Ich habe das neue russische „McDonald's“ getestet – und war überrascht, was dort verkauft wird

Das Essen beim russischen McDonald's kommt in schlichten, weißen Verpackungen. - Copyright: Andrea Palasciano/Insider
Das Essen beim russischen McDonald's kommt in schlichten, weißen Verpackungen. - Copyright: Andrea Palasciano/Insider

Es gibt ein Restaurant in Moskau, das wohl jeder Moskauer kennt und schon einmal besucht hat: das Flaggschiff von McDonald's am Puschkin-Platz. Bei der Eröffnung 1990 standen dort mehrere Zehntausend Menschen Schlange, um einen Hauch des Westens zu erleben.

Diesen März allerdings, nach Russlands Einmarsch in der Ukraine, stellte McDonald's den Betrieb in Russland ein und das legendäre Restaurant schloss seine Türen. Der Ort, der Russlands Offenheit gegenüber dem Westen repräsentiert hatte, steht nun sinnbildlich für die Abkehr Russlands aus der internationalen Staatengemeinschaft. Daher schien es mir seltsam passend, dass ich nur wenige Stunden vor meiner Abreise nach fünf Jahren als Moskauer Korrespondentin hier eine meiner letzten Mahlzeiten in Russland zu mir nehmen würde.

Denn jetzt standen die Menschen wieder Schlange, als Anfang dieses Monats das Restaurant unter neuem Namen wieder eröffnete. Die Kette heißt jetzt „Vkusno i Tochka“, was so viel bedeutet wie „Lecker und basta“. Der russische Investor, der das Unternehmen kaufte, verspricht „das gleiche, aber bessere“ Essen zu servieren.

Miguel Facussé
Miguel Facussé
Früher befand sich hier am Puschkin-Platz der legendäre erste McDonald's Russlands. - Copyright: Andrea Palasciano/Insider
Früher befand sich hier am Puschkin-Platz der legendäre erste McDonald's Russlands. - Copyright: Andrea Palasciano/Insider

Am Freitagnachmittag war das Lokal voll. Ich gab meine Bestellung wie üblich über einen schmierigen Touchscreen auf. Die Speisekarte war weitgehend die gleiche, mit ein paar auffälligen Ausnahmen: Happy Meals, Big Mac und McFlurry gibt es nicht.

Das Restaurant war gut besucht. - Copyright: Andrea Palasciano/Insider
Das Restaurant war gut besucht. - Copyright: Andrea Palasciano/Insider

Der Cheeseburger

Ich gehe nicht sonderlich oft zu McDonald's, aber ich kann mich noch gut an die Besuche in meiner Kindheit erinnern. Ich beschloss, meine Standardbestellung von damals nachzubilden und begann mit meinem Lieblings-Fastfood, dem Cheeseburger.

Der Cheeseburger bei "Lecker und basta". - Copyright: Andrea Palasciano/Insider
Der Cheeseburger bei "Lecker und basta". - Copyright: Andrea Palasciano/Insider

Das Brötchen und der Käse sind eindeutig identisch mit der Originalversion – 85 Prozent der Inhaltsstoffe bei McDonald's stammten auch aus Russland –, aber das Fleisch scheint etwas weniger gewürzt zu sein, was den ersten Biss etwas weniger aufregend macht. Außerdem ist keine Gurkenscheibe dabei, was mir aber gefällt.

Der Cheeseburger war in ein weißes und orange farbenes Papierblatt eingewickelt. Eine der auffälligsten Änderungen ist die Verpackung aller Produkte, die jetzt schlicht weiß oder weiß mit einem Farbklecks und dem Namen des Produkts ist. Ganz ohne Logos.

The Filet-o-F… Nein, der Fischburger

Der Fischburger bei "Lecker und basta". - Copyright: Andrea Palasciano/Insider
Der Fischburger bei "Lecker und basta". - Copyright: Andrea Palasciano/Insider

Was den Ersatz für das Filet-o-Fish betrifft, war ich angenehm überrascht. Dem Fischburger fehlt jetzt zwar der bekannte Name, aber ansonsten hat er sich kein bisschen verändert. Das Brötchen, der Fisch, alles ist gleich, sogar die leicht mysteriöse weiße Soße.

Die Verpackungen sind sehr schlicht gehalten und ohne Logo. - Copyright: Andrea Palasciano/Insider
Die Verpackungen sind sehr schlicht gehalten und ohne Logo. - Copyright: Andrea Palasciano/Insider

Die Pommes frites

Die Pommes frites kamen in einer weißen unbedruckten Verpackung. - Copyright: Andrea Palasciano/Insider
Die Pommes frites kamen in einer weißen unbedruckten Verpackung. - Copyright: Andrea Palasciano/Insider

Die Pommes frites wirkten auf mich etwas trauriger, weniger salzig und knusprig, als ich erwartet hatte. Ich konnte nicht genau sagen, ob das wirklich so war, oder ob es nur an der deprimierenden weißen Verpackung lag, in der sie serviert wurden.

Mein Becher Cola war ebenso schlicht und weiß. Es gab keine normale Cola mehr, sondern nur noch Cola Light. Aber es war immer noch Cola. Da sich Coca-Cola auch aus Russland zurückzieht, scheint die Kette ihre Vorräte aufzubrauchen, bevor sie auf eine andere, wahrscheinlich russische Marke umsteigt.

Die Chicken Nuggets

Die Chicken Nuggets bei "Lecker und basta". - Copyright: Andrea Palasciano/Insider
Die Chicken Nuggets bei "Lecker und basta". - Copyright: Andrea Palasciano/Insider

Die Chicken Nuggets stehen ganz oben auf meiner Liste der Wohlfühlgerichte aus der Kindheit. Ich bin in einer italienischen Familie aufgewachsen, die es mit dem Essen sehr genau nimmt, und so war der Gang zu McDonald's ein großes Erlebnis für uns Kinder.

Die russischen Nuggets haben mich nicht enttäuscht: Sie waren knusprig, das Hühnchen war zart, und sie hatten die gleiche seltsame Form wie immer.

Die Logos von McDonald's wurden mit einem Edding übermalt. - Copyright: Andrea Palasciano/Insider
Die Logos von McDonald's wurden mit einem Edding übermalt. - Copyright: Andrea Palasciano/Insider

Ich beschloss, zwei Soßen dazuzunehmen: Barbecue und süßsauer. Dabei fiel mir ein kleiner schwarzer Punkt auf der Verpackung auf: Es handelte sich immer noch um McDonald's-Saucen, bloß hatte jemand das Logo mit den goldenen Bögen mit einem Filzstift übermalt.

Der Eisbecher

Der Sundae bei "Lecker und basta" in Moskau. - Copyright: Andrea Palasciano/Insider
Der Sundae bei "Lecker und basta" in Moskau. - Copyright: Andrea Palasciano/Insider

Das war ein enttäuschendes Finale. Das Eis kommt jetzt in kleineren Bechern als früher. Das Eis selbst war cremig und lecker, aber es war ein bisschen geschmolzen, und die Erdbeersauce sammelte sich am Boden.

Mein Urteil? Der neue McDonald's, beziehungsweise „Vkusno i Tochka“, schmeckt ziemlich genauso wie früher. Es ist, als ob – fast – nichts passiert wäre.

Der Artikel wurde von Ben Peters aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

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