Good News des Tages: Bauarbeiter retten Wolf vor dem Ertrinken

Ein wilder Wolf, wie auf diesem Symbolbild, ist in Estland durch die Eisdecke eines Flusses gebrochen. Drei Bauarbeiter retten ihn vor dem Ertrinken. Foto: Symbolbild / gettyimages / Andy Skillen Photography

Ein Wolf bricht durch die Eisdecke eines Flusses und kämpft gegen das Ertrinken und den Kältetod. Drei Männer helfen dem Wildtier an Land, wickeln es in ein Handtuch und fahren zum Tierarzt. Dank ihres Einsatzes ist der Wolf mittlerweile wieder in Freiheit.

Während ihrer Arbeit am Sindi-Staudamm, nahe der Ostsee-Küste in Estland, fällt drei Bauarbeitern plötzlich ein Tier im vereisten Wasser auf. Es ist wohl durch die dünne Eisdecke des Flusses Pärnu gebrochen und strampelt jetzt gegen die Kälte an. Das Tier, auf den ersten Blick ein großer Hund, schafft es aus eigener Kraft nicht mehr an Land. Also eilen die Bauarbeiter zu Hilfe und brechen eine Schneise ins Eis, damit das Tier selbstständig bis zur Küste gelangen und aus dem Wasser steigen kann. Und tatsächlich schwimmt es die etwa 100 Meter, doch dann müssen die Männer anpacken, sie hieven das völlig erschöpfte Tier aus dem Fluss und wickeln es in ein Handtuch.

Es einfach in die Freiheit entlassen wollen sie nicht, denn es ist ganz steif gefroren und das durchnässte Fell ist dazu übersät mit Eisklumpen. Auch nachdem sie den Hund in ihr Auto getragen und die Heizung aufgedreht haben, weicht die Erschöpfung kaum aus dem Tier. „Wir mussten es dazu einen Hang hinaufschleppen, das war ganz schön schwer“, sagt einer der Retter zu „Postimees“, einer estnischen Tageszeitung. „Es ist dann auf meinen Beinen eingeschlafen. Nur als ich versucht habe, sie zu strecken, hat es kurz den Kopf gehoben.“

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Es ist gar kein Hund

Also rufen die Männer das Veterinäramt an, das ihnen rät, den vermeintlichen Hund in eine Tierklinik zu fahren. Die Tierschutzorganisation „Estonian Union for the Protection of Animals“ (EUPA), würde sich um das verletzte Tier kümmern.

Obwohl das Tier zahm erscheint, hegen die Bauarbeiter doch mittlerweile Zweifel, ob es sich tatsächlich um einen Hund handelt – wie sie zuerst dachten. Und ein Jäger, der extra hinzugezogen wird, bestätigt ihren Verdacht: Sie haben einen einjährigen Wolf aus dem Eis gerettet.

Die Untersuchung zeigt, dass die Kälte dem Wolf stark zugesetzt hat, sein Blutdruck ist viel niedrig. Was auch das beinahe zutrauliche Verhalten des Wildtiers erklären könnte. Die Ärzte behandeln es dann gegen die Unterkühlung und gegen den Schock. Nur wenige Tage später geht es dem Wolf wieder gut.

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Das Tier hat sich gut erholt und bereits 70 Kilometer zurückgelegt

Mit einem GPS-Tracker versehen, um seine Bewegungsmuster zu untersuchen, wird das Tier bald darauf wieder freigelassen. Im Gespräch mit der BBC sagt ein Vertreter von EUPA: „Wir freuen uns sehr über den Ausgang der Rettungsaktion und möchten uns bei allen bedanken – vor allem bei den drei Bauarbeitern, aber natürlich auch bei den Ärzten der Klinik, die keine Angst hatten, einen Wolf zu behandeln und zu pflegen.“

Tage später schreibt EUPA auf der eigenen Facebook-Seite, dass der Wolf mittlerweile 70 Kilometer zurückgelegt habe. „Das Wildtier hat sich offenbar gut erholt von seiner Nahtoderfahrung.“

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