Good News des Tages: Wohltätiges Paar gibt sich Ja-Wort und packt 22.000 Mahlzeiten für bedürftige Kinder

Johannes Giesler
Freier Autor
Ihre Hochzeitsgäste formten sogar einen Bogen aus Schöpfkellen für die frisch Vermählten. (Bild: privat / Feed My Starving Children)

Wie viel eine gute Idee und ein selbstloses Paar erreichen können, zeigt die Geschichte von Chara Juneau und Adam Claude. Die beiden Amerikaner nutzten ihre Hochzeit und die Hilfe ihrer Gäste, um Mahlzeiten für 60 Kinder in Sierra Leone für ein ganzes Jahr lang zu verpacken.

Sie wollten nicht im Mittelpunkt stehen, auch nicht am Tag ihrer Hochzeit. Sondern denen Aufmerksamkeit widmen, die es am meisten benötigen – denn das machen die beiden schon lange so: Chara Juneau und Adam Claude engagieren sich regelmäßig für die Wohltätigkeitsorganisation “Feed My Starving Children” (FMSC – etwa: Speise meine hungrigen Kinder), sie sammeln Geld für Zutaten, bereiten und verpacken Mahlzeiten und schicken sie in Krisenregionen.

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Und dieser Überzeugung treu zu bleiben, das war der Grund für das Paar, auch ihre Hochzeit mit 70 Gästen in den Räumen der Wohltätigkeitsorganisation zu feiern. Doch es kam ganz anders, denn die Medien berichteten über die selbstlose Geste und stellten die beiden frisch Verheirateten ins Rampenlicht. Seither freuen die sich über großen Zuspruch für ihre Hochzeits-Spendenaktion. Doch von Anfang an.

Claude und Juneau tauschen vor 70  geladenen Gästen ihre Schwüre aus. (Bild: privat / Feed My Starving Children)

Claude, ein IT-Berater aus Minnesota, organisiert regelmäßig Wohltätigkeitsveranstaltungen in Coon Rapids, bei denen über 150 Freiwillige Mahlzeiten für bedürftige Kinder verpacken. Vor zwei Jahren zieht Juneau in dieselbe Gegend, eine gemeinsame Freundin lädt sie wenig später ein zu Claudes Event. Doch Juneau muss absagen, sie will für ihre schwangere Schwester da sein. “Sie sagte mir daraufhin, ich solle sie weiter einladen”, erzählt Claude im Gespräch mit Yahoo Lifestyle. Natürlich macht er das.

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Hochzeit soll kein Geld kosten, sondern Geld verdienen

Ihre erste Begegnung findet aber woanders statt: in ihrer gemeinsamen Kirche. Claude erkennt seine Zukünftige anhand ihrer Facebook-Bilder und spricht sie an. Sie verbringen fortan viel Zeit zusammen und sind bald ein Paar. “Wir lernten uns also nicht auf einer Veranstaltung von FMSC kennen, sondern eher durch FMSC”, sagt Claude. Weil sie durch die Wohltätigkeitsorganisation verbunden sind, haben sie dort auch Dates, selbst an einem Valentinstag wollen sie dort Gutes tun.

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Doch auch, als in ihnen der Gedanke einer Hochzeit reift, auf die Idee, diese ebenfalls bei FMSC zu feiern, kommen die beiden nicht. Erst eine gemeinsame Freundin und Mitarbeiterin der Organisation stößt sie darauf und rennt offene Türen ein.

Statt eines Hochzeitstanzes verpackten Claude und Juneau 22.000 Mahlzeiten. (Bild: privat / Feed My Starving Children)

Doch der Zufall – oder besser das Glück – bringt die Planungen nochmals durcheinander. Claude gewinnt im November eine Reise auf die Jungferninseln. “Wir dachten, das wären tolle Flitterwochen” – doch der Flug ist bereits Anfang Januar. Was also machen? Den Flug verlegen? Nein. Die Hochzeit vorziehen! Spontanität ist gefragt, genau das kommt den beiden Verlobten gerade Recht. Mit einer Feier bei FMSC können sie nicht nur Geld sparen, sondern sogar sammeln: “Ich wollte unser gemeinsames Leben nicht mit Schulden beginnen. So war es eine großartige Möglichkeit, Geld zu verdienen – anstatt Tausende von Dollar auszugeben, konnten wir Tausende von Dollar sammeln.”

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Der glücklichste Tag im Leben – für viele Menschen mehr

Claude richtet eine Hochzeits-Spendenaktion ein, mit dem ambitionierten Ziel von einer Million Dollar. Unmöglich ist das nicht: Bisher hat das Paar bereits 117.000 Dollar gesammelt. Und auch auf ihrer Hochzeit selbst, am Neujahrstag, bleibt sich das Paar treu. Nachdem sie ihre Treueschwüre ausgetauscht haben, verzichten sie auf den Hochzeitstanz. Stattdessen streifen sie Haarnetze über und packen Mahlzeiten ein für bedürftige Kinder in Sierra Leone. Auch ihre Gäste beteiligen sich rege, am Ende haben sie so 22.000 Mahlzeiten für die weite Reise vorbereitet. Damit werden 60 Kinder ein Jahr lang satt.

Mittlerweile spenden auch anonyme Menschen dem guten Zweck von Claude und Juneau, die von der Kraft und der Überzeugung der beiden gerührt sind. “FMSC verwendet Spenden von Menschen (wie Ihnen), um Essenszutaten zu finanzieren, wo Freiwillige (wie ich) diese dann handverpacken”, erklärt Claude auf der aufgesetzten Spendenseite die Arbeit der Wohltätigkeitsorganisation. “Die Mahlzeiten werden an Orte geliefert, die dringend Nahrung benötigen.” Das Paar hat damit ihren glücklichsten Tag des Lebens genutzt, um viele andere Menschen glücklich zu machen.

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