Gericht urteilt: Subway-Sandwiches sind zu süß, um als Brot durchzugehen

·Freie Journalistin
·Lesedauer: 3 Min.

Mit einer ungewöhnlichen Frage hat sich jüngst der Oberste Gerichtshof in Irland beschäftigt: Sind Subway-Sandwiches als Brot zu definieren oder nicht? Die Antwort der fünf Richter fiel dabei eindeutig aus – und das ist für das Fast Food-Unternehmen gleich doppelt bitter.

Subway-Sandwiches sind lecker, aber nicht gesund. (Bild: Getty Images)
Subway-Sandwiches sind lecker, aber nicht gesund. (Bild: Getty Images)

Subway gilt für viele als gesündere Alternative zu den klassischen Fast Food-Riesen McDonald's oder Burger King. Knackiges Gemüse, feines Fleisch – und das alles angerichtet auf einem Sandwich, was kann daran schon Sünde sein? Ein Richterspruch aus Irland steht dem guten Gewissen künftig wohl im Wege, denn er offenbart: von einem gesunden Snack kann leider keine Rede sein.

So hat der Oberste Gerichtshof in einem Urteil festgestellt, dass die Subway-Sandwiches viel zu viel Zucker enthalten, um die gesetzliche Definition von Brot zu erfüllen. Im Mittelpunkt des Verfahrens standen nicht etwa die Verbraucher, sondern die Frage, ob Subway von steuerlichen Vergünstigungen profitieren kann oder nicht. Denn: In Irland muss auf Grundnahrungsmittel seit 1972 keine Mehrwertsteuer abgeführt werden. Das Franchise-Unternehmen wollte von diesem Gesetz profitieren und hatte angegeben, dass einige Produkte wie Tee, Kaffee und die Sandwiches demnach nicht mehrwertsteuerpflichtig seien.

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Schon in anderen Gerichtsurteilen wurden die Subway-Sandwiches nicht als Brot, sondern als Backware eingestuft. Die Begründung: Die Sandwiches wiesen mit einem Zuckergehalt von zehn Prozent im Vergleich zum Gewicht des enthaltenen Mehls zu viel Zucker auf. Laut Gesetz darf der Zuckergehalt zwei Prozent nicht überschreiten.

Brot oder kein Brot? Das letzte Wort ist nun gesprochen

Diese vorangegangenen Urteile bestätigten die fünf Richter des Obersten Gerichtshofs nun in letzter Instanz. "Die klare Absicht der Definition von Brot besteht darin, zwischen Brot als Grundnahrungsmittel und bestimmten anderen Backwaren aus Teig zu unterscheiden", sagte Richter Donal O'Donnell in der Urteilsbegründung. Da die erhitzten Sandwiches von Subway kein Brot im Sinne der Definition darstellten, könnten sie nicht als Grundnahrungsmittel bezeichnet werden.

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Subway hatte in Irland bereits 2006 auf eine Rückerstattung der Mehrwertsteuerzahlungen bestanden und so lange Berufung eingelegt, bis der Fall nun ein für allemal vom Obersten Gerichtshof geklärt wurde. Eine Millionen-Erstattung ist damit vom Tisch. Ebenfalls dürfte das Vertrauen eben jener Verbraucher unter dem Urteil leiden, die bislang davon ausgegangen sind, dass es sich bei Subway-Sandwiches um kalorienarme Snacks handelt.

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Die Erkenntnis, dass Subway keine gesunde Alternative zu anderen Fast Food-Riesen darstellt, ist übrigens nicht neu: In der nicht repräsentativen Studie "Adolescent Purchasing Behavior at McDonald’s and Subway" hatten Wissenschaftler der Universität Kalifornien bereits 2013 herausgefunden, dass der durchschnittliche Kalorienverzehr bei Subway und McDonald's ähnlich katastrophal ausfällt: Pro Bestellung werden demnach in beiden Restaurants rund 1.000 Kalorien verzehrt.

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