Herzogin Meghan + Prinz Harry: Wieder gibt’s Ärger um das Oprah-Interview

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"Associated Newspapers", der Herausgeber von "Daily Mail", "Mail on Sunday" und "Mail Online", ist der Ansicht, dass rassistische Schlagzeilen über Herzogin Meghan im Oprah-Interview irreführend präsentiert wurden.

UNSPECIFIED - UNSPECIFIED: In this handout image provided by Harpo Productions and released on March 5, 2021, Oprah Winfrey interviews Prince Harry and Meghan Markle on A CBS Primetime Special premiering on CBS on March 7, 2021. (Photo by Harpo Productions/Joe Pugliese via Getty Images)
Seit Wochen beschäftigt das Oprah-Interview mit Harry und Meghan die Presse. Nun gab es Beschwerden von britischen Zeitungen (Bild: Harpo Productions/Joe Pugliese via Getty Images)

Im Gespräch zwischen Prinz Harry, 36, Herzogin Meghan, 39, und Oprah Winfrey, 67, das am 7. März 2021 auf dem US-Sender CBS erstmals ausgestrahlt wurde, ist Rassismus ein zentrales Thema. "Es gab unbestreitbare rassistische Töne", berichtet die Talk-Masterin. "Es gab ständige Kritik, [und] offensichtliche sexistische und rassistische Äußerungen britischer Boulevardzeitungen."

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Um den Punkt zu veranschaulichen werden den Zuschauern mehr als 30 Schlagzeilen präsentiert. Diese hat sich die britische Zeitung "The Telegraph" einmal genauer angesehen. Ergebnis: Ein Drittel der Überschriften stammen nicht, wie behauptet, von Medien aus dem Vereinigten Königreich, sondern aus Australien und – ausgerechnet – Amerika. Und nicht nur das.

Wurden Zuschauer des Oprah-Interviews manipuliert?

"Viele der Schlagzeilen wurden entweder aus dem Zusammenhang gerissen oder absichtlich bearbeitet [...]", wirft Elizabeth Hartley, Rechtsberaterin von "Associated Newspapers", dem TV-Sender CBS in einem Beschwerdebrief vor. Sie fügte hinzu: "Diese Bearbeitung wurde den Zuschauern nicht klar gemacht, und infolgedessen ist dieser Abschnitt des Programms sowohl ernsthaft ungenau als auch irreführend."

Eine der betroffenen Headlines wurde im Januar 2018 auf der Website "Mail Online" publiziert und beginnt mit der Wiedergabe einer rassistischen Aussage über Meghan. Es folgt unmittelbar dahinter die Einordnung, wer die Beleidigung getätigt hat: die Lebensgefährtin eines Politikers. Die Produzenten des Oprah-Interviews entschieden sich jedoch dafür, die Headline zu verkürzen und nur das beleidigende Zitat zu zeigen. Für die Zuschauer des Interviews entstand dadurch der Eindruck, dass "Mail Online" selbst Meghan Markle beschimpft hat, nicht eine andere Person.

Team von Oprah Winfrey bleibt bei seiner Darstellung

In einem Antwortbrief an "Associated Newspapers" dementiert ein Anwalt von Oprah Winfrey den Vorwurf. Man sei der Ansicht, dass "das Thema Rassismus in der britischen Boulevardpresse ein öffentliches Anliegen ist und, dass der Prinz und die Herzogin ein Recht auf ihre Meinungen zu diesem Thema haben und ihre jeweiligen Meinungen im veröffentlichten Interview fair dargestellt wurden."

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Zu der konkreten Beschwerde der Manipulation sagt der Anwalt, dass die Schlagzeilen entweder "tatsächlich wahr" oder "im Wesentlichen wahr" seien. Die Produktionsfirma von Oprah Winfrey werde die eingeblendeten Montagen mit den Artikel-Überschriften daher nicht abändern.

Der TV-Sender ITV, der die Ausstrahlungsrechte für das Interview mit Prinz Harry und Herzogin Meghan für Großbritannien gekauft hat, sieht das anders. Ein Sprecher erklärte, man werde drei bemängelte Schlagzeilen aus den "Mail"-Publikationen sowie eine Artikel-Überschrift aus der Zeitung "The Guardian" nicht mehr zeigen.

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Verwendete Quelle: mailonline.co.uk, telegraph.co.uk