Warum wird mein Haar ständig fettig & wie kann ich das ändern?

Daniela Morosini

Hormon gesteuerte Teenies träumen oft von reiner Haut. Sie denken, sie müssen einfach nur ein bestimmtes Alter erreichen und schon sind Haut und Haare ganz von selbst nicht mehr so fettig. Bei manchen mag das vielleicht der Fall sein, aber nicht bei allen – einige quälen sich auch im Erwachsenenalter noch mit diesem Problem. Zum Beispiel, weil sie am Polyzystischen Ovarsyndrom (PCOS) leiden, viel Stress haben oder sich ungesund ernähren. Und das kann sich dann eben nicht nur auf die Gesichtshaut, sondern auch auf die Kopfhaut auswirken. Die Folge? Die Haare werden schneller fettig als bei anderen, so dass sie sie entweder jeden Tag waschen oder Trockenshampoo verwenden müssen. Die Frage ist, musst du dich damit abfinden oder gibt es Shampoos oder andere Produkte, die dir helfen können?

Um das beantworten zu können, müssen wir das Problem bei der Wurzel packen: der Kopfhautpflege. Und die gehört ganz zufällig neben LFS, Retinol, Highlighters und Bodylotions zu meinen Top-5-Lieblingsthemen in Sachen Beauty. Aus einem einfachen Grund: Es ist ein extrem wichtiges Thema, das aber überraschend viele nicht ernst genug nehmen oder gar nicht auf dem Zettel haben. Sie denken, es würde reichen, die Produkte auf die Haare abzustimmen – die sind ja schließlich das fettige Problem. Aber so einfach ist es nicht. 

Hinter fettigen Haaren steckt meist eine fettige Kopfhaut. Wenn deine Gesichtshaut ölig ist, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es deine Kopfhaut auch ist – logisch, oder? Dazu kommt, dass es mehr Talgdrüsen auf der Kopfhaut als auf dem Gesicht gibt, erklärt die Trichologin (Haarspezialistin) Zoë Passam. Und das liegt an den unzähligen Haarfollikeln. „Die Talgabsonderung wird hauptsächlich durch Androgene (Hormone, die die Entwicklung männlicher Geschlechtsmerkmale fördern) kontrolliert: Je höher die Werte, desto mehr Talg wird produziert. Deswegen bekommst du in der Pubertät auch wegen des Anstiegs der Androgenproduktion schnell fettige Haare. Meist nimmt dies jedoch ab, wenn sich der Hormonhaushalt eingependelt hat. Doch bei Personen, die sensibler gegenüber Androgenen sind, bleibt die Haut möglicherweise weiterhin ölig“, so Passam. Und hier kommt auch das Thema PCOS ins Spiel.

Jetzt, wo du ein paar mehr Hintergrundinfos hast, können wir zur Behandlung kommen. Als Erstes kann ein Toner für die Kopfhaut sehr hilfreich sein, der nach dem Waschen verwendet wird. Ein Produkt mit adstringierenden (zusammenziehenden) Eigenschaften kann zum einen dabei helfen, die Ölproduktion unter Kontrolle zu bekommen und zum anderen dafür sorgen, dass sich deine Haare länger frisch und sauber anfühlen. Passam empfiehlt Produkte mit Zaubernuss, wie den Philip Kingsley Scalp Toner, der dank antibakterieller Wirkstoffe die Funktion der Kopfhaut verbessert. Ansonsten kannst du auch eine wöchentliche Kopfhautreinigung mit dem Reinigungsschaum Scalp Detox von Bumble and bumble machen, der überschüssige Öle und Schmutz entfernt und durch das Mizellenwasser die gereizte Kopfhaut beruhigt.

Leider wirst du wahrscheinlich nie zu den Leuten gehören, die sich nur aller drei oder vier Tage die Haare waschen müssen. Aber das ist nicht unbedingt schlimm, denn regelmäßiges Haare waschen kann in deinem Fall sogar hilfreich sein. „Studien zeigen, die Häufigkeit der Talgentfernung hat keinen Einfluss auf die Talgproduktion. Wenn du dir also häufiger die Haare wäschst, werden deine Haare nicht automatisch fettiger. Achte aber darauf, dass sie richtig nass sind, bevor du sie schamponierst – das erhöht die Wirksamkeit des Haarwaschmittels“, so Passam. Sollest du allerdings einfach keine Lust darauf haben, dir täglich die Haare waschen zu müssen (was ich vollkommen verstehe – es dauert schließlich ewig, sie zu trocknen und zu stylen!), versuch’s mit dem Klorane Nettle Sebo-Regulating Trockenshampoo. Es wurde speziell für fettiges Haar entwickelt und reguliert danke Brennesselextrakt die Talgproduktion und absorbiert Talgüberschuss. Shampootechnisch solltest versuchen, Produkte zu vermeiden, die zu schwer und zu Feuchtigkeit spendend sind. Ich habe zum Beispiel gute Erfahrungen mit Bain Micellaire Rich von Kérastase gemacht. 

Ansonsten kann ich dir nur raten, dir die Haare sehr gewissenhaft zu waschen und dir Zeit für die Kopfhaut zu nehmen. Spülungen solltest du am besten nur in die Längen und Spitzen der Haare geben und nicht an die Ansätze. Viel Erfolg! 

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