Google bezahlt Passanten für Gesichts-Scan

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

In den USA sind derzeit Mitarbeiter von Google unterwegs, um Menschen auf der Straße einen Deal anzubieten: Wer mit einem speziellen Smartphone sein Gesicht scannen lässt, bekommt dafür einen Gutschein im Wert von 5 Dollar. Doch wofür braucht Google die Daten?

Google möchte anscheinend seine Gesichtserkennung verbessern. (Bild: Getty Images)

Man könnte meinen, wer regelmäßig im Netz und den Sozialen Medien unterwegs ist, hat seine Seele in Form von Daten ohnehin schon längst verloren und verkauft. Sie sind ganz einfach der Preis dafür, dass man bestimmte Dienste umsonst nutzen kann. Und doch ist Google derzeit bereit, für bestimmte Daten zu bezahlen.

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Bewegung, bitte!

Konkret handelt es sich dabei um Scans von Gesichtern und alltäglichen Bewegungsabläufen. Die Website “ZDNet“ zum Beispiel berichtet, dass Mitarbeiter des Tech-Konzerns derzeit Passanten in New York ansprechen, denen sie nach deren Zustimmung ein nicht näher bestimmtes Smartphone in die Hand drücken. Damit scannen die Passanten selbst zuerst ihren Kopf und führen dann bestimmte Bewegungen aus. Dafür bekommen sie einen 5-Dollar-Gutschein, den sie bei Amazon oder Starbucks einlösen können.

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Wofür braucht Google die Daten?

Offiziell ist nicht bekannt, was Google mit den Daten anfängt. Jedoch liegt es nahe, dass Google dadurch ein Problem beheben möchte, dass bei Smartphone-Nutzern immer wieder auftritt. Zur Entsperrung des Smartphones nutzen viele User eine Face ID, hinter der eine Gesichtserkennungssoftware steckt, die allerdings eine Sicherheitslücke aufweist.

Zum Entsperren reicht es, ein Foto des Besitzers vor die Linse zu halten. Branchenkenner gehen deswegen davon aus, dass Googles neues Pixel-4-Smartphone mit einer deutlich verbesserten Gesichtserkennung auf den Markt kommen soll. Diese soll so sicher sein, dass Nutzer damit auch bestimmte Dienste wie zum Beispiel die Flugreiseabwicklung nutzen können.

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