Happy 2020: So gut ist Sport für dein Gehirn!

Ann-Catherin Karg
·Freie Journalistin

Neues Jahr, neues Glück, aber auch jede Menge Druck, den wir uns vorrangig selbst machen. Mehr Sport, mehr Erfolg, mehr Me-Time – und am besten alles auf einmal! Dabei wissen wir doch eigentlich, dass es die kleinen Schritte sind, die uns dabei helfen, unser Leben langfristig so zu optimieren, dass wir glücklich(er) sind. Im Januar stellen wir täglich Tipps und Tricks vor, die sich ganz einfach in den Alltag integrieren lassen und für gute Laune sorgen. Heute: Schon gewusst, dass Sport nicht nur den Körper, sondern auch unsere grauen Zellen in Form bringt?

Mit dem Training geht es auch mit der Leistungsfähigkeit des Gehirns bergauf. (Bild: Getty Images)
Mit dem Training geht es auch mit der Leistungsfähigkeit des Gehirns bergauf. (Bild: Getty Images)

Einen gesünderen und aktiveren Lebensstil wünschen sich viele Menschen aus völlig unterschiedlichen Gründen: nicht mehr sofort ins Schwitzen zu geraten, wenn man mal zum Bus rennen muss, schön definierte Bauchmuskeln oder einfach das Gefühl, etwas für sich selbst getan zu haben. Der Grund, warum die morgendliche Jogging-Runde dann doch ausfällt oder wir uns abends nicht mehr ins Hallenbadwasser stürzen, ist dann aber doch meistens der gleiche: keine Zeit!

Doch genau die lässt sich auf lange Sicht einsparen, wenn wir regelmäßig Sport treiben. Denn: Viele wissenschaftliche Studien belegen, dass nicht nur der Körper selbst, sondern auch unser Gehirn leistungsfähiger ist, wenn wir uns viel bewegen. Sprich: Der Kopf ist frei und wir können besser denken. Dadurch lassen sich im Job oder organisatorischen Alltag genau die Minuten schnell wieder reinholen, die durch den Sport "verlorengegangen" sind.

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Was passiert im Hirn, wenn wir uns bewegen?

Das Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft der Sporthochschule Köln wollte unter der Leitung des Hirnforschers Stefan Schneider genau diese Frage klären. Die Experimente deuten darauf hin, dass sich die Gehirnaktivität verändert, sobald wir Sport treiben. Demnach wird der motorische Kortex aktiviert – zugleich wird der präfrontale Kortex heruntergefahren. Bedeutet: der Bereich im Gehirn, der für Bewegung zuständig ist, läuft auf Hochtouren, während derjenige, der für das logische Denken verantwortlich ist, heruntergefahren wird. Die Experten sind sich sicher: Durch diesen Vorgang kann sich der kognitive Bereich wunderbar erholen. Nach dem Sport stehen dann wieder alle Ressourcen zur Verfügung.

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Im Gespräch mit "Zeit Online" erklärte Schneider den Vorgang so: "Man kann sich das wie bei einem Reset eines Computers vorstellen, dessen Arbeitsspeicher überlastet ist." Durch den Neustart könnten wir uns anschließend wieder besser konzentrieren und unsere Aufmerksamkeit auf relevante Inhalte fokussieren.

Auf dem Bett tanzen, mit dem Hund um die Wette rennen: Wichtig ist es, dass du Spaß an der Bewegung hast. (Bild: Getty Images)
Auf dem Bett tanzen, mit dem Hund um die Wette rennen: Wichtig ist es, dass du Spaß an der Bewegung hast. (Bild: Getty Images)

Reaktionsgeschwindigkeit wird erhöht und das Kurzzeitgedächtnis verbessert

Auch die Columbia-Universität in New York forschte zu dem Zusammenhang zwischen sportlicher Aktivität und der Gehirnleistung. So wurden die Probanden drei Monate lang regelmäßig zum Training – und dann in den Hirnscanner geschickt. Das Ergebnis: Bei allen Teilnehmern waren neue Blutgefäße im Hippocampus entstanden. In einem Vergleich mehrerer Studien kam der Autor Arthur F. Kramer von der University of Illinois zudem zu der Erkenntnis, dass Sport die Konzentration und Reaktionsgeschwindigkeit erhöht sowie das Kurzzeitgedächtnis verbessert.

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Vorsicht: Auch das Gehirn kann unter einem "Muskelkater" leiden

Fast alle Wissenschaftler sind sich einig: Die positiven Effekte für das Gehirn treten nur dann auf, wenn es die Probanden mit dem Sport nicht übertreiben und Freude daran empfinden. Genau wie dem Körper, kann zu viel Sport auch dem Gehirn schaden. Ein übermäßiges Training wirkt sich ähnlich wie ein Burnout auf unser Gehirn aus. Das haben französische Wissenschaftler in einer Studie herausgefunden, die Ende September 2019 im Fachmagazin "Current Biology" veröffentlicht wurde. Demnach stehen Personen, die es mit dem Sport übertreiben, unter einer chronischen Stressbelastung, die sich unter anderem in Schlafstörungen und einer erhöhten Infektneigung widerspiegelten.