Gemobbt wegen Gewicht: Emotionaler Facebook-Post stößt auf große Resonanz

Nach einer Depression nahm Sarah an Gewicht zu. (Screenshot: Facebook / Sarah Khadija)

Weil sie nach einer Depression an Gewicht zunahm, wurde eine junge Frau mehrfach beleidigt und angefeindet. Auf Facebook teilt sie ihre Erfahrungen – und stößt auf viel Solidarität.

Früher hatte Sarah Kleidergröße 38 – und das bei 1,80 Metern Körpergröße. Mittlerweile trägt sie ein paar Nummern größer. Der Grund dafür: Sarah hatte eine Depression, nahm zwanzig Kilo zu. Die Depression hat sie überwunden – so weit so gut, wären da nicht zahlreiche spöttische Kommentare und negative Reaktionen, mit denen die 20-Jährige zu kämpfen hatte.

„Ich erlebe in letzter Zeit regelmäßig Anfeindungen aufgrund meines Gewichts. Die letzten 2 Jahre waren schwer für mich. Gott sei Dank ist das Einzige, was mir von meiner Depression geblieben ist, 20 Kilo mehr auf den Hüften. Ich bin glücklich darüber“, schreibt sie auf der Facebook-Seite der Gruppe „NETT-Werk Hamburg“.

„Ich bin immer freundlich und aufgeschlossen. Doch mit Kleidergröße 44 wird man plötzlich anders behandelt als noch mit Größe 38“, schreibt sie. Sie würde beleidigt, ausgelacht, sogar von der Treppe geschubst. Emotional fährt sie fort: „Ja, ich reagiere schlagfertig und wirke tough, doch auch mein kleines Herz bricht manchmal, und mir kullern die Tränchen zu wissen, dass es Menschen gibt, die mich hassen, nur weil ich ein paar Kilo mehr wiege. Sowas kann doch nicht toleriert werden!“

Viele Facebook-Nutzer finden sich in den Worten der Hamburgerin wieder. „Ich habe auch wegen Depressionen und durch sehr viel Schlimmes, das ich erlebt habe, in einem Jahr fast 20 Kilo zugenommen. Fühle mich selbst so unwohl und fett und mag nicht mehr gerne rausgehen. Hab auch aktuell Größe 44 – man sieht dann, wenn man in der Situation ist, nur noch Dünne auf den Straßen“, schreibt Nutzerin Steffi.

Eine andere Nutzerin, Stephanie, hat ebenfalls großes Verständnis für das Problem: „Ich glaube, das Problem dieser Menschen ist, dass die von ihren eigenen Problemen ablenken wollen, indem die andere Menschen, nur weil sie nicht in „ihre” Norm passen, damit aufziehen. Ich selber habe das auch alles durch. Ich war schon hart am Magerwahn mit 48 kg, und auch bei 91 kg nach meinen ersten beiden Schwangerschaften, ich kann nur bestätigen, schön ist es nicht, die Blicke der Menschen, wenn man zu viel auf den Hüften hat. Ich stehe mittlerweile über den Dingen, denn egal wie viel ich wiege, ich bin ich, und nichts und niemand wird das ändern. Alles andere ist oberflächlich.“

„Man sollte nichts auf Leute geben, die nur auf die Figur achten. Wie scheiße langweilig wäre es denn, wenn jeder die gleichen Maße hätte. Perfektion langweilt, so sieht es aus“, attestiert Facebook-Nutzerin Olivia.

Auch in den Kommentaren steht Sarah Rede und Antwort. Auf die Frage, was passiert sei, schildert sie einen besonders heftigen Fall: „Mein schlimmstes Erlebnis war in Altona in der S-Bahn-Station. Bin die Treppe herunter gegangen, an der rechten Seite entlang. Eine Frau kam etwas schneller die Treppe runter und schubste mich mit den Worten ‚Du fette Sau versperrst die ganze Treppe. F***en wird dich SO keiner’. Bin Gott sei dank auf den Knien gelandet, weil ich mich festhalten konnte“.