Ich hielt meinen Freund für perfekt, bis er mir das Geheimnis in seiner Wohnung zeigte

Ruthie Darling

Richard und ich lernten uns vor fast drei Jahren auf einer Buchparty kennen. Er hatte damals gerade seine langjährige Ehe beendet. Durch unsere gemeinsame Begeisterung für Mode fanden wir sofort einen Draht zueinander. Ich konnte mich an diesem Abend so offen mit ihm unterhalten, weil ich davon ausging, dass er schwul war.

Richard trug einen violetten Anzug von Lanvin, den er mit einer Blümchenkrawatte, einem Einstecktuch mit Tupfen und mit gestreiften Socken kombiniert hatte. Erst nach unserem dritten Date – bei dem er einen blauen Anzug mit Karomuster und rote Schuhe trug – wurde mir allmählich klar, dass er gar nicht mein modebewusster schwuler Freund, sondern mein stylischer
fester Freund werden wollte.

Unsere Beziehung entwickelte sich großartig. An den Wochenenden stöberten wir gerne durch Second-Hand-Läden. Und wenn ich beruflich verreisen musste, flog er mir hinterher. Er übernachtete oft mehrere Tage hintereinander in meiner Wohnung. Doch irgendetwas fehlte. Denn ich durfte ihn nie in seiner Wohnung
besuchen.

Ich fragte mich, was sein Geheimnis war

Ich fragte mich, was er wohl zu verbergen hatte. Eine zweite Familie, eine Vorliebe für Tierkörperpräparation, seine Mutter? Die Situation kam mir vor allem deshalb so merkwürdig vor, weil ein Mann mit einem so unglaublich guten persönlichen Stil doch mit Sicherheit in einer der schicksten Wohnungen leben musste.

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Es dauerte ziemlich lange, bis ich ihn dazu überreden konnte, mich zu sich nach Hause einzuladen. Er wich meinen Anfragen immer wieder aus oder vertröstete mich mit Plattitüden wie “Irgendwann einmal, mein Schatz.” Ich spürte, dass dies ein heikles Thema für ihn war. Und da ich unser Liebesglück nicht gefährden wollte, machte ich dieses Spielchen ein ganzes Jahr lang mit.

Bis mir irgendwann dann doch der Geduldsfaden riss. Ich hatte einen...

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