„Geschieht euch recht“: Australisches Model über die Absage der Victoria’s Secret-Schau

Robyn Lawley begrüßt die anscheinende Absage der jährlichen Modeschau von Victoria´s Secret. Foto: Getty Images.

Das australische Model Robyn Lawley hat sich zu Berichten von Shanina Shaik geäußert, dass die jährliche Modeschau von Victoria´s Secret nach 23 Jahren abgesetzt werden soll.

Der Mutterkonzern von Victoria’s Secret namens L Brands hat allerdings noch keine offizielle Erklärung hierzu abgegeben.

Robyn ist stolz auf ihren Körper, der „eine gesunde Größe 42“ hat. Sie hat die Wäschemarke bereits in der Vergangenheit kritisiert und sagte gegenüber Yahoo Lifestyle, dass sie das Absetzen der Modeschau nicht überrascht.

Tatsächlich ist es für die Mutter einer Tochter Grund zum Feieren.

„Geschieht euch recht”

„Ich habe davon [von den Gerüchten um die Absage] schon vor ein paar Monaten gehört. Mein erster Gedanke war „geschieht euch recht“, erzählte der Star gegenüber Sports Illustrated.

„Der Mangel an Vielfalt bei dieser Schau war offensichtlich“, fügte sie hinzu, bevor sie davon erzählte, wie sie als Teenager die VS-Models angehimmelt hatte, die auch als „Engel“ bezeichnet werden.

“Natürlich hatte ich damals eine sehr ungesunde Einstellung zu meinem Körper. Ich hasste ihn. Jedes Bild, das man damals zu sehen bekam, schien nur eine einzige Art Körper zu zeigen“, sagte sie.

„Leider hatte der Marketingchef Ed Razek eine ähnliche Einstellung und behauptete, dass niemand „Plus-Size“-Models auf dem Laufsteg sehen wolle. Für ihn und die Modewelt, die ihn umgibt, zählen hierzu alle Frauen mit einer Kleidergröße über 36“, fügte sie hinzu.

Bei dieser Hitze #tbt zur #miamiswimweek2016 kann ich endlich einen passenden Badeanzug tragen, den ich für mein Label @robynlawleyswimwear entworfen habe. Foto: @yelssingsphotography

Robyn macht ihrer Meinung Luft

Robyn sprach außerdem über die umstrittenen Kommentare von Ed im Jahr 2018 zum Thema Plus-Size- und Transgender-Models. Er nahm diese später zurück.

Zu der Zeit rief Robyn zu einem weltweiten Boykott der Marke auf. Sie rief außerdem eine Petition ins Leben, um „VS dazu zu bringen, inklusiver zu sein und zu zeigen,dass es mehr als nur eine Art von Körper gibt.

“Wir leben in einer Zeit, in der Frauen, Männer und Trans[Menschen] endlich sagen, dass es reicht und dass ihr Körper schön und wertvoll ist. In dieser Zeit hat es [Victoria’s Secret] sich leider überhaupt nicht geändert. Ich werde seine Logik nie verstehen. Und das noch weniger, nachdem ich meine erste Tochter zur Welt gebracht habe“, sagte das Model, das auch Bademoden entwirft.

Robyn hat mit ihrem Partner, dem Anwalt Everest Schmidt, eine vierjährige Tochter namens Ripley.

Als ich aufwuchs, bekam ich nie ein Model zu sehen, das meine Kleidergröße hatte (und wenn, machte man sich über sie lustig, weil sie zugenommen hatte). Es ist eine so unglaubliche Zeit, in dieser Branche zu arbeiten, denn es erwachen gerade alle aus ihremTiefschlaf und zeigen plötzlich Wertschätzung für #alleGrößen. Ich liebe meine Leute bei @si_swimsuit.

Verschwendetes Potential

Robyn ist der Meinung, dass das Label eine Chance vertan hat, die Branche aufzurütteln und weltweite Schönheitsnormen neu zu definieren.

„Ein Unternehmen wie VS hat die Macht und die Reichweite, um wirklich etwas zu verändern. Es hätte die Möglichkeit, eine Vielfalt an Körpertypen auf dem Laufsteg zu zeigen und damit Frauen dazu zu ermutigen, ihren Körper so zu lieben, wie er in diesem Augenblick ist. Ganz besonders hätte es dies mit seiner PINK-Linie erreichen können, die jüngere Frauen ansprechen soll“, sagte sie.

„Vielfalt ist schön. Der nationale Durchschnitt bei Kleidergrößen liegt zwischen 42 und 44“, sagte sie. Sie fügte dann hinzu, dass Victoria´s Secret zwar solche Größen anbietet, aber dennoch noch nie mit einem Model in einer diese Größen zusammengearbeitet habe.

„Körperhass und Körperdysmorphie sind unter Teenagern weit verbreitet. Wir dürfen die anderen Generationen nicht vergessen. Ich bin froh, dass ich mittlerweile Vielfalt in der Modewelt und bei anderen Labels sehen kann“, fuhr sie fort.

„Ich habe eine gesunde Kleidergröße 42. Ich liebe meinen Körper, meine Schwangerschaftsstreifen und meine Figur. Und am meisten liebe ich es, mich nicht mehr über eine jährliche Unterwäschenschau ärgern zu müssen, die eine sehr einseitige Einstellung zu Figuren wie meiner zeigt.

Gillian Wolski