Handy-Verbot: Teenager trickst Mutter aus – mit Smart-Home-Gerät

Antonia Wallner
Freie Autorin

Teenager sind heute mehr auf Instagram, Twitter und Co. unterwegs, als in der Realität. Da müssen Eltern schon mal ein Machtwort sprechen, um der Social-Media-Sucht einen Riegel vorzuschieben. Doch Teenager können, trotz Hormonchaos im Hirn, auch ganz schön erfinderisch sein. Wie die 15-jährige Dorothy aus den USA, die das Elektronik-Verbot ihrer Mutter mit einem sehr ungewöhnlichen Gerät aushebelte.

Teenager können ohne ihr Smartphone nicht leben. (Symbolbild: Getty Images)

Eltern können wirklich nerven, keine Frage. Jeder von uns hat in seiner wilden Teenager-Zeit das eine oder andere Mal gegen die Dogmen der Erziehungsberechtigten rebelliert. Doch die Jugend wächst heute digital auf und Eltern greifen zu radikalen Maßnahmen, um ihren Nachwuchs aus den Klauen des hinterhältigen Internets zu reißen. Eine Mutter aus den USA versuchte es mit der Diktatoren-Methode und konfiszierte alle elektronischen Geräte ihrer twittersüchtigen Teenager-Tochter.

Tochter twittert von Spielekonsolen

Was benutzen die meisten von uns zum Surfen im Netz? Richtig: das geliebte Smartphone. Auf Platz zwei und drei vielleicht Tablet und PC als nicht so mobile Alternativen. Die nicht klein zu kriegende Dorothy zeigt, dass wir theoretisch mit einer ganzen Menge anderer Geräte tweeten könnten.

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Zum Beispiel mit einer Nintendo 3DS Konsole, von der sie ihre Twitter-Fans Anfang August informierte, dass sie sich wohl für länger von ihnen verabschieden muss: “Ich verlasse euch für immer. Meine Mam hat mein Telefon konfisziert. Ich werde euch alle vermissen. Ich weine. Machts gut.“

Klingt fast, als würde die Welt für das Mädchen untergehen. Doch die Mutter beobachtete ihre Tochter wohl mit Adleraugen und postete ihrerseits einen Tweet, dass sie die verbotenen Aktivitäten ihrer Tochter bemerkt habe und den Account endgültig schließen würde.

Knallharter Social-Media-Entzug macht erfinderisch

Doch Dorothy gibt nicht auf. Ihr nächster Post kommt von einer WiiU-Konsole, wo sie sie sich für die Unterstützung ihrer Follower bedankt. Da fragt man sich ja schon, wie oft das Mädchen vorher auf Twitter online war.

Okay, so ein elektronischer Entzug ist aber auch die Härte. Influencer nennen das ja gerne “Digital Detox“, wenn sie freiwillig darauf verzichten. Im Fall von Dorothy sorgt dieser jedenfalls für einen ganz schönen Erfindungsreichtum.

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Dorothys nächster Tweet kommt von einem Gerät, wo man nicht im Traum daran gedacht hätte, dass es ins Internet gehen kann: einem smarten Kühlschrank. “Ich weiß nicht, ob das auf Twitter online geht, weil ich gerade mit meinem Kühlschrank spreche. Aber egal, meine Mutter hat wieder alle meine elektronischen Geräte konfisziert“, schreibt das Mädchen.

Twitter postet ein #FreeDorothy

Tja, Smart Home sei Dank für den Teenager, ist ein Handy so gut wie überflüssig. Aber doch ganz schön gewitzt von Dorothy. Der Hersteller des Kühlschranks, LG, registrierte den Post der 15-Jährigen und postete seinerseits ein #FreeDorothy, um die Gefangene endlich wieder in die digitale Welt zu entlassen. Sogar Twitter selbst griff den Social-Media-Kampf des Teenagers auf und stimmte in die Forderung nach Freiheit ein.

Wie ging das Ganze letztendlich aus?

Nun ja, der “Guardian“ fragte Dorothy, wie lange ihr Entzug noch dauern würde. Das Mädchen schaffte es, über das Tablet ihres Cousins zu antworten: “Meine Antwort darauf könnte spät kommen, weil ich nun wirklich nichts mehr finde, mit dem ich auf Twitter online gehen kann.“ Du hast gut gekämpft, Dorothy...

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