Gravierende Panne beim US-Prime-Day: 94 statt 13.000 Dollar

(Bild: Getty)

Krasser Fehler beim diesjährigen Amazon Prime Day: Etliche Artikel wurden versehentlich mit viel zu niedrigen Preisen ausgezeichnet. Viele Kunden schlugen zu und haben die Ware bereits erhalten. Doch die Freude über den Superdeal könnte von kurzer Dauer sein.

48 Stunden voller Superschnäppchen. Beim Amazon Prime Day 2019 wurden weltweit mehr als 175 Millionen Produkte verkauft. Kein Wunder, die Rabatte konnten sich sehen lassen. 30, 40, 70 Prozent Preisnachlass waren keine Seltenheit. Besonders beliebt unter den Kunden waren in diesem Jahr unter anderem wieder Technik- und Elektronikartikel.

So mancher freut sich über einen Superschnapper, der mittlerweile auch schon zu Hause angekommen ist. Doch damit könnte es schnell wieder vorbei sein. Denn bei der Auszeichnung von einigen Artikeln ist es zu einer folgenschweren Panne gekommen. Versehentlich wurden etliche Produkte mit mehr als 99 Prozent rabattiert.

Hätte es sich dabei um Artikel für 20 oder 30 Euro gehandelt, wäre der Verlust nicht besonders groß. Doch es dreht sich um hochpreisiges Foto-Equipment im Wert von umgerechnet bis zu rund 12.000 Euro. Etliche kostspielige Kameras und Objektive der Marken Sony, Canon und Fujifilm, die sonst mehrere 1.000 Euro kosten, gingen für 94,48 US-Dollar über die virtuelle Ladentheke.

Alles begann damit, dass ein Käufer bemerkte, dass die Sony A6000 Digitalkamera für 94,50 US-Dollar gelistet war und den Superdeal auf der Schnäppchenseite Slickdeals teilte, wie das Online-Magazin PetaPixel berichtet.

Teleobjektiv für 13.000 US-Dollar fast geschenkt

Schnell stellte sich heraus, dass die Sony-Kamera nicht der einzige Superdeal war. Über Slickdeals verbreitete sich die Nachricht über fast geschenkte Kameraausrüstung wie ein Lauffeuer. „Ich habe ein Objektiv für 13.000 US-Dollar für 94 US-Dollar bekommen“, schreibt ein Nutzer auf Slickdeals, der das Profi-Teleobjektiv Canon EF 800mm in den Einkaufswagen gepackt hatte. „Es ist wahr, alles 94,48 Dollar", schreibt ein anderes Mitglied auf der Schnäppchenseite. „Ich habe Sachen im Wert von 10.000 US-Dollar gekauft, die insgesamt 900 US-Dollar kosten.“

Prime-Kunden posteten Screenshots, um zu beweisen, dass die Ware versendet wurde. (Bild: PetaPixel)

Den meisten Schnäppchenjägern dürfte klar gewesen sein, dass es sich bei der Angabe der Preise um einen Fehler handeln musste. Trotzdem wurde fleißig bestellt. Und das dürfte selbst für Amazon ein teurer Spaß geworden sein. Denn bis der Fehler bemerkt wurde, wurden etliche, der hochpreisigen Produkte verkauft und auch versendet. Das sei auch auf telefonische Nachfrage von Prime-Mitgliedern vom Amazon-Kundendienst bestätigt worden.

Der Forenthread bei Slickdeals wurde mehr als 250.000 Mal aufgerufen und zählte 1.300 Kommentare, ehe der Deal als beendet gekennzeichnet wurde.

Amazon könnte die Ware zurückfordern

Ob und wie Amazon auf die Panne reagieren wird, ist derzeit noch unklar. Theoretisch hätte der Versandriese das Recht, die Ware zurückzufordern, da es sich ganz offensichtlich um falsch ausgezeichnete Artikel handelte.

Beweisfoto eines Prime-Kunden. Wie Weihnachten - das supergünstige Equipment kam tatsächlich an. (Bild: PetaPixel)

Laut Petapixel wird das aber wohl kaum passieren. Amazon habe schon in der Vergangenheit immer wieder zu seinen Preisfehlern gestanden, auch wenn diese erheblich waren, schreibt das Magazin und verweist auf ähnliche Pannen die beim Prime Day 2017 passierten. Auch da wurde hochpreisiges Kamera-Equipment für einen Bruchteil des tatsächlichen Wertes verkauft.

Mit der Annahme wird Petapixel wohl richtig liegen und die Prime-Mitglieder dürfen sich weiter über ihre Superdeals freuen. Schließlich feiert Amazon den diesjährigen Prime Day nach eigenen Angaben als das „erfolgreichste Shopping-Event aller Zeiten in der Geschichte von Amazon“ und wird den ein oder anderen Verlust durch Preisfehler sicherlich verschmerzen können.

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