Was verdient eigentlich ein Börsenhändler?

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

Sie handeln an der Börse im Namen von Privatpersonen, Unternehmen oder Banken mit Wertpapieren – und streichen dafür neben dem Gehalt meist auch eine Provision ein. Alle Infos über Ausbildung, Aufgaben und Verdienst eines “Brokers“.

Wer ein Händchen an der Börse hat, kann damit richtig gut Geld verdienen - auch beruflich (Symbolbild: Getty Images)

Wer “The Wolf of Wall Street“ mit Leonardo DiCaprio oder Oliver Stones Klassiker “Wall Street” gesehen hat, wird ein zwielichtiges Bild von Börsenhändlern im Kopf haben: Sie lieben das Geld (und auch, es auszugeben!), arbeiten mit undurchsichtigen Methoden und verdienen innerhalb von wenigen Minuten Unsummen. Doch natürlich ist die Arbeit des Börsenhändlers oder auch “Brokers“ ein durchaus ehrbarer Beruf, der mit einem gutem Gespür für Anlagen auch auf legale Weise zu einem guten Gehalt führen kann.

Die Aufgaben

Börsenhändler, die bis 2002 auch “Börsenmakler“ genannt wurden, handeln mit Wertpapieren im Namen von Privatpersonen, Unternehmen oder auch Banken. Das heißt: Sie versuchen durch kluge Käufe und Verkäufe im richtigen Augenblick das Geld ihres Klienten zu vermehren. Außerdem erstellen sie für ihre Kunden Analysen und Berichte zu Unternehmen, Branchen und Märkten und geben auf dieser Basis Empfehlungen zu Wertpapier-Investitionen.

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Zu den Fähigkeiten eines Börsenhändlers gehört der stetige Überblick über die weltweite Kursentwicklung, allerhöchste Konzentration und das Talent, sehr viele Informationen in kürzester Zeit erfassen und verarbeiten zu können. Außerdem muss ein Börsenhändler auch unter Druck und in unübersichtlichen Situationen Entscheidungen treffen können. Wild gestikulierende Anzugträger, die über das gesamte Parkett hinweg “Kaufen, kaufen!“ schreien, gehören allerdings in den meisten Fällen der Vergangenheit an: Ein Börsenhändler arbeitet heute vor allem mit vielen Computerbildschirmen und in konzentrierter Betriebsamkeit.

Die Ausbildung

Es gibt keine spezifische Ausbildung, die auf den Beruf des Börsenhändlers vorbereitet. Viele Angehörige der Berufsklasse haben zuvor eine Ausbildung zum Bankkaufmann gemacht oder ein Studium der Betriebswirtschaftslehre absolviert. Erfahrungen mit dem Geschäft an der Börse sind das Wichtigste – diese haben Händler entweder durch Anlegen ihres Privatvermögens oder aber in Seminaren über den Finanzmarkt gesammelt.

Eine klassische Ausbildung gibt es nicht, gewerbliche Börsenmakler müssen sich jedoch eine staatlichen Prüfung unterziehen (Symbolbild: Getty Images)

Wer sich Börsen- oder Wertpapierhändler nennen und an der Börse professionell tätig werden will, muss vorher jedoch die Händlerprüfung bei der Deutschen Börse AG bestehen, in der unter anderem Fachwissen aus den Bereichen Börsenrecht, Börsensegmente, Preisbildung und Abwicklung von Börsengeschäften abgefragt wird. Erst wer diese offizielle Händlerprüfung bestanden hat, ist zum gewerblichen Handeln an der Börse berechtigt.

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Das Gehalt

Die Gehaltsspanne eines Börsenhändlers variiert zwischen 3.000 und rund 10.000 Euro brutto im Monat - ganz davon abhängig, ob man bei einer Bank festangestellt oder selbstständig ist und natürlich auch davon, wie viel Erfahrung man im Metier hat. Auch der Standort ist ausschlaggebend: Im Norden Deutschlands beträgt das Durchschnittsgehalt um 4.600 Euro, während im Süden etwas mehr bezahlt wird.

Ein Vorteil für selbstständige Broker: Sie müssen sich die Vermittlungsgebühr beziehungsweise Courtage, die sie für ihre Tätigkeit von ihrem Auftraggeber bekommen, nicht mit dem Arbeitgeber teilen. Deren Höhe wird maßgeblich von den Transaktionsvolumen beeinflusst und liegt in der Regel zwischen einem und drei Prozent bei kleineren Aktienpaketen, bei größeren unter einem Prozent. Festangestellte Broker können sich dagegen über festgelegte Boni bei Zielerreichung freuen.

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