Good News des Tages: Kaution für rasenden Vater hinterlegt

Die Polizei ist ihm dicht auf den Fersen: Darius Hinkle hat zwischendurch 160 Sachen drauf, als er mit seiner Tochter ins Krankenhaus rast. Sie hat eine Münze verschluckt und droht zu ersticken. Foto: Symbolbild / gettyimages / kali9

Darius Hinkle bricht zahlreiche Verkehrsregeln, während er mit seiner Tochter ins Krankenhaus rast. Die hat sich an einer Münze verschluckt und bekommt kaum noch Luft. Dort angekommen, wartet jedoch die Polizei und verhaftet ihn. Doch wenig später ist er wieder frei. Doch wer hat die Kaution für ihn bezahlt?

Die einjährige Damani hat sich an einer kleinen Münze, einem Penny, verschluckt. Sie bekommt kaum noch Luft, ihre Eltern müssen schnell handeln. Anstatt den Notruf zu wählen und auf den Krankenwagen zu warten, packt Darius Hinkle seine Tochter und seine Partnerin Donecia Pittmann, sie rennen zum Wagen und geben Gas.

Die Polizei will den Raser einfach nur verhaften

Er rast durch seine Heimat Centreville, eine Kleinstadt im US-Bundesstaat Illinois, geradewegs in Richtung Krankenhaus. Kurzzeitig beschleunigt er dabei auf 160 Kilometer pro Stunde. Ob er zwischendurch an Ampeln hält, gibt die Polizei später nicht zu Protokoll. Nur, dass Hinkle unterwegs zahlreiche Verkehrsregeln bricht und sich seiner Festnahme widersetzt. Denn schnell haften an Hinkles Heck „eine handvoll“ Polizeiwagen von verschiedenen Behörden, alle mit blinkenden Sirenen. Der denkt aber nicht daran, anzuhalten.

Zumindest nicht, bevor er sein Ziel erreicht. Doch da warten weitere Einsatzkräfte auf die Familie. Sofort als sie aussteigt, ruft Pittmann ihnen mit erhobenen Händen zu: „Mein Kind erstickt.“ Immer wieder wiederholt sie diesen einen Satz. Doch, wie sie später dem Regionalsender „Fox2“ erzählt, zeigen die Beamten überhaupt kein Interesse daran. Sie wollen den Fahrer verhaften und lassen sich darin nicht beirren. Zu allem Überfluss hat Hinkle keinen gültigen Führerschein – dass er das „Leben seiner Tochter retten wollte“, ist kein Argument. Er wird abgeführt.

Währenddessen kümmern sich Ärzte des Touchette Regional Krankenhauses um Damani. Schnell geht es ihr wieder gut und sie wird entlassen. Doch die größte Überraschung sollte jetzt erst folgen. Pittmann fährt ins Gefängnis, um nach ihrem Partner zu sehen.

„Ich kann nicht zulassen, dass ihr etwas passiert“

Als sie ankommt, bemerkt sie eine Frau, die gerade die Kaution für ebendiesen bezahlt. Die erzählt, sie sei eine Krankenschwester im Touchettes, sie habe die ganze Geschichte um die Verhaftung gehört und mit ihren Kollegen Geld gesammelt, um die Kaution zu stellen.

„Ich konnte ihr gar nicht genug danken“, sagt Pittmann später. „Sie waren so hilfsbereit und haben uns unterstützt von dem Moment an, als wir vor ihrem Krankenhaus hielten.“ Auch Hinkle ist erleichtert, wieder auf freiem Fuß sagt er: „Ich wollte doch nur meine Tochter so schnell wie möglich ins Krankenhaus bringen. Ich kann nicht zulassen, dass ihr etwas passiert.“

Unter einem Facebook-Beitrag über die Rettungstat fallen die Reaktionen ebenfalls positiv aus. So schreibt etwa Lisa Sanchez: „Man wird immer alles versuchen, um das eigene Kind zu retten.“ Shawn D. Young-Monroe sieht es ähnlich: „Die durchschnittliche Ankunftszeit für einen Krankenwagen liegt im Schnitt bei acht Minuten. Bis das Gehirn eines Kleinkindes aber Schäden durch Sauerstoffmangel davonträgt, dauert es fünf Minuten oder weniger. An alle Eltern: Was zählt mehr? Der Führerschein oder das eigene Kind zu retten?“ Zuletzt schreibt noch Amber Jason Kupfenstiner: „Die Krankenschwestern sind einfach fantastisch. Der Vater hätte hingegen nie verhaftet werden dürfen.“