Wer hat ein Finstagram? Das soziale Medium nur für Freunde

Soziale Netzwerke haben sich in den letzten Jahren vollständig verändert. Du brauchst einen Beweis? Scrolle dich einmal ganz weit nach unten durch die Facebook-Profile deiner Freunde, bis etwa ins Jahr 2012, und schau, was damals so geteilt wurde – vorausgesetzt die betreffende Person hat all diese peinlichen Fotos nicht doch mal gelöscht. Damals waren die sozialen Medien noch dazu da, zufällige Einblicke in den eigenen Tag zu geben, vielleicht teilte man mal ein iMac-Fotoautomat-Foto oder Songtexte. Und die einzige Person, die dabei Geld verdiente, war Mark Zuckerberg.

Als Weg, sich heute gegen die gestellte Realität in den sozialen Netzwerken zu wehren, haben Teenager jetzt Finstagram ins Leben gerufen – einen alternativen Account, dem nur die engsten Freunde folgen, sodass man frei von sozialem Druck und ohne verurteilt zu werden posten kann. Es klingt vielleicht ein wenig kindisch, aber eine Plattform zu haben, auf der man wirklich man selbst sein kann – und nicht nur die bestmögliche Version seiner selbst – ist unglaublich befreiend.

Es gibt ein paar Regeln für die Kunst des Finstagramming. Erstens, es gibt keine Regeln. Zweitens, der Name dieses Accounts darf auf keinem Fall dem eigenen gleichen, um absolute Privatsphäre zu garantieren. Es gibt Pluspunkte, wenn der Name witzig ist. Drittens, das Profilfoto darf ebenfalls nicht verraten, wem dieser Account gehört, also wähle etwas anderes als dein Gesicht oder eben ein Foto in einer Verkleidung.

Mit einem Finstagram kann man mit seinen Freunden in Kontakt bleiben und diese so über sein Leben informieren, wie es eigentlich mal der Sinn hinter den sozialen Netzwerken war. Anstelle von tausenden Followern hast du jetzt nur eine Handvoll. Hier sind Fotos vom verkaterten Sonntagmorgen oder Videos vom Kampf, den langweiligen Arbeitstag zu überstehen, absolut erwünscht. Finstagrams reißen die sozial konstruierten Wände aus Perfektion ein und sorgen dabei noch für jede Menge großartige Lacher.