Herzogin Meghan: Jetzt schießt Meghans Familie zurück

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Herzogin Meghan und Prinz Harry haben Oprah Winfrey ein sensationelles Interview gegeben – voller Vorwürfe gegen die Royals, aber auch Meghans Familie. Die meldet sich nun zu Wort.

Herzogin Meghan
Herzogin Meghan

Es ging um Rassismus, Sexismus, Suizidgedanken, finanzielle Engpässe und mangelnde Unterstützung: Herzogin Meghan, 39, und Prinz Harry, 36, haben in ihrem explosiven Interview mit Oprah Winfrey, 67, kein Blatt vor den Mund genommen. Das mediale Echo: gigantisch. Die amerikanische Presse ist begeistert, die britische bestürzt.

Während die Königsfamilie rund um Queen Elizabeth, 94, stundenlang an einem passendem Statement gefeilt haben soll, überlegt die Familie von Herzogin Meghan nicht zweimal – und teilt ihre Gedanken sofort munter mit Zeitungen und Fernsehsendern.

Samantha Markle schießt gegen Herzogin Meghan

Es passiert nicht oft, dass Herzogin Meghan öffentlich über ihre zerrüttete Familie spricht. Im Gespräch mit Oprah Winfrey tut sie es – und macht vor allem ihrer Halbschwester Samantha Markle, 56, schwere Vorwürfe. Meghan betonte, dass sie als Einzelkind aufwuchs und Samantha seit über 20 Jahren nicht mehr gesehen habe. Wieso diese nun ein Enthüllungsbuch mit dem Titel "The Diary of Princess Pushy's Sister" geschrieben hat, könne sich die Herzogin nicht erklären. "Ich denke, es ist sehr schwer, alles zu erzählen, wenn man mich nicht kennt", so Meghan. Außerdem behauptete die Herzogin, dass Samantha ihren Nachnamen erst zurück zu 'Markle' änderte, als Meghan anfing, Prinz Harry zu daten. "Ich denke, das sagt genug", sagte die Herzogin bedeutungsschwer.

Vorwürfe, die Samantha Markle nicht so stehen lassen will. Gegenüber der britischen Zeitung "Daily Mail" versichert die 56-Jährige nun, dass Meghan und sie sich in den letzten 20 Jahren sehr wohl gesehen haben. "Ich weiß nicht, wie sie sagen kann, dass ich sie nicht kenne und sie ein Einzelkind war. Wir haben Fotos, auf denen wir ein Leben lang zusammen sind. Wie kann sie mich also nicht kennen?", sagt Markle und weist Fotos vor, die die beiden Frauen zusammen in verschiedenen Stadien ihres Lebens zeigen – zuletzt im Jahr 2008, vor 13 Jahren, bei Samanthas College-Abschluss.Oprah-Interview: Die wahre Geschichte des Megxits

Auch die Anschuldigung, sie habe ihren Nachnahmen nur wegen Meghans Beziehung mit Harry geändert, weist Markle zurück. "Ich war eine Markle, bevor sie es war", sagt Samantha und legt eine offizielle Namensänderung vor, die auf Dezember 1997 datiert ist sowie ihr College-Diplom (aus 2008), auf dem Samantha M. Markle steht.

Doch damit nicht genug: Samantha Markle beschuldigt Meghan weiter, ihre psychische Gesundheit [Anm. d. Red.: Meghan sprach im Interview mit Oprah Winfrey über ihre Selbstmordgedanken] als "Ausrede" zu benutzen, um Menschen "wie Abwaschlappen" zu behandeln. Dafür habe sie "nur wenig Sympathie".

Das sagt Meghans Vater Thomas Markle

Herzogin Meghan sprach mit Oprah Winfrey auch über das Verhältnis zu ihrem Vater Thomas Markle, mit dem es nach ihrer Hochzeit im Mai 2018 endgültig zum Bruch kam. Der Grund: Thomas Markle sprach immer wieder mit Boulevardzeitungen über das Privatleben seiner Tochter, trat in TV-Shows auf und nahm auch sonst kein Blatt vor den Mund.

Seither fühle sich Meghan von ihrem eigenen Vater "verraten", sie könne nicht verstehen, wieso er ihr all das angetan habe. "Ich sehe Archie an, ich denke an dieses Kind, und ich kann mir wirklich nicht vorstellen, irgendetwas zu tun, um meinem Kind absichtlich Schmerzen zuzufügen", erklärte Meghan im Interview sichtlich berührt.

Harter Tobak, auf den Thomas Markle in der TV-Show "Good Morning Britain" heute morgen zum ersten Mal eingeht. Es sei das erste Mal in vier Jahren, dass er etwas von Meghan gehört habe, so Markle und erklärt, dass er zuletzt 2018, kurz vor ihrer Hochzeit, mit ihr Kontakt hatte, als er wegen eines Herzinfarktes im Krankenhaus lag. "Das letzte Mal, als wir gesprochen haben, haben wir eigentlich nicht gesprochen, wir haben uns SMS geschrieben, ich lag in einem Krankenhausbett, nachdem ich einen Herzinfarkt hatte. Ich musste ihnen sagen, dass ich nicht zur Hochzeit kommen kann. An diesem Punkt haben wir uns so gut wie verabschiedet", sagt Markle. "Harry hat zu diesem Zeitpunkt zu mir gesagt, 'wenn du auf mich gehört hättest, wäre dir das nicht passiert'. Ich lag in einem Krankenhausbett, nachdem ich einen Eingriff hatte und Stents eingesetzt bekam, und fand das rotzfrech, also habe ich aufgelegt."Oprah-Interview: Live-Ticker zum Talk von Prinz Harry und Herzogin Meghan

Von dem Interview seiner Tochter sei er "enttäuscht", verrät Thomas Markle weiter. "Ich habe mich für diese Sache [Anm. d. Red.: Inszenierung von Paparazzi-Fotos vor Meghans Hochzeit] mindestens 100 Mal oder so entschuldigt. Ich wünschte, ich hätte die ganze Sache nicht gemacht", so Markle. "Aber hier ist die andere Seite der Medaille. Niemand hat sich die Zeit genommen, irgendein Mitglied unserer Familie zu schützen. Wir wurden jeden Tag von der Presse angegriffen. Niemand war da, um sich um uns zu kümmern, niemand hat sich um uns gekümmert."

"Unterm Strich habe ich noch nie etwas von Meghan oder Harry in irgendeiner Form gehört", klagt Thomas Markle weiter an. Das sei einer der Gründe, wieso er weiterhin mit der Presse spreche. Aber: "Wenn sie [Meghan und Harry] sich entscheiden, mit mir zu sprechen, werde ich aufhören, mit der Presse zu sprechen", erklärt Markle, knüpft sein Versprechen allerdings auch an eine Bedingung: "Wenn ich in 30 Tagen nichts von ihnen höre, werde ich eine weitere Geschichte für die Presse machen."

Zu der angeblichen Diskussion rund um Archies Hautfarbe sagte Thomas Markle, er hoffe, dass es sich hierbei "nur um eine dumme Frage" handle. "Ich habe großen Respekt vor den Royals und ich denke nicht, dass die britische Königsfamilie überhaupt rassistisch ist. Ich glaube nicht, dass die Briten rassistisch sind", so Markle weiter.

Oprah-Interview: Archies Haufarbe war Thema im Palast und oder der Familie (Rassismus Vorwurf)

Trotzdem betont er: "Ich möchte noch einmal sagen. Es tut mir leid, was ich getan habe. Das war vor zwei Jahren. Aber ich habe versucht, es bei ihr wieder gut zu machen. Ich bin jetzt nur noch 70 Meilen weit weg. Ich habe nie aufgehört, sie zu lieben. Ich bin nicht mit allen Dingen einverstanden, die meine Kinder tun. Aber ich werde sie immer lieben. Und ich liebe Meghan ganz sicher."

Halbbruder Thomas Markle Jr. äußerte sich noch VOR dem Interview

Herzogin Meghans Halbbruder Thomas Markle Jr. äußerte sich bereits vor dem mit Spannung erwarteten Interview gegenüber der deutschen Zeitung "Bild". "Ich weiß aus sicherer Quelle, dass die Situationen, die in dem 'Times’-Artikel beschrieben werden, wahr sind", stellt der Halbbruder der Herzogin klar und bezieht sich dabei auf die jüngsten Mobbing-Vorwürfe gegen seine Halbschwester, die nur wenige Tage vor dem Oprah-Interview von ehemaligen Palastmitarbeitern bekannt gemacht wurden. "Ich habe schon früher gehört, dass Harry sich nach einem gemeinsamen Abendessen beim Koch und den Kellnern für ihr unhöfliches Verhalten hat entschuldigen müssen. Niemand konnte sie ausstehen. Das ist nicht die Meghan, die mein Vater, meine Schwester Samantha und ich großgezogen haben. Niemand kann das verstehen", so Markle weiter.

Verwendete Quellen:dailymail.co.uk, bild.de, express.co.uk, itv.com/goodmorningbritain, independent.co.uk, liverpoolecho.co.uk