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Ich habe in der Beratung 147.000 Euro verdient – darum habe ich meinen Job trotzdem gekündigt und mich selbstständig gemacht

"Es ist nie zu spät, sich neu zu erfinden", glaubt Yanet Borrego. - Copyright: Yanet Borrego
"Es ist nie zu spät, sich neu zu erfinden", glaubt Yanet Borrego. - Copyright: Yanet Borrego

Ich habe sieben Jahre bei ExxonMobil und zwei Jahre bei Accenture gearbeitet, bevor ich 2021 meine Unternehmenslaufbahn beendete, um meiner Leidenschaft nachzugehen und Vollzeit-Karrierecoach zu werden. Auch, wenn der eigentliche Wechsel in die Selbstständigkeit innerhalb einer Woche beendet war, bin ich acht Jahre lang zweigleisig gefahren. Ich arbeitete sowohl in meinen Nine-to-Five-Job als auch in meinem eigenen Unternehmen.

Als ich zwölf Jahre alt war, sind meine Mutter und ich von der Insel Kuba in die USA eingewandert. Wir ließen uns in Puerto Rico nieder, ich erwarb ich einen Abschluss als Chemieingenieurin, absolvierte Praktika bei Marathon Oil und ExxonMobil und wurde schließlich als Verfahrensingenieurin in der texanischen Zentrale von ExxonMobil eingestellt. In diesem Moment dachte ich: "Ich habe es geschafft! Wir haben es geschafft!"

Aber schon nach einem Jahr merkte ich, dass mich die Arbeit nicht erfüllte. Obwohl ich erfolgreich war und sechsstellig im Jahr verdiente, fehlte mir etwas. Ich entschied mich also, das anzugehen, was ich eigentlich sein wollte. Ich wollte Unternehmerin werden.

Heute arbeite ich mit engagierten, berufstätigen Frauen im Alter von 25 bis 45 Jahren, die erfolgreich sind und nach Sinn und Erfüllung im Leben suchen. Ich versende auch einen Newsletter, hoste einen Podcast und einen biete einen digitalen Kurs an. Das Einzelcoaching ist meine lukrativste Einnahmequelle, gefolgt von meinem digitalen Kurs. Mein Podcast und mein Newsletter sind kostenlos, aber sie geben mir die Möglichkeit, mit potenziellen Kunden in Kontakt zu kommen.

Seit meinem Wechsel in die Selbstständigkeit habe ich viele Vorteile. Der erste ist die Flexibilität bei Arbeitszeiten und dem Arbeitsort. Vergangenes Jahr verbrachte ich drei Wochen auf der Inselkette Hawaii, um an einem Workshop zur Persönlichkeitsentwicklung teilzunehmen und betreute von dort aus alle meine Coaching-Anrufe. Ich arbeite etwa genauso viele Stunden pro Tag wie als Angestellte, aber jetzt bestimme ich meinen Zeitplan selbst.

Ich erlebe auch die unmittelbare Wirkung meiner Arbeit und erhalte sofort Feedback. Ich bringe Dienstleistungen und Produkte auf den Markt und kann direkt sehen, wie sie sich auf meine Kunden auswirken. Das Feedback ist hilfreich, um meine Angebote zu verfeinern.

Hier sind meine drei Schritte, die mich auf den Übergang von der Arbeit Angestellte zur Vollzeitunternehmerin vorbereitet haben.

Es nie zu spät ist, sich neu zu erfinden

Ich hatte fast ein Viertel meines Lebens damit verbracht, Chemieingenieurwesen zu studieren und später in diesem Job zu arbeiten – bis merkte, dass mich das nicht glücklich machte. Ich muss zugeben, dass ich Zweifel und Ängste hatte, mich neu zu erfinden.

Also stellte ich mir zunächst die einfache Frage: "Wer möchte ich sein?". Meine Antwort war ebenfalls sehr einfach: Ich möchte glücklich und erfüllt sein und fest daran glauben, dass meine Karriere die Welt zum Besseren verändert. Das brachte mich zu der nächsten Frage: "Was muss ich tun, um diese Person zu werden?".

Ich umgab mich mit Menschen, die sich auf einem ähnlichen Weg befanden. Ich besuchte Schulungen zur Persönlichkeitsentwicklung, um Gleichgesinnte zu treffen. Meine erste Schulung war "Unleash the Power within" von dem US-amerikanischen Coach und Bestsellerautoren Tony Robbins. Im Jahr 2015 absolvierte ich das John-Maxwell-Team-Zertifikatsprogramm, um Führungscoach zu werden und machte danach viele weitere Trainings.

Es fühlte sich sehr ermutigend an, Menschen dazu zu bringen, auf sich selbst und ihre Fähigkeiten zu vertrauen sowie ihren eigenen Weg zu finden. Ich verliebte mich in diesen Beruf und wusste, dass ich Menschen dabei unterstützen wollte, ihre Karriere auf das auszurichten, was sie wirklich antreibt. Ich wollte ihnen helfen, einen Weg zu finden, mit ihren Leidenschaften Geld zu verdienen.

Ich nutzte den Job, den ich bereits hatte, um wichtige Fähigkeiten auszubauen und Kunden zu finden

Sobald mir mein Ziel klar war, definierte ich eine Liste von Fähigkeiten, die ich brauchte, um ein besserer Coach zu werden. Sie alle hatten etwas mit persönlicher Entwicklung und Verhaltensänderungen zu tun. Oder mit dem Verständnis der menschlichen Psyche und der Frage, wie wir unser gewohntes Denken ändern können, um andere Ergebnisse zu erzielen.

Um meine damalige Vollzeitstelle zu nutzen, suchte ich bei ExxonMobil nach Möglichkeiten, diese Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Ich fand die Lieferketten-Abteilung des Unternehmens sehr spannend. Dort konnte ich lernen, wie ich Beziehungen zu Lieferanten aufbaue und ich Verträge verhandel. Ich überzeugte einen Vorgesetzten in der Lieferketten-Abteilung und meinen Vorgesetzten in der Raffinerieabteilung davon, dass ich meine Fähigkeiten in beiden Abteilungen einsetzen konnte, da sie bereits miteinander verbunden waren.

Ich hatte die technische Erfahrung und die menschlichen Fähigkeiten, um einen Mehrwert für die Lieferketten-Abteilung zu schaffen und die Beziehungen zur Raffinerieabteilung zu verbessern. Es handelte sich zunächst um eine Leihgabe, aus der dann ein vollständiger interner Wechsel wurde.

Das Umfeld innerhalb des Lieferketten-Teams ermöglichte es mir, Vorträge über Achtsamkeit, Verhaltensänderungen, Integration, Vielfalt und ähnliche Themen zu halten, die meinem Interesse am Coaching entsprachen. Es war bereits gängige Unternehmenspraxis, vor jeder Sitzung Sicherheitsupdates zu geben, also meldete ich mich freiwillig dafür. Von da an habe ich mich auf Vorträge zu den Themen Wohlergehen, Vielfalt und Integration konzentriert und dann Achtsamkeit in meine Vorträge integriert. Verschiedene Teams hörten von meiner Arbeit und ich wurde gebeten, vor 200 Praktikanten auf dem ExxonMobil Campus einen Vortrag zu halten.

Nach fünf Jahren als leitende Angestellte war ich bereit für die nächste Herausforderung. Die Beratung schien der nächste klare Schritt zu sein, da hier der Schwerpunkt auf der Kundenbetreuung, der Entwicklung der Mitarbeiter und der hohen unternehmerischen Arbeitsdynamik liegt. Mir wurde bewusst, dass ich einige Leute von ExxonMobil kannte, die zum Managementberater Accenture gewechselt waren und so wandte ich mich an zwei von ihnen, die mich weiterempfahlen.

Einige Wochen später erhielt ich einen Anruf, mit dem der Bewerbungsprozess begann und bekam schließlich ein Angebot. Nachdem ich mich über Accenture informiert hatte, gefiel mir, dass das Unternehmen den Schwerpunkt auf das "wirklich menschliche" Element lege. Ich habe mich auch mit Vertretern der Boston Consulting Group (BCG) getroffen und mich über andere Beratungsunternehmen informiert. Aber ich habe bei ihnen nicht das menschliche Element gefunden, das ich gesucht habe.

Ich habe meine Zeit in der Beratung geliebt. Das Umfeld ermöglichte es mir, noch transparenter zu machen, wofür ich mich begeisterte. Authentisch zu sein und meine Wünsche in einem Unternehmensumfeld zum Ausdruck zu bringen, verschaffte mir meinen ersten bezahlten Coaching-Kunden: Eine Mitarbeiterin, die ich durch Initiativen zur Förderung von Vielfalt und Integration kennengelernt hatte. Das war der Zeitpunkt, an dem mein Coaching-Nebengeschäft begann, aufzublühen.

Ich gab meinen sicheren Job auf

Ich beschloss, meinen Job zu kündigen, nachdem ein Familienmitglied verstorben war. Ich war zufrieden mit meinem Job bei Accenture, aber es war ein Weckruf für mich, mich zu 100 Prozent meinem Traum zu widmen. Ich hatte ein Fundament für mein Unternehmen gelegt und es machte Sinn, den Sprung ins kalte Wasser zu wagen.

Mein Wunsch, etwas zu bewirken und meinem Wunsch als Vollzeit-Karrierecoach nachzukommen, war größer als die Sicherheit, die mir mein Job in einem Unternehmen bot. Während meiner Tätigkeit in der Firma hatte ich mir einen Stamm von zahlenden Kunden und Empfehlungen aufgebaut. Ich hatte eine ziemlich gute Vorstellung von meiner Coaching-Struktur, also wagte ich den Sprung. Ich hatte genug Ersparnisse, um meine Grundbedürfnisse zu decken, während ich mein Geschäft ausbaute.

Bevor ich gekündigt hatte, habe ich bei Accenture 160.000 US-Dollar (etwa 147.000 Euro) verdient und mein Ziel ist es, mein Geschäft weiter auszubauen und schließlich mein früheres Gehalt zu übertreffen.

Dieser Artikel wurde von Stefanie Michallek aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

Dieser Artikel erschien erstmals am 28. Januar 2023. Er wurde am 29. Januar 2023 erneut geprüft und aktualisiert.