Heilwasser: mehr als Sprudel?

Johannes Giesler
·Freier Autor
·Lesedauer: 2 Min.

Mineralwasser aus der Flasche oder Leitungswasser aus dem Hahn: Das ist für viele eine Grundsatzentscheidung. Was aber hat es eigentlich mit Heilwasser auf sich?

Wasserquelle in den Bergen von Südtirol
Wasser direkt aus der Quelle: Stammt es aus besonders tiefen Gesteinsschichten, handelt es sich vielleicht um sogenanntes Heilwasser. Foto: Symbolbild / gettyimages

Trinken ist gesund: Immer wieder heißt es, man solle mehr trinken. Rund 1,5 Liter täglich. Vor allem: Leitungswasser. Denn dabei handelt es sich um eines der am besten kontrollierten Lebensmittel Deutschlands, es ist also von besonders guter Qualität. Dazu kommt, dass es wenig kostet – es ist rund hundertmal günstiger als Mineralwasser aus der Flasche. Und es ist kalorienarm, mineralstoffreich und enthält viele Spurenelemente.

Heilwasser sind Arzneimittel

Viele aber wollen sich zusätzlich etwas Gutes tun und greifen deshalb zum sogenannten Heilwasser. Aber ist der Name wirklich Programm? Tatsächlich steckt darin nicht nur Marketing, sondern auch wirklich Heilendes. Denn bei einem Heilwasser handelt es sich um Arzneimittel.

Die Verbraucherzentrale schreibt, dass es wie alle Medikamente dem Arzneimittelgesetz unterliege. Das heißt: „Es muss durch Studien nachweisen, dass es aufgrund seiner natürlichen Zusammensetzung an Mineralstoffen vorbeugende, lindernde oder heilende Eigenschaften besitzt.“

Zulassungspflicht: Erst prüfen, dann verkaufen

Die Zulassung der Heilwässer in Deutschland erfolgt entsprechend durch eine offizielle Stelle, das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Dort müssen Heilwässer-Unternehmen exakte Gutachten für ihr Produkt einreichen, die Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit belegen.

Und zwar, noch bevor es auf den Markt kommt. Es besteht also eine Zulassungspflicht. Das steht im Gegensatz zum Lebensmittelrecht, wo keine Zulassungsprüfung notwendig und im Grundsatz erlaubt ist, was nicht verboten ist.

Über 20 verschiedene Heilwasser

Was ist im Vergleich zu gewöhnlichen Mineralwassern das Besondere am Heilwasser? Es stammt, so schreibt T-Online, aus sehr tiefen Gesteinsschichten und wurde auf seinem Weg dorthin deshalb besonders gut gefiltert. Heilwässer haben je nach Gestein unterschiedliche und unterschiedlich viele Mineralstoffe in sich aufgenommen.

Jedes Heilwasser ist deshalb anders zusammengesetzt, schmeckt anders und unterscheidet sich in seinen Anwendungsmöglichkeiten. Die Verbraucherzentrale schreibt, es solle deshalb besser „nur nach ärztlicher Rücksprache getrunken werden“. Für manche Heilwässer wird sogar eine zeitliche Begrenzung der Trinkdauer von vier bis sechs Wochen empfohlen. Das gilt etwa für Heilwässer mit viel Sulfat (über 1200 Milligramm pro Liter), die regen die Verdauung an. 

Außerdem gibt es noch beispielsweise Heilwässer mit viel Kalzium für Knochen und Zähne oder Heilwasser mit viel Magnesium für den Stoffwechsel und die sportliche Leistungsfähigkeit. Die Liste ließe sich noch lange weiterführen, immerhin führt die Webseite des Verbandes Deutscher Mineralwasser derzeit 25 Heilwasser in Deutschland. Aber auch die Kurzform hier zeigt schon: Es kommt bei der Wahl des Heilwassers auf den individuellen Bedarf an, deshalb sollte das Etikett auch immer ganz genau gelesen werden.