Gras wirkt während deiner Tage schwächer – wieso das so ist

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Wenn du den Eindruck hast, dass du genau zu der Zeit ein bisschen mehr kiffen musst, wenn du das High am meisten brauchst – ja, während dieser besonders krampfigen Tage deiner Periode –, bildest du dir das vermutlich nicht ein. Viele Menstruierende bemerken, dass Gras super gegen die Müdigkeit, Stimmungsschwankungen und Schmerzen hilft, die oft mit PMS und Periode einhergehen. Deine monatlichen Hormonveränderungen können allerdings dafür sorgen, dass die Wirkung des Marihuanas in unterschiedlichen Zyklusphasen unterschiedlich stark ausfällt – und leider gerade während der Menstruation besonders schwach bleibt.

„Vielleicht verlässt du dich auf Weed, um mit einer Krebsbehandlung, Fibromyalgie oder chronischen Schmerzen klarzukommen. Wenn du dir dann noch gleichzeitig den Kopf über deine Periode zerbrechen musst, kann das kompliziert und frustrierend werden“, meint Dr. Rachel Knox, Mitbegründerin von TheCannaMDs und der American Cannabinoid Clinics. „An manchen Punkten im Menstruationszyklus kann das Cannabis eine potentere Wirkung haben. Viele Frauen machen diese verschiedenen Erfahrungen mit Cannabis, ohne zu erkennen, dass ihr Menstruationszyklus ihnen – mal wieder – das Leben erschwert.“

Wie bei so vielen andere Aufs und Abs, die wir aus hormoneller Sicht im Laufe des Monats durchleben, hängt hier alles vom Östrogen ab. Das wirkt sich nicht bloß direkt auf die Potenz vom Cannabis aus, sondern beeinflusst außerdem, wie die körpereigenen Cannabinoide wirken, erklärt Dr. Knox. Zuallererst hilft Östrogen nämlich dabei, die stärkste psychoaktive Verbindung im Weed – das Tetrahydrocannabinol (THC) – in einen Stoff aufzubrechen, der im Körper noch stärker wirkt. Sprich: Wenn dein Östrogenspiegel hoch ist, stellt sich dein Körper beim Zersetzen vom THC besser an und reduziert damit die Menge an Cannabis, die du brauchst, um high zu werden.

Östrogen hat außerdem eine andere wunderbare Eigenschaft, die dir dabei helfen kann, dich ruhig und zufrieden zu fühlen – ganz ohne Gras. Genauer gesagt: Östrogen erschwert es einem bestimmten Enzym, der Fettsäureamid-Hydrolase (FAAH), seinen Job zu machen. Normalerweise zersetzt die FAAH das sogenannte Anandamid – ein Cannabinoid, das dein Körper selbst herstellt. Wenn also mehr Östrogen durch deinen Körper strömt, blockiert es diese Zersetzung und lässt das Anandamid in Ruhe, wodurch Symptome wie Unruhe und Depression gemildert werden. Fun Fact: Eine Verbindung im Marihuana, das sogenannte CBD, blockiert ebenfalls die FAAH. Östrogen wirkt also ähnlich wie CBD, erklärt Dr. Knox.

Aber bedenke: Während deiner Periode ist dein Östrogenspiegel am niedrigsten. Während du also die letzten Züge vom PMS durchlebst und dich vielleicht sogar gleichzeitig mit Müdigkeit und Krämpfen rumschlägst, brauchst du mehr THC als zu anderen Zeiten im Monat, um denselben beruhigenden Effekt zu erzielen, nach dem du dich so sehnst. Das liegt daran, dass der niedrige Östrogenspiegel bewirkt, dass das Gras nicht so potent ist wie sonst und du zusätzlich nicht mal den Extra-Anandamid-Boost bekommst. Nervig, oder?

Sobald deine Periode vorbei ist, empfiehlt Dr. Knox allerdings, deine THC-Zufuhr ein bisschen zurückzuschrauben, weil du dank deines steigenden Östrogenspiegels nicht mehr so viel davon brauchst, um high zu werden. Wenn du hormonell verhütest, gilt all das aber übrigens nicht für dich; deine monatlichen Hormonschwankungen werden nämlich durch synthetische Hormone kontrolliert, weswegen deine Reaktion auf Cannabis im Laufe deines Zyklus deutlich einheitlicher ausfallen dürfte.

In jedem Fall empfiehlt Dr. Knox, deinen Zyklus sowie deinen Graskonsum zu tracken und darauf zu achten, wie viel THC und CBD dein Cannabis enthält. Menstruierenden rät sie, mit Marihuana zu unterschiedlichen Zeiten im Zyklus herumzuexperimentieren, um herauszufinden, was wann besonders gut funktioniert – und dabei im Hinterkopf zu behalten, dass sich „die richtige Dosis“ im Laufe des Zyklus verändern kann. „Cannabis ist eine sehr individuelle Medizin“, sagt sie und ergänzt abschließend: „Höre auf deinen Körper, achte darauf, wie das Cannabis auf ihn wirkt, und orientiere dich daran, um die Dosis über den Monat hinweg gegebenenfalls zu verändern – damit du die Erfahrung bekommst, die du dir wünschst.“

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