Studie: Genetische Gemeinsamkeiten besonders alter Menschen

·Freie Autorin

Wie alt Menschen werden, hängt von ganz unterschiedlichen Faktoren wie dem sozialen Umfeld, Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten, Stress-Level und Schlafverhalten ab. Eine neue Studie hat nun untersucht, welche genetische Disposition das Erreichen eines besonders hohen Alters begünstigt.

Cropped shot of an unrecognizable man leaning on his walking stick
Wie wird man über 100 Jahre alt? Forscher haben eine genetische Gemeinsamkeit bei Herrschaften gefunden, die diese Marke weit überschritten haben (Symbolbild: Getty Images)

Gene sind nicht alles. Aber gerade wenn es darum geht, ein besonders hohes Alter zu erreichen, können sie entscheidend sein. Im Fachmagazin "eLife" wurde kürzlich eine Studie der Universität Bologna veröffentlicht, in der Wissenschaftler um Paolo Garagnani das komplette Genom von 81 Italienerinnen und Italienern untersuchten, die mindestens 105 Jahre alt waren. Zum Vergleich sequenzierten die Forscher auch das Genom von 36 gesunden Studienteilnehmern im Alter von 68 Jahren. Ziel war das Aufspüren bestimmter Genvarianten, die das Erreichen eines besonders hohen Alters begünstigen.

DNA-Schäden werden repariert und Mutationen eliminiert

Insgesamt fanden die Wissenschaftler fünf genetische Varianten, die bei den sogenannten Supercentenarians häufiger zu finden waren als bei den 68-Jährigen. Alle davon lagen auf dem Chromosom 7 und hatten vor allem einen Effekt: Sie erhöhten die Aktivität des Gens STK17A, das dafür zuständig ist, DNA-Schäden zu reparieren und für den Organismus potenziell schädliche Zellen zu eliminieren. 

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Schädliche Mutationen, die durch Kopierfehler bei der Zellteilung oder äußere Einflüsse wie Strahlung oder Chemikalien entstehen und Krankheiten wie Krebs verursachen können, werden unschädlich gemacht. Bei den älteren Studienteilnehmern sorgte STK17A dafür, dass sich mit zunehmendem Alter keine DNA-Mutationen anhäufen konnten.

Gesunde Zellen sind das A und O

Zudem wurden bei den über 105-Jährigen Übereinstimmungen beim COA1-Gen festgestellt, das für die Erzeugung von Energie in den Zellen zuständig ist. Außerdem auffällig war das Gen BLVRA, das unter anderem Entzündungsreaktionen reguliert und so eine wichtige Rolle für die Gesundheit der Zellen spielt. Insgesamt wies das Genom der besonders alten Teilnehmer also auffallend wenige Mutationen auf, was aus wissenschaftlicher Sicht eine gute Basis für ein langes Leben ist.

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