resultate umso besser sind, je länger du fastest“, ergänzt Foroutan.

Was wir allerdings wissen ist, auf lange Sicht machen die wenigsten Diäten Sinn. Anstatt auf etwas zu verzichten und dich stark einzuschränken solltest du lernen, auf deinen Körper zu hören – er sagt dir nämlich ziemlich deutlich, was er gerade brauchst. Und wenn du auf dich achtest, dich möglichst gesund und bewusst ernährst, dir aber auch mal was gönnst (Schokolade macht nun mal glücklich!), wird es dir nicht nur dein Körper, sondern auch deine Seele danken.

Wenn du an einer Essstörung leidest oder jemanden kennst, der oder die eventuell Hilfe benötigt, kannst du dich unter anderem bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung informieren oder beraten lassen – online oder telefonisch unter 0221 892031.

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