Hacker können Passwörter am Tippgeräusch erkennen

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Im digitalen Zeitalter ist die mehr oder weniger diffuse Angst, gehackt zu werden, praktisch allgegenwärtig. Jetzt zeigt eine Studie, dass es für Cyberkriminelle noch eine Möglichkeit der Spionage gibt, die bisher niemand auf dem Schirm hatte.

Mittels Mikrofonen auf dem Smartphone haben Hacker leichtes Spiel (Symbolbild: Getty Images)

Wissenschaftler der Southern Methodist University in Texas haben herausgefunden, dass Cyberkriminelle die Mikrofone in Smartphones dazu nutzen könnten, um zum Beispiel an Passwörter ihrer Opfer zu kommen. Konkret geht es darum: Auf vielen Smartphones befinden sich Apps, die den Zugriff auf das Mikrofon erlauben. Kriminelle könnten diese Apps entweder hacken oder neue, manipulierte Apps unter die Nutzer bringen und damit nicht nur mitschneiden, was der Besitzer des Smartphones macht, sondern auch die Menschen in seiner direkten Umgebung.

Mikrofone in Smartphones sind das Einfallstor für Kriminelle

Dabei geht es nicht so sehr um Gespräche, die abgehört oder aufgezeichnet werden könnten, sondern um das, was die Betroffenen in die Tastatur ihres Laptops oder PCs eingeben. Tatsächlich ist die Qualität der Mikrofone so gut, dass Cyberkriminelle anhand der Tippgeräusche hören können, welche Tasten benutzt werden. Auch dann, wenn sich mehrere Personen in einem Raum befinden und es diverse Hintergrundgeräusche gibt. Damit sind die Verbrecher in der Lage, Passwörter ebenso mitzuhören wie ganze Textnachrichten oder E-Mails.

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Wissenschaftler nimmt Entwickler in die Pflicht

Laut dem Wissenschaftler Dr. Eric Larsen müssten die Kriminellen dafür allerdings wissen, wo genau das Gerät genutzt wird. Denn je nachdem, ob ein Laptop auf einer Holz-, oder Metalloberfläche steht, werden die Schallwellen anders wiedergegeben. Die britische Zeitung “Independent“ zitiert Larsen mit den Worten: “Basierend auf unseren Ergebnissen denke ich, dass die Smartphone-Entwickler sich Gedanken darüber machen müssen, welche Menschen Zugriff auf die Sensoren in Smartphones haben und wie sie den Datenschutz verbessern können.“