Good News des Tages: Junge Frau findet mit Pappschild einen Nierenspender

Johannes Giesler
Freier Autor
Die Suche von Lillian Jarjour war besonders schwierig, weil der Nierenspender Blutgruppe 0 haben musste. Die ist selten, macht aber den Träger zum Universalspender. Foto: Symbolbild / gettyimages / uchar

Weil es dem Freund ihrer Mutter immer schlechter geht, denn seine Nieren versagen, entscheidet sich Lillian Jarjour zu helfen. Sie kritzelt einen Spendenaufruf auf einen Pappkarton und klebt ihn in ihr Auto. Schon bald meldet sich eine Frau.

„Alleinerziehender Vater dreier Kinder braucht eine Niere, Blutgruppe 0.“ Darunter die Telefonnummer 586 298 4234. Diesen Aufruf schrieb die mittlerweile 19-jährige Lillian Jarjour vergangenen Sommer auf ein Pappschild und klebte es in das Heckfenster ihres Autos. Damit fuhr sie jeden Tag, um möglichst viel Aufmerksamkeit zu gewinnen, durch ihre Heimatstadt Detroit. Denn dem Freund ihrer Mutter, Ryan Stanford, der schon sein ganzes Leben an der polyzystischen Nierenerkrankung leidet, die früher oder später zum Organversagen führen kann, geht es immer schlechter.

Er war zu dem Zeitpunkt fast hoffnungslos, wie er jetzt im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin Inside Edition erzählt: „Es ging rapide bergab. Ich war immerzu müde, meine Blutwerte sanken, was darauf hindeutete, dass meine Nieren versagten. Ich fühlte mich wie in einer Sackgasse.“ Über die Initiative von Jarjour sagt er: „Sie überraschte mich sehr damit, mir helfen zu wollen.“


„Es machte mir Angst, ihn so zu sehen. Ich wollte nicht, dass es ihm noch schlechter geht. Was mich antrieb, war, dass Ryan meine Mutter so glücklich macht. Er hat ihre Welt verändert“, sagt Jarjour. Nicht lange und es tauchten Fotos von ihrem Pappschild auf Facebook auf, auch auf Twitter wurde ihr Aufruf geteilt. Und so meldete sich im August eine Frau, ebenfalls aus dem Großraum Detroit, sie habe das Schild auf Facebook gesehen und würde gerne helfen. Sie wolle sich testen lassen, ob sie als Spenderin infrage komme.

Sie möchte zwar unerkannt bleiben, doch im Interview ohne Kamera spricht sie über ihre Beweggründe: „Ich spende seit vielen Jahren Blut und ein Freund aus der High School hat auch mal eine Niere gespendet bekommen. Seither dachte ich mir, wenn sich die Gelegenheit bietet, dann würde ich das auch machen.“

Und tatsächlich, die Werte passen, sie kommt als Spenderin in Betracht. Also vereinbarte sie ein Treffen mit Stanford und Jarjours Mutter Noell. „Noell fing sofort an zu weinen und wir umarmten uns und plauderten dann ewig über alles Mögliche. Es war wirklich fantastisch, sie kennenzulernen“, sagt die Spenderin.

Mittlerweile haben sich beide sehr gut erholt, die Transplantation verlief ohne Komplikationen. Zwar steht Stanford noch unter Quarantäne, aber die kann er zuhause absitzen. Die Spenderin sagt: „Wir haben uns nochmal getroffen und es war wirklich schön, zu sehen, wie gut er auf die Operation reagiert und sie weggesteckt hat.“