Good News des Tages: Tot geglaubter Vater nach 26 Jahren wieder aufgetaucht

Maria Timtschenko
Freie Journalistin
Nach 26 Jahren wieder vereint. Wie auf diesem Symbolbild trifft auch Ronnie Rudolph seine Familie im hohen Alter wieder. (Symbolbild: GettyImages/Maskot)

26 Jahre sind vergangen seit Familie Rudolph ihren Vater und Bruder Ronnie zuletzt gesehen hat. Er sei an einem Herzinfarkt gestorben, teilte man ihnen damals mit. Doch nun haben sie ihn nach langer Zeit wieder gefunden – lebend.

1992 sah Juanita Elliot ihren Bruder Ronnie Rudolph zum letzten Mal. Damals trafen sie sich in Paducah, Kentucky, bei der Beerdigung ihres Vaters. Doch Juanita war verheiratet, hatte Kinder. Sie war eingespannt in ihrem Alltag und verlor nach und nach den Kontakt zu ihrem jüngeren Bruder.

Der war nach der Scheidung von seiner Frau erst nach Illinois gezogen, später dann aber nach Lebanon in Tennessee, um dort in einem Betonwerk zu arbeiten. Seine Tochter Janie Rudolph rief ihn ab und zu auf der Arbeit an. Ihr letzter Anruf änderte alles. “Man teilte mir einfach mit, dass er einen Herzinfarkt gehabt hatte und gesundheitliche Probleme und, dass er verstorben sei.” Janie sah keinen Grund, daran zu zweifeln, sie stellte keine Nachforschungen an. “Ich bin umgezogen, hatte meine eigene Familie und kein Geld. Ich hatte das Gefühl, ich kann sowieso nichts tun”, sagt sie in einem Interview mit NewsChannel 5.

“Als ich keine Sterbeurkunde fand, fing ich an, mich zu wundern”

Nachdem Janie ihre Geschwister und andere Angehörige informiert hatte, vergingen 26 Jahre. Erst als vor vier Monaten ihre Mutter starb und Janie nach der Sterbeurkunde ihres Vaters suchte, aber keine fand, fing sie an sich zu wundern. “Wir dachten, dass er dann vielleicht doch noch am Leben ist.”

Also rief Janie die alte Arbeitsstelle ihres Vaters an, kontaktierte alle Freunde und Bekannte und fand schließlich heraus, dass ihr Vater noch am Leben war – und immer noch in Lebanon lebte. Janie erinnert sich: “Ich war total schockiert. Es fühlte sich an, wie in einem Traum” Und auch die Schwester ihres Vaters, Juanita Elliot, konnte ihr Glück nicht fassen: “Ich bin 84 und er ist erst 72. Wenn jemand tot sein sollte, dann ja wohl ich”, scherzt sie.

Janie rief ihren Vater an, der bereits zwei Schlaganfälle hinter sich hatte und dem es schwer fiel zu sprechen. Aber, so erinnert sich Janie, er sei ebenso geschockt gewesen, habe allerdings auch gesagt, dass er damals dachte, niemand wolle mehr Kontakt zu ihm. Am Black Friday, dem vorletzten Freitag im November, arrangierte die Tochter von Ronnie Rudolph ein Treffen in dessen Haus.

 

Dorthin kam nicht nur sie, sondern auch Ronnies andere Kinder, seine Schwester, seine Enkel und Urenkel. Das emotionale Wiedersehen hat Janie von der Kamera begleiten lassen. Man sieht ihr die Aufregung vor dem Treffen mit ihrem Vater an. Als sie ihn umarmt, wiederholt sie ganz beseelt: “Ich liebe dich, ich liebe dich.”

Fast 30 Jahre gingen ins Land bevor eine Tochter ihren Vater wiederfand, eine Familie ihr Mitglied. Eine Zeit, die nachdenklich macht, wie schnell man heutzutage den Kontakt untereinander verliert, weil man mit sich selbst zu viel zu tun hat, die eigene Familie oder die Arbeit einen in Schach hält und man den Rest völlig außen vor lässt. Die Geschichte der Familie Rudolph zumindest, endete im Happy End. Ronnie hat nun vier Enkel und neun Urenkel.

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