Instagram-geplagte Gemeinde: Dieses Gerücht befeuert den Touristen-Boom in Hallstatt weiter

Die Gemeinde Hallstatt in Österreich ist idyllisch und die Bilder versprechen frische Bergluft, Ruhe und Entspannung. Wenn da nicht die Touristen wären: Auf die insgesamt 780 Einwohner kommen rund 10.000 Besucher pro Tag! Und es wird nicht besser. US-Medien streuten das Gerücht, dass der Ort als Inspiration für die “Frozen“-Film-Reihe diente.

Hallstatt am Hallstätter-See gehört zu den UNESCO-Welterbestätten. (Bild: Getty Images)

Der unfreiwillige Ruhm Hallstatts kommt durch eine Verkettung mehrerer Umstände zustande, die das Dorf vor allem für Asiaten zu einem begehrten Ziel gemacht haben: Im Jahr 2006 wurde in Hallstatt eine koreanische Seifenoper gedreht. Dann gibt es in der chinesischen Provinz Guangdong einen Original-Nachbau des Ortes. Und nicht zuletzt sorgte seine wunderschöne “Skyline“ auf Instagram dafür, dass Hallstatt weltberühmt wurde. Mit dem Titel “The Most Instagrammable Town“ schlägt Hallstadt sogar das touristengeplagte Venedig.

War das Dorf Vorlage für Disneys “Frozen”?

Man kann den Hype ja durchaus verstehen: Eingebettet in majestätische Berggipfel und am Rande des glitzernden Hallstätter Sees ist das Dorf mit seinen Knusperhäuschen definitiv eine Augenweide. Und dann diente der Ort angeblich als Inspiration für den Disney-Film "Frozen" (“Die Eiskönigin“). US-Medienberichten zufolge war die kleine Hallstätter Kirche das Vorbild für Elsas Schloss – und Hallstatt die Vorlage für das Film-Dorf Arendelle.

Im November 2019 kam der zweite Teil der “Frozen“-Reihe in die Kinos. (Bild: ddp)

Neben den Touristen, die bislang angelockt wurden, kommen seit dem Erscheinen der “Frozen“-Reihe jetzt also auch noch die Disney-Fans in Massen. Doch ist das für den Ort wirklich spürbar?

“Wir sehen nicht wirklich, dass momentan mehr Touristen kommen als sonst. Zwischen Sommer und Winter merken wir da keinen Unterschied“, meinte eine Mitarbeiterin der Marktgemeinde Hallstatt gegenüber Yahoo Style. Was allerdings so auszulegen ist, dass in allen Jahreszeiten gleichermaßen viele Touristen kommen. So meinte der Bürgermeister von Hallstatt (der für eine Anfrage von Yahoo Style leider nicht zu erreichen war) gegenüber dem britischen "Guardian": “Die Bewohner fühlen sich, als würden sie in einem Vergnügungspark leben.“

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Weniger Reisebusse als wichtigste Maßnahme

Als Maßnahme gegen den Touristen-Strom wurde von der Marktgemeinde jetzt immerhin die Anzahl der Reisebusse begrenzt. Täglich dürfen nur maximal 54 Busse in den Ort fahren – vorher waren es bis zu 80 (!). Außerdem gilt von 17.00 bis 8.00 Uhr eine Stand-Pflicht, in der die Reisebusse weder ein- noch ausfahren dürfen. Wer dagegen verstößt, muss Strafe zahlen. Schade, dass es so weit kommen muss. Sollte doch das Wohl der Einwohner und nicht zuletzt das der Natur über einen Schnappschuss gehen, der unterdessen schon tausende Male in den sozialen Netzwerken geteilt wurde.

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