Gut aussehende Banken-CEOs verdienen mehr Geld, zeigt eine Studie

Die Forscher haben ihr KI-Modell mit Bildern des Schauspielers George Clooney trainiert, da er als besonders attraktiv gilt. - Copyright: picture alliance / Flashpic | Jens Krick
Die Forscher haben ihr KI-Modell mit Bildern des Schauspielers George Clooney trainiert, da er als besonders attraktiv gilt. - Copyright: picture alliance / Flashpic | Jens Krick

Attraktive Menschen werden aufgrund ihres Aussehens oft automatisch als besonders intelligent, kontaktfreudig und begabt eingeschätzt. Diese Wahrnehmungsverzerrung wird als "Halo-Effekt" bezeichnet. Er entsteht, wenn wir von einer zentralen Eigenschaft einer Person auf andere Eigenschaften schließen.

Diese Einschätzung hat natürlich auch Einfluss darauf, wie Menschen behandelt werden. Aber kann es sein, dass dieser Effekt sogar das Gehalt von Bankchefs beeinflusst? Eine finnische Studie ist genau dieser Frage nachgegangen.

Gutaussehende CEOs kriegen etwa 24 Prozent mehr Gehalt

Die im "Journal of Economics and Business" veröffentlichte Studie untersucht, welchen Einfluss die Attraktivität des Gesichts auf die Vergütung von CEOs von Banken hat. Die Forscher haben dazu die Daten der S&P 1500 Banken für die Jahre 2005 bis 2020 verwendet und dabei die Gesamtvergütung, das Grundgehalt und die Boni berücksichtigt. Mithilfe von maschinellem Lernen wurden dann die Bilder von 272 CEOs auf einer Attraktivitätsskala von 1 bis 5 bewertet. Das Modell wurde mit Bildern des Schauspielers George Clooney trainiert, wie ein Verfasser der Studie zu "Phys.org" sagte.

"Gutes Aussehen zahlt sich für CEOs von Banken aus", fassen die Forscher ihre Ergebnisse zusammen. Die Attraktivität des Gesichts stehe in einem positiven Zusammenhang mit der Gesamtvergütung und den leistungsabhängigen Zahlungen.

Die Gesamtvergütung von CEOs, die überdurchschnittlich gut aussehen, sei rund 24 Prozent höher als die ihrer Kollegen, die unter dem Durchschnitt liegen. Diese 24 Prozent entsprechen einem Betrag von rund 1 Million Euro. Zudem würden besonders attraktive CEOs rund 55 Prozent höhere Bonuszahlungen erhalten. Ein positiver Zusammenhang mit dem Grundgehalt besteht jedoch nur schwach.

"Schönheit ist ein natürlicher Vorteil."

Schon Plato soll gesagt haben, dass Schönheit ein natürlicher Vorteil sei. Die Attraktivität einer Person beeinflusse verschiedene soziale Situationen wie den ersten Eindruck, die romantische Anziehungskraft und den Erfolg von Sportlern und Politikern, schreiben auch die Forscher. Von besonderem Interesse für die Studie war jedoch die sogenannte 'Schönheitsprämie'. In einer Studie aus dem Jahr 1994 wurde gezeigt, dass attraktive Arbeitnehmende mehr verdienten, als weniger attraktive. Die Gehaltsunterschiede würden sich auf 10 bis 15 Prozent belaufen.

Mittlerweile gibt es eine umfangreiche Literatur zum Thema Schönheitsprämie. Überraschend wenig sei jedoch über die Auswirkungen von Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt für Führungskräfte bekannt, schreiben die Forscher der finnischen Studie. Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass es den Schönheitsbonus auch bei Führungskräften gibt. Attraktivität wirke sich also auch bei den Spitzenverdienern auf dem Arbeitsmarkt aus.

Weshalb wurden Banken-CEOs untersucht?

Die CEOs von Banken eigneten sich besonders gut für eine solche Untersuchung, weil sie eine ziemlich einheitliche Gruppe darstellen. "Die CEOs von großen Banken sind eine relativ homogene Gruppe von Personen, die sehr ähnliche demografische Merkmale, einen ähnlichen Bildungshintergrund und eine ähnliche Berufslaufbahn aufweisen", schreiben die Forscher. Sie seien vorwiegend weiß, männlich und in ihren späten 50ern.

Da Eigenschaften wie das Alter, Geschlecht und die Herkunft das Gehalt beeinflussen, helfe es, bei der Untersuchung der Schönheitsprämie eine einheitliche Gruppe zu nehmen, so die Forscher.

aeh