Gondel-Absturz in Hessen: Firma empört mit geschmacklosem Werbespruch

Die abgestürzte Wartungsgondel neben dem Sendeturm auf dem Hohen Meissner. Foto: Uwe Zucchi

Drei Menschen kamen am Dienstag bei dem tragischen Gondel-Absturz in Hessen ums Leben. Nun gibt es Wirbel um einen geschmacklosen Werbespruch der Firma im Kondolenzschreiben.

Bei Wartungsarbeiten an einem Sendeturm in Hessen kamen am Dienstag drei Menschen ums Leben. Die Arbeiter wollten eine Antenne am 220 Meter hohen Sendemast anbringen. Aufgrund eines technischen Defekts stürzte die Wartungsgondel aus 50 Metern Höhe mit hoher Geschwindigkeit in die Tiefe. Alle drei Insassen waren sofort tot.

Kurz nach dem Unglück sorgte die Wartungsfirma nun mit einem unangebrachten Werbespruch im Kondolenzschreiben für Empörung, wie die Bild-Zeitung berichtet.

Demnach hatte das Unternehmen auf seiner Internetseite eine Stellungnahme zu dem Unglück wie folgt veröffentlicht:

„Stellungnahme Absturz Wartungsgondel Sendemast „Hoher Meißner“: Und dann in Großbuchstaben: WIR BEHERRSCHEN UNSER HANDWERK UND DAS AUF HÖCHSTEM NIVEAU.“

Eine Anfrage der Zeitung zu diesem geschmacklosen Werbespruch im Zusammenhang mit dem tödlichen Unfall wurde wie folgt beantwortet:

“Da die Startseite am 3.9. aktualisiert wurde, verursachte die Browser-Ansicht/Cache möglicherweise ein Problem bei der korrekten Darstellung auf mobilen Endgeräten.“

Inzwischen hat das Unternehmen den Text auch geändert.

Stellungnahme der Firma Steffens & Nölle (Homepage Firma)

Dort steht nun: „Die Nachricht vom Tode dreier Kollegen beim Absturz einer Wartungsgondel am Sendemast „Hoher Meißner“ in Hessen erfüllt uns mit tiefer Bestürzung. Unsere Gedanken gelten den Familien und Angehörigen, denen wir unser tiefes Mitgefühl aussprechen und die wir in diesem Unglück nach Kräften unterstützen werden.

Die zuständigen Behörden ermitteln. Als ausführende Montagefirma werden wir alles tun, um die Ermittlungen und die Ursachenfindung für dieses entsetzliche Unglück zu unterstützen. Sobald uns weitere Informationen vorliegen, werden wir diese mitteilen.“