Geniale Mama-Idee: Vorstellungsgespräch für Taschengeld-Jobs

Moritz Piehler
Freier Autor
Shaketha McGregor vor ihrer HR-Abteilung, in der ihre Kinder ihre "Vorstellungsgespräche" hatten. (Bild: Facebook)

Wenn man als Kind im Hause McGregor im US-Bundesstaat Georgia aufwächst, wird einem nichts hinterher geworfen. Mama Shaketha wollte ihren Kindern nicht einfach so willkürlich Taschengeld auszahlen. Also hatte sie eine Idee, die binnen kurzer Zeit richtig viel Zustimmung im Internet fand.

Ganz Amerika diskutiert über eine drohende Finanzkrise und die Einschränkungen durch Trumps Strafzölle. Shaketha Marion McGregor entschloss sich, in ihrer Erziehung einen sehr praktischen Weg zu wählen, um ihren Kindern etwas über Finanzen beizubringen. Kurzerhand erklärte die dreifache Mutter ihre Küche zum HR-Office und schrieb offene Stellen für ihre Kinder aus - mit vollem Bewerbungsprozess inklusive Anschreiben und Einladungen zum Vorstellungsgespräch. Das Ganze teilte sie auf ihrer Facebook-Seite und siehe da, viele Eltern waren von der Idee begeistert. In nicht einmal einer Woche wurde der Post bereits über 200.000 mal geliked und fast 100.000 mal geteilt. Die Kommentare sind in der überwiegenden Mehrheit sehr positiv.

“Wann können Sie anfangen?”

Die Idee war der Alleinerziehenden gekommen, als sie kurz zuvor mit ihren Kindern in einem Einkaufszentrum unterwegs war. “Ich hab jedem ein paar Dollar gegeben und ihnen gesagt, gebt es aus wofür ihr wollt,” sagte sie “TODAY Parents”. “Das war etwas ganz anderes, als wenn ich ihnen etwas kaufe. Auf einmal haben sie angefangen, Preise zu vergleichen und sie waren viel vorsichtiger mit dem Geld, weil es plötzlich ihr eigenes war. Sie wollten sparen.” Die Begeisterung ihrer Kleinen für Finanzfragen zu sehen, sei ein richtiger Aha-Moment für sie gewesen.

“Ich hab angefangen zu überlegen, wie ich ihnen etwas über Kredite und Zeitmanagement beibringen könnte,” erzählt McGregor. “Da war ein richtiges Feuer in ihren Augen!” Also schrieb sie offene Positionen im Haushalt aus. Küchenmanager, Haushälter und Wäsche-Supervisor waren zu besetzen. Jahkeem (13) und seine sechsjährige Schwester Serinity bewarben sich beide auf den Job des leitenden Haushälters. Letztlich behielt das Nesthäkchen die Nase vorne und bekam den Job durch bessere Qualifikationen, wie ihre Mutter sagte. Sofort unterschrieb sie ihren neuen Vertrag. Über die Details vereinbarten beide Seiten Stillschweigen.

Ausschlaggebend war, dass Serinity professioneller gewesen sei als ihr großer Bruder, sagte McGregor. “Eine der Fragen, die ich gestellt hatte war, wann sie einsteigen könnten. Serinity wollte sofort anfangen und mein 13-Jähriger wollte noch einige Tage Zeit, um mit seinen Freunden rumzuhängen.” Dafür hatte der Älteste aber durchaus einige relevante Fragen im Bewerbungsgespräch: “Er wollte zum Beispiel wissen, ob ich Steuern abziehen würde und wie viele,” verriet die stolze Mutter.

Die mittlere Tochter Takeia hingegen hatte sich eine ganz eigene Taktik zurechtgelegt. Die Zehnjährige sprach das komplette Interview über mit einem britischen Akzent. “Ich vermute, sie dachte, dass sie damit gebildeter und qualifizierter klänge,” sagte McGregor. ”Sie ging wirklich fest davon aus, dass es ihr helfen würde.” Ob es der Akzent war oder nicht, Takeia bekam den Job und wird in Zukunft für die Wäsche im Haus zuständig sein. Dazu gehört zum Beispiel auch, darauf zu achten, dass immer frische Handtücher und Waschlappen im Bad sind.

Dem Zuspruch auf Sozialen Medien kann man davon ausgehen, dass es demnächst noch in einigen anderen Elternhäusern zu Vorstellungsgesprächen kommen wird: “Parenting Win!!!” schrieb ein User begeistert, ein anderer fügte hinzu: “Ich liebe diese Geschichte. Sie bringen ihnen nicht nur Verantwortungsbewusstsein und Finanzmanagement bei, sondern geben ihnen auch eine tolle Erinnerung mit!”