Historiker erhebt schwere Vorwürfe gegen den FC Bayern

Ben Barthmann
freier Sportjournalist

Der Historiker Jens Wollner hat schwere Vorwürfe gegen den FC Bayern München erhoben. Die erfolgreiche Vergangenheit des deutschen Rekordmeisters basiere auch auf Steuerhinterziehung und Schwarzgeld.

Der FC Bayern München hat wohl eine kriminelle Vergangenheit. (Bild: Getty Images)

In seinem neuen Buch “Gerd Müller oder Wie das große Geld in den Fußball kam" beschäftigt sich Wollner vorrangig mit dem namensgebenden Stürmer, wirft aber auch einen Blick auf die Vergangenheit des FC Bayern. Dieser fällt wenig schmeichelhaft aus.

In den Sechziger- und Siebzigerjahren soll der FC Bayern laut Wollner in diverse kriminelle Machenschaften verwickelt gewesen sein. Der Klub habe sich damals aufgrund “Schwarzgeldzahlungen und Steuerhinterziehung unter den Augen der CSU und der bayerischen Staatsregierung” zu dem entwickelt, was er heute sei. Die Politiker, so der Vorwurf Wollners, hätten “systematisch” beide Augen zugedrückt, wenn es um den FCB ging.

Aufstieg des FC Bayern hat “kriminelle Kehrseite”

So soll etwa einem ehemaligen Manager über Jahre hinweg ein Betrag von 350.000 Euro Schwarzgeld überwiesen worden sein, um Spieler wie eben Gerd Müller oder auch Franz Beckenbauer an den Klub zu binden. Eingetrieben wurde das Geld oftmals durch Freundschaftsspiele, viele davon im Ausland.

Münchens ehemaliger Oberbürgermeister soll von vielen Praktiken nicht nur gewusst, sondern auch aktiv daran teilgenommen haben. So habe er etwa das Zollverfahren am Flughafen mit seiner Autoritätsmacht für den FC Bayern ausgesetzt. Die “kriminelle Kehrseite” des bayerischen Aufstiegs ist für Wollner damit klar.

Gleichwohl aber führte der Autor kürzlich in einem Interview mit dem Münchner Merkur sowie der tz an, dass vergleichbare Vorgänge wohl bei allen Bundesligisten “im Übergang vom Amateur- zum Profifußball” zu finden wären.

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