Good News des Tages: Junge mit Autismus wird zu seinem Geburtstag überrascht

Johannes Giesler
Freier Autor
Tricks mit dem Skateboard hat der 13-jährige Gavin Mabes dem fünfjährigen Carter Bruynell noch keine beigebracht. Dennoch hatte Carter einen ganz besonderen Geburtstag mit seinem neuen Freund. Foto: Symboldbild / gettyimages / lzf

Carter ist fünf Jahre alt, er hat ADHS und ist Autist. Deshalb meidet er Räume mit vielen Menschen. Doch an seinem fünften Geburtstag sieht er sich plötzlich umringt von lauter Jugendlichen. Die schenken ihm ein ganz besonderes Gefühl: Zugehörigkeit.

Es ist Carter Bruynells fünfter Geburtstag. Er feiert ihn mit seiner Mutter auf dem Skatepark in South Brunswick, seinem Heimatstädtchen im US-Bundesstaat New Jersey. Neben seiner Mutter ist auch seine Verhaltenstherapeutin dabei, denn Carter hat ADHS. Er kann sich nicht lange konzentrieren und wird leicht unruhig. Außerdem ist er Autist, allerdings in einer Ausprägung, die ihn fast normal mit seiner Umwelt interagieren lassen. Sofern nicht zu viele Eindrücke gesammelt auf ihn einprasseln.

Eine ganz neue Erfahrung für alle Beteiligten

Carter fühlt sich unwohl in großen Menschenmassen, vor allem wenn Ältere um ihn herum sind. Deshalb fährt er an seinem Geburtstag lieber allein auf seinem Roller, mit seinem türkisfarbenen Helm, über die kleinen Rampen des Parks. Da kommt eine Gruppe Jugendlicher. Carters Mutter Kristen ist schon dabei, ihre Sachen zusammenzupacken, um zu gehen. Da steuert die Gruppe auf sie und ihren Sohn zu.

„Sie überraschten mich wirklich. So eine Erfahrung haben wie bislang nicht gemacht“, sagt Kristen später im Gespräch mit „CBS“. Was sie in dem Moment erwartet: Jugendliche, die sich gegenseitig anstacheln, Jugendliche, die schnell grausam sein können zu einem Jüngeren. Was wirklich passiert: Der 13-jährige Gavin Mabes, der die Jugendlichen anführt, will keinen Streit anfangen, sondern Freundschaft. Er bietet an, mit Gavin zu spielen.

Zum Dank gibt es Eis und Pizza

„Gavin ist mit meinem Sohn dann über den ganzen Park gelaufen und hat ihm alles gezeigt, er hat ihm das Gefühl gegeben, dazuzugehören. Und die anderen folgten seinem Beispiel. Sie haben sogar zusammen ‚Happy Birthday‘ für Carter gesungen. Das hat mich wirklich umgehauen“, sagt Kristen. Gavin lässt den kleinen Carter auf seinem Miniskateboard fahren. Der plumpst zwar gleich auf seinen Hosenboden, aber Gavin hilft ihm wieder auf – und weiter geht’s. So verbringen sie den Mittag zusammen und feiern Carters Geburtstag.

Hinter dem Skatepark liegt direkt die örtliche Polizeistation, ein Beamter sieht die gute Tat und kommt daraufhin angelaufen. Er sagt: „Zum Dank für euren Einsatz besuchen wir euch nächste Woche in der Schule und schmeißen eine Pizzaparty für alle.“

Von Mutter zu Mutter: toller Job!

Auch Kirsten, die den Jugendlichen direkt eine Runde Eis spendiert hat, bedankt sich am selben Abend in einem langen Facebook-Beitrag auf der offiziellen Seite der Stadt South Brunswick bei den Mädchen und Jungs und deren Eltern. Sie schreibt: „Ihr wart wirklich unglaublich. Ich kann es noch immer nicht fassen, wie freundlich und zuvorkommend ihr euch alle gegenüber einem komplett fremden Jungen verhalten habt. Vielen Dank auch an eure Eltern, sie haben einen tollen Job gemacht.“

Donette Mabes, Gavins Mutter, dachte sich schon immer, dass ihr Sohn ein Guter sei – wer denkt das nicht von seinem Kind? Doch als sie die Kirstens Video-Aufnahmen aus dem Skatepark sieht, ist sie zutiefst gerührt. Unter Tränen sagt sie: „Man weiß ja nie, wie sich die eigenen Kinder verhalten, wenn man nicht dabei ist. Aber ich bin wirklich sehr stolz auf ihn. Das hat er toll gemacht.“