Good News des Tages: Polizei verteilt wegen kaputter Scheinwerfer Gutscheine statt Strafzettel

Johannes Giesler
Freier Autor
Im amerikanischen Oxford verteilen die Polizisten keine Strafzettel, wenn ein Autofahrer mit defekten Scheinwerfern fährt – sondern einen 25-Dollar-Gutschein für die Reparatur. Foto: Symbolbild / gettyimages / Steve Debenport

Im amerikanischen Oxford verteilt die Polizei Gutscheine an Verkehrsteilnehmer mit defekten Scheinwerfern und keine Strafzettel. Damit können sie in vier Werkstätten ihre durchgebrannten Glühbirnen austauschen lassen.

Wer in Oxford, ein Städtchen ganz im Norden des Bundesstaats Missouri, von der Polizei angehalten wird, braucht keinen Strafzettel zu fürchten. Zumindest nicht wegen eines defekten Lichts. Stattdessen händigen die Beamten sogar einen Gutschein aus für die nötige Reparatur. Dahinter steckt das „We Care Program“ der ansässigen Polizeidirektion. In Zusammenarbeit mit vier Werkstätten wurden so 12.500 Dollar gesammelt und in 500 Gutscheine mit einem Wert von je 25 Dollar verwandelt. Die verteilen Streifenpolizisten fortan an Bewohner mit kaputten Scheinwerfern am Auto, damit diese wieder sicher am Verkehr teilnehmen können.

Sieben Monate, um das Programm zu entwickeln

„Unser Ziel ist, dass die Bürger ein sicheres Fortbewegungsmittel haben, um zur Arbeit zu gelangen“, sagt Joey East im Gespräch mit Fox News. East ist der Polizeichef in Oxford. Ganz so einfach „verscherbeln“ die Polizisten ihre Gutscheine aber nicht. Bei jedem Fall überprüfen sie zuerst, ob das Fahrzeug ordnungsgemäß zugelassen, die Versicherung aktuell und der Führerschein gültig ist. Trifft aber alles zu und nur der Scheinwerfer ist defekt, dann gibt es keine Verwarnung oder eine Geldbuße – sondern den 25-Dollar-Gutschein.


„Damit können die Fahrzeughalter dann zu einem unserer lokalen Partner gehen und die ersetzen die Glühbirne sozusagen gratis“, sagt East. Eine der vier teilnehmenden Werkstätten ist der „Southland Body Shop“, ihr Besitzer Ronnie Harwell hatte die Idee für das „We Care Program“. Er arbeitete fast sieben Monate daran, die Partner zu finden, das Geld aufzutreiben und die Polizei mit ins Boot zu holen. Er sagt: „Ich dachte, das Programm würde unserer Stadt weiterhelfen. Viele Geschäfte und Unternehmen beteiligten sich deshalb daran.“

Schon 30 Gutscheine unter das fahrende Volk gebracht

Ein Beweggrund für Harwell war, dass er aus eigener Erfahrung wusste: „Niemand nimmt sich die Zeit, um das eigene Auto herumzugehen und alle Scheinwerfer zu überprüfen. Nicht mal ich. Wieso sollte dafür jemand bestraft werden?“

Seit das Programm angelaufen ist, hat die Polizei rund 30 Gutscheine verteilt. Innerhalb eines Monats können sie eingelöst werden. Immerhin zehn Autobesitzer nutzten das Angebot bereits. Sobald es keine Gutscheine mehr gibt, endet auch das „We Care Program“. Harwell hofft, dass noch viele Einwohner aus Oxford die Möglichkeit nutzen, denn „es gibt zu viele, die statt eines Strafzettels viel eher Lebensmittel oder die Stromrechnung bezahlen müssen.“