Gründer geht leer aus: Kein Geld für die Asphaltkind-Dachbox von Cropfiber

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Für seine Auto-Dachbox wurden Nils Freyberg bei „Die Höhle der Löwen“ 230.000 Euro zugesagt. Daraus wurde nichts
Für seine Auto-Dachbox wurden Nils Freyberg bei „Die Höhle der Löwen“ 230.000 Euro zugesagt. Daraus wurde nichts

In der Show lief fast alles reibungslos. Die DHDL-Investoren sind einstimmig von Cropfiber-Gründer Nils Freyberg, seinem jungen Mitarbeiter Tiado Janis Pieperhoff und der Asphaltkind-Dachbox begeistert. Nico Rosberg und Carsten Maschmeyer versprechen, die geforderten 230.000 Euro für 25,1 Prozent der Firmenanteile zu zahlen. Doch das Geld hat Freyberg nie gesehen.

Der Deal platzt etwa acht Wochen nach Aufzeichnung der Sendung im Frühjahr 2021. Die Löwen sollen gegenüber Freyberg mit der Begründung ausgestiegen sein, dass die Risiken zu groß seien. „Ehrlicher Weise muss ich sagen, dass wir wirklich zu früh dran waren und viele Fragen zum Patent und der Box-Auslieferung noch offen waren“, sagt Freyberg gegenüber Gründerszene. Dies bestätigten die Löwen auf Anfrage: Das Material kann nicht patentiert werden. Auch im technischen Bereich sind noch einige Herausforderungen zu lösen“, so Maschmeyer und Rosberg in einem gemeinsamen Statement. Man stehe aber weiterhin in Kontakt mit den Investoren, so der Gründer.

Autokonzerne sollen am Material interessiert sein

„Mit der Dachbox wollten wir erstmal Aufmerksamkeit erregen“, sagt Freyberg. Die ersten Leichtbau-Dachboxen sollen zum Ende des Jahres ausgeliefert werden. Gefertigt wird in Dortmund, von einem vierköpfigen Team. Bisher hat das Startup noch keine nennenswerten Umsätze gemacht. Der Gründer hofft nun auf weitere Vorbestellungen durch die Sendung. Doch eigentlich steht der Faserverbundwerkstoff aus Flachs im Mittelpunkt seines Unternehmens Cropfiber. Anders als Carbon soll der Verbundwerkstoff des Startups CO2-neutral sein.

Aus der Faser lassen sich auch Spiegelkappen, Heckspoiler oder Fronthauben herstellen. Erste Autohersteller seien ebenfalls auf das Startup zugekommen, so Freyberg. Die Autokonzerne nehmen allerdings nur baufertige Produkte ab. Soweit ist das Startup noch nicht.

Auf das Material selbst lässt sich kein Patent anmelden. Das Startup kauft die Fasern an und versetzt sie unter einem Vakuum mit Harz. Die Herausforderung bestehe darin, das Material sowohl resistent gegen UV, Feuchtigkeit und Feuer zu machen, erklärt der Gründer. Außerdem gehe es darum, wie etwaige Reparaturen vorgenommen werden können. „Auf die Schutzschicht wollen wir ein Patent anmelden“, kündigt Freyberg an.

Auf die Dachbox folgt die Wallbox

Im ersten Anlauf werden allerdings Gehäuse für heimische Ladestellen fürs E-Auto hergestellt, sogenannte Wallboxen. Hier gehe es nicht um die Leichtbauweise, sondern um die Nachhaltigkeit des natürlichen Werkstoffs und die Stabilität, so der Gründer. Ein Partner liefert das Innenleben der Box. 2.000 Stück sollen im Jahr hergestellt werden.

„Wenn wir in der Automotive-Branche wirklich Fuß fassen wollen, benötigen wir Kapital“, sagt Freyberg. Er ist noch immer hundertprozentiger Anteilseigner seiner Firma. Ein potenzieller Investor sei derzeit im Rennen, der signalisiert habe, zu einer ähnlichen Bewertung einsteigen zu wollen.

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