Greta Thunberg möchte sich die Marke "Fridays for Future" schützen lassen

Greta Thunberg (in der Mitte), vergangene Woche auf einer "Fridays for Future"-Demonstration in Davos - während des Weltwirtschaftsforums. Foto: Gian Ehrenzeller / Keystone via AP

Auf dem Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum möchte sich Klima-Aktivistin Greta Thunberg den Namen der von ihr ins Leben gerufenen Klimabewegung sichern lassen. Hinter dem Antrag steht eine in der Öffentlichkeit bislang unbekannte Stiftung, die von Thunberg und ihrer Familie ins Leben gerufen wurde.

Als sich im Oktober 2018 ein junges schwedisches Mädchen, es war damals 15 Jahre alt, dazu entschied, für mehr Klimaschutz zu kämpfen, hätte vermutlich niemand gedacht, dass sie damit eine globale Bewegung begründen und große Teile ihrer Generation politisieren würde. Doch Greta Thunberg schaffte mit „Fridays for Future“ genau das. Während sie damals ihre Absicht und Forderung „Skolstrejk för klimatet“ (Schulstreik für das Klima) auf ein kleines Schild schrieb, thematisiert sie den Klimaschutz mittlerweile vor den größten und wichtigsten Entscheidern und Entscheiderinnen der Welt.

Zuletzt auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, wo sie einmal mehr auf die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens pochte. Darin hatten sich 2016 insgesamt 197 Staaten verpflichtet, die menschengemachte Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen – im Vergleich zur vorindustriellen Zeit.

Stiftung nach Thunberg und ihrer Schwester benannt

So wie sich ihr Publikum verändert hat, hat sich auch Thunberg verändert. Sie ist nach dem Ende ihrer Schulpflicht zur Vollzeit-Aktivistin geworden, Mitte des Jahres will sie aber wieder eine weiterführende Schule besuchen. Bis dahin scheint sie aber den Klimaschutz weiter professionalisieren zu wollen. Laut einer Recherche der „Zeit“ versucht sich Thunberg aktuell den Namen der Klimabewegung „Fridays for Future“ als Marke schützen zu lassen. Unter der Vorgangsnummer 018171380 ist Ende 2019 ein entsprechender Antrag beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum eingegangen.

Die Antrag-stellende Organisation ist eine bislang nicht bekannte Stiftung: „Stiftelsen The Greta Thunberg and Beata Ernman Foundation“ – benannt nach Thunberg selbst und ihrer jüngeren Schwester. Die „Zeit“ hat bei der Familie angefragt, wer hinter der Initiative stehe. Ein Sprecher erklärte, es handle sich um Greta Thunberg und ihre Familie. Das Ziel der Stiftung sei es, „ökologische, klimatische und soziale Nachhaltigkeit, sowie psychische Gesundheit zu fördern“. Um für diese Zwecke transparent Geld spenden zu können, sei eine Stiftung ein wichtiges Mittel.

Markensicherung unter anderem für Werbung, Ausbildung und Spenden

Die Markensicherung soll für mehrere Zwecke gelten. Darunter: „Fundraising und finanzielles Sponsoring; Sammeln von Spenden für gemeinnützige Zwecke in Bezug auf die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für Umweltfragen und -initiativen“, aber auch für „Werbung, Marketing und Verkaufsförderung“ und „Ausbildung und Schulung in Bezug auf Natur- und Umweltschutz; Bildung, Erziehung und Unterricht“.

Die Stiftung hat noch zwei weitere Anträge gestellt. Einerseits zum Schutz des Schriftzugs „Skolstrejk för klimatet“, wie er damals auf Gretas Demonstrations-Schuld geschrieben stand. Und andererseits auf „Greta Thunberg“. Die drei Anträge wurden am 23. Dezember eingereicht. Vor sechs Tagen sind die Vorgänge öffentlich geworden, nun gibt es einige Wochen lang die Möglichkeit, Gegenanträge beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum vorzubringen.

Auch eine Unterstützerin hat einen Antrag eingebracht

Auch eine Unterstützerin Thunbergs, mit Namen Janine O'Keeffe, versucht bereits seit Anfang November, sich unter der Vorgangsnummer 018147674 das Markenrecht „Fridays for Future“ für einige Produkte zu sichern. Sie möchte sich etwa Rücksäcke, Mützen, Geldbeutel, Brieftaschen und Regenschirme, die entsprechend bedruckt sind, schützen zu lassen. Auf Anfrage der „Zeit“ sagt O’Keeffe: „Es gibt keine Absicht, daraus Geld zu machen.“ Der Name „Fridays for Future“ solle dadurch allerdings vor Missbrauch geschützt werden.