Happy 2020! Wir kuscheln uns glücklich – und brauchen dafür keinen Partner

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Neues Jahr, neues Glück, aber auch jede Menge Druck, den wir uns vorrangig selbst machen. Mehr Sport, mehr Erfolg, mehr Me-Time – und am besten alles auf einmal! Dabei wissen wir doch eigentlich, dass es die kleinen Schritte sind, die uns dabei helfen, unser Leben langfristig so zu optimieren, dass wir glücklich(er) sind. Im Januar stellen wir täglich Tipps und Tricks vor, die sich ganz einfach in den Alltag integrieren lassen und für gute Laune sorgen. Heute: So glücklich macht der Kontakt mit Tieren – und man muss nicht einmal ein eigenes besitzen.

Mit Tieren zu kuscheln, macht nicht nur Spaß - sondern auch glücklich. (Bild: Getty Images)

Haben sich liebende Menschen engen Körperkontakt, streicheln sich oder kuscheln miteinander, setzt der Körper das Neurohormon Oxytocin frei. Der Name stammt aus dem Altgriechischen, wo "okys tokos" übersetzt "schnelle Geburt" bedeutet. Die natürliche Aufgabe des Oxytocins ist es nämlich, Wehen auszulösen, aber auch die Milchproduktion anzuregen und die Bindung zwischen Mutter und Kind zu stärken. Wendet sich die Mutter dem Baby zum Beispiel beim Stillen zu, wird im Körper des Babys Oxytocin produziert. Das Baby wendet sich verstärkt seiner Mama zu, was wiederum deren Oxytocin-Spiegel ansteigen lässt.

Oxytocin festigt soziale Bindungen und wirkt entspannend

Der Körper schüttet den Stoff aber auch beim Sex aus und sorgt dafür, dass man sich mit dem Partner emotional enger verbunden fühlt. Ganz allgemein fördert das Neurohormon soziale Bindungen, stärkt Empathie und das Vertrauen in andere Menschen und hilft dabei, Stress, Angst und Aggressionen zu reduzieren. Wegen dieser prosozialen Wirkung wird Oxytocin umgangssprachlich auch als "Kuschelhormon" bezeichnet. Verschiedene Forscher gehen auch der Frage nach, ob der Stoff, der sich etwa als Spray einsetzen lässt, auch Menschen mit Autismus, sozialen Angststörungen, chronischen Depressionen und Borderline-Persönlichkeitsstörungen helfen könnte.

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Auch der Kontakt mit Tieren führt zur Ausschüttung des Kuschelhormons

Japanische Forscher der Azabu University in Sagamihar berichteten 2015 im Fachblatt "Science" von einer Studie, die sie mit Hundehaltern und deren Tieren durchgeführt hatten. Darin kamen sie zu dem Schluss, dass Interaktionen wie sprechen, berühren oder gegenseitiges Anschauen zwischen Mensch und Tier ebenfalls den Oxytocinspiegel steigen ließ – und das nicht nur beim Menschen, sondern beispielsweise auch bei Hunden.

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Was den Oxytocinhaushalt angeht, sind Hundehalter also schon einmal auf der sicheren Seite. Zumindest, was die Wirkung auf den Menschen anbelangt, setzt aber auch der Kontakt zu anderen Tieren, die man freilich mögen muss, das Kuschelhormon frei. Egal ob Katze, Kaninchen oder Pony – glücklich macht, was man mag.

Hunde, Katzen, Hasen - das Hormon Oxytocin wird dann ausgeschüttet, wenn wir Tiere streicheln, die wir mögen. (Bild: Getty Images)

Das Glück lässt sich auch ohne eigenes Haustier erkuscheln

Und natürlich gibt es auch für Menschen, die kein eigenes Haustier halten können oder mögen, verschiedene Möglichkeiten, ihren Oxytocin-Pegel in die Höhe schnellen zu lassen. Klar im Vorteil ist natürlich, wer Freunde mit Tieren hat, noch dazu, wenn man diese öfter sieht. Aber auch viele ältere Menschen oder solche, die viel arbeiten, sind froh, wenn sich ab und an jemand um ihr Haustier kümmert.

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In vielen Tierheimen werden Ehrenamtliche gesucht, in Städten wie Hamburg, München, Leipzig, Regensburg, Rosenheim und anderen gibt es Katzencafés, wo die verkuschelten Vierbeiner quasi zum Inventar gehören und sich gerne streicheln lassen. In Kleintierzoos und -parks gibt es Ziegen, Meerschweinchen oder Hasen, auf Ponyhöfen natürlich Pferde und wer einmal auf einer Alpakafarm war und eines der Tierchen gestreichelt und vielleicht sogar spazieren geführt hat, wird das Grinsen eine ganze Zeit lang nicht mehr aus dem Gesicht bekommen.