Good News des Tages: Gegen Feuer und Vorurteile – 73-Jährige bei der Feuerwehr

Johannes Giesler
Freier Autor
Lester McInally mit ihren Kollegen bei der Arbeit: Die Rentnerin verteilt dafür die Aufgaben. Foto: Facebook / Columbia Shuswap Regional District

Für Lester McInally ist Alter kein Hindernis – sie kann helfen, also hilft sie. Seit 18 Jahren arbeitet sie ehrenamtlich bei der Bezirks-Feuerwehr. Und trägt dafür Sorge, dass ihre Kollegen nach erfolgreichem Einsatz sicher nach Hause kommen.

Das Alter setzt keine Grenzen, es eröffnet vielmehr neue Möglichkeiten. So sieht es wohl die 73-jährige Lester McInally aus British Columbia, einer Provinz im Westen Kanadas. Seit 18 Jahren arbeitet sie ehrenamtlich bei der „White Lake“-Feuerwehr des Columbia-Shuswap-Bezirks. Sie packt zwar nicht beim Löschschlauch mit an und bekämpft in vorderster Front das Feuer, dennoch sorgt sie – immer in voller Einsatzmontur von Sicherheitsstiefel über Jacke bis zum roten Helm – für die Sicherheit ihrer Kollegen.

Jederzeit bereit: Wenn der Feueralarm losgeht, ist McInally kurze Zeit später in der Zentrale. Von dort aus braust sie als Teil des Teams mit dem Löschzug zum Einsatzort. „Die Arbeit ist ein wichtiger Teil meines Lebens“, sagt sie im Gespräch mit dem Radiosender „CBC“. „Ich mache sie mittlerweile länger, als jeden Schreibtischjob, den ich vorher hatte.“

Zur Feuerwehr für die schnelle Integration

Den Anfang nahm ihre Karriere bei der Feuerwehr, als sie mit ihrem Mann in die Gegend zog. Damals meldeten sie sich umgehend und gemeinsam zum ehrenamtlichen Dienst, um einerseits die Menschen in ihrer neuen Heimat schneller kennenzulernen. Und andererseits, um der Gesellschaft und den Mitarbeitern der Feuerwehr, die ihr Leben der Sicherheit anderer verschreiben, beizustehen.

„Wir wollten damals zur Feuerwehr, weil sie uns alle stets beschützt“, sagt McInally. Ihr Mann ist zwar aus Altersgründen mittlerweile aus dem Dienst ausgeschieden, doch ihre Motivation ist weiter groß – ihr Ziel ist es, zu helfen, solange sie eine Hilfe für ihr Team und die Gesellschaft sein kann.

Dafür hat sie in den vergangenen Jahren viele unterschiedliche Aufgaben übernommen, mittlerweile sorgt sie für die Sicherheit: „Wenn wir zu einem Einsatz gerufen werden, dann überwache ich alles.“ Dafür trägt McInally dann ein Klemmbrett unter dem Arm und schaut nach den Einsatzkräften. „Im Prinzip besteht meine Aufgabe darin, alle Kollegen im Auge zu behalten, dass sie vollzählig sind und am Ende des Tages wieder heil zu ihren Familien nach Hause zurückkehren.“


We want you!

Der älteste Freiwillige bei der White Lake-Feuerwehr quittierte seinen Job übrigens mit 75 Jahren – solange hofft McInally noch dabei zu sein und ihren Teil beizutragen. Sie weiß auch um ihre Vorbildfunktion und ermutigt daher stets den Nachwuchs, unabhängig vom Alter, es ihr gleichzutun: „Ich möchte weitermachen, solange ich meinen Kollegen helfen kann. Wir stellen aber auch jederzeit ein. Und – leider ist das die bittere Wahrheit – jede ländliche Feuerwehr benötigt stets Freiwillige. Nicht nur für die erste Reihe, wenn es um Brandbekämpfung geht. Die sind natürlich auch wichtig. Aber auch für die Reihe dahinter werden immer gute Leute benötigt.“