Good News des Tages: Polizist spielt mit Kindern, um ihnen die Angst zu nehmen

Johannes Giesler
Freier Autor
Brandon Fleming liegt auf dem Boden und spielt mit Puppen. Er möchte den beiden Mädchen die Angst vor Polizisten nehmen. (Foto: privat / Facebook / Iesha Roper Boswell)

Den kleinen Extra-Schritt, um etwas Positives zu bewirken – den geht Polizist Brandon Fleming beinahe jeden Tag im Dienst. Doch dieses Mal filmte ihn dabei eine Mutter, so bekommt der Alltagsheld den längst verdienten Dank.

Ein Polizist aus South Hill, einem Städtchen im Bundesstaat Virginia, erlangte vergangene Woche große Berühmtheit. Eine Mutter filmte ihn dabei, wie er auf dem Straßenboden liegend mit ihren Kindern spielte. Dabei war der 42-jährige Brandon Fleming Minuten zuvor wegen eines Gaslecks zum Großeinsatz in die Wohnsiedlung beordert worden. Doch das stellte sich glücklicherweise nicht als Bedrohung heraus, also machte er das beste aus der Situation – und nahm den Kindern spielend die Angst.

“Wir nennen ihn den Batman von South Hill.” Diesen Superhelden-Vergleich zieht Iesha Roper-Boswell, sie hatte die kurze Szene auf der Straße gefilmt, zugunsten Flemings. “Er ist fantastisch.” Im Gespräch mit dem Regional-Sender WTVR erzählt sie, wie Fleming nach dem Alarm zunächst alle Anwohner in Sicherheit wissen wollte, um dann ein wenig mit ihr zu plauschen. “Da erzählte ich ihm, dass meine Tochter und meine Nichte und einige der anderen Kinder hier Angst vor Polizisten haben.”

Er kann auch ein Rad schlagen

Als Fleming die Kinder auf der Straße entdeckte, ging er, ohne zu zögern, zu ihnen. Er legte sich dazu, erst zu ein paar Jungs, die mit Kreide malten, später zu den beiden Mädchen und ihren Puppen. So lag der Polizist dann da, bäuchlings, und machte es sich mit gekreuzten Beinen bequem. Ganz wie ein Kind.

Dieses einfühlsame Handeln, weit über die nackte Jobbeschreibung seines Berufs hinaus, macht Fleming aus. Seit Jahren schon ist er bekannt dafür, ein Vorbild und Mentor für Kinder zu sein, er versucht immer wieder, mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Aktuelle Spiele oder Freizeitbeschäftigungen, sogar die Lieblings-Zeichentrick-Charaktere erfragt er dann. Dazu kommt, dass Fleming ein nicht ganz so geheimes Talent hat: Er kann fast so gut Radschlagen wie die Kinder. Auch das macht er manchmal vor.

Ein positiver Einfluss – das ist alles, was zählt

“Es ist wirklich erstaunlich, was für eine Bindung er mittlerweile zu einigen der Kinder und Jugendlichen aufgebaut hat”, sagt Roper-Boswell. “Wenn sie ihn sehen, kommen sie alle angelaufen. Ein Polizist zum Vorbild, das ist es, was sie brauchen.” Fleming selbst ist Vater von sechs Kindern, zwei davon sind adoptiert – er ist also sehr erfahren im Umgang mit den Jüngsten der Gesellschaft.

Dazu kommt, dass er einen sehr hohen Maßstab an seine mittlerweile 15-jährige Polizeiarbeit legt: Integrität und Großzügigkeit möchte er als zentrale Werte vermitteln, erzählt er gegenüber WTVR. Deswegen sei es ihm auch wichtig, dass die Kinder in seiner Zuständigkeit wissen, dass er als Polizist nicht nur für alles “Schlechte” zuständig sei, sondern auch für das “Gute”.

“Ich wusste immer, dass es nicht nur um Strafzettel geht oder darum, ständig Menschen zurechtzuweisen. Wenn ich dazu beitragen kann, den Tag von irgendjemand ein kleinwenig besser zu machen, dann ist das alles, was zählt”, sagt Fleming.

Eine weitere Eigenschaft, die Fleming ziert, ist Bescheidenheit. Das zeigt er im Angesicht der großen Aufmerksamkeit, die ihm seit dem viralen Video Roper-Boswells zuteil wird. Er sagt: “Das ist mehr Anerkennung, als ich verdiene. Wer spielt nicht gern mit Kindern? Es ist meine Lieblingsbeschäftigung und sie waren außerordentlich freundlich zu mir. Dafür bin ich dankbar.” Doch er weiß auch um die Bedeutung seiner vielen kleinen und guten Taten: “Als Katalysator für junge Menschen, unabhängig von Ethnie, Hautfarbe, Glauben und Religion, kann ich vielleicht eine positive Veränderung bewirken.”

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