Hitzewelle in Europa: Was passiert mit dem Körper, wenn er überhitzt?

Die aktuelle Hitzewelle betrifft uns alle [Foto: Getty]

Die meisten Menschen freuen sich über so eine Hitzewelle: Abendessen im Garten, faule Tage im Park, Spaß am Strand – was sollte man dagegen haben Aber die Hitze birgt auch so einige Gesundheitsrisiken. Das liegt größtenteils daran, dass unsere Körper nicht besonders gut darin sind, mit extremen Temperaturschwankungen umzugehen.

“Obwohl sich viele von uns auf die warmen Tage freuen, ist es sehr wichtig, sich gut auf sie vorzubereiten. Die Hitze kann nämlich auch schwere gesundheitliche Probleme verursachen“, erklärt Dr. Diana Gall von Doctor4U.

Und das passiert mit unserem Körper, wenn das Thermometer steigt.

Man trocknet aus

“Eines der bekanntesten Gesundheitsprobleme, die man mit Hitze verbindet, ist die Dehydration. Dazu kommt es, wenn unser Körper mehr Flüssigkeit verliert, als ihm zugeführt wird“, erklärt Dr. Diana Gall von Doctor4U.

“Das kann sehr gefährlich sein, besonders wenn man bedenkt, dass der Körper eine bestimmte Menge an Wasser benötigt, um richtig funktionieren zu können. Ohne ausreichende Flüssigkeit kann es zu Symptomen wie Mundtrockenheit, Schwindel, Erschöpfung und dunklem, stark riechendem Urin kommen.

Laut Dr. Gall kann es auch sein, dass man nicht mehr so häufig wie sonst auf die Toilette muss.

“Zum Glück kann man Dehydration entgegenwirken, indem man mehr Flüssigkeit zuführt und dafür sorgt, dass man genug trinkt, so dass es gar nicht erst dazu kommt.“

Sie sagt, dass man gut an der Farbe des Urins erkennen kann, wie viel Wasser ausreichend ist.

“Wenn er klar ist oder eine helle Farbe hat, nehmen Sie wahrscheinlich genügend Flüssigkeit zu sich”, fügt sie hinzu.

Dehydration kann außerdem zu trockener Haut führen. Allerdings kann man dies vermeiden, indem man mehr trinkt und Feuchtigkeitscreme benutzt.

Man schwitzt mehr

Und mit mehr meinen wir literweise.

“Wenn Ihr Körper überhitzt, aktiviert die Temperatur des Blutes eine bestimmte Region im Gehirn. Diese verursacht verstärktes Schwitzen. Außerdem kann der Herzschlag schneller werden“, erklärt Dr. Gall.

“So passt sich der Körper an die Hitze an. Wenn man schwitzt, verliert man auch Flüssigkeit und es kann sein, dass man schneller dehydriert wird als an einem kühleren Tag. Man erkennt das in der Regel an einem trockenen Mund und vermehrtem Durst – also sorgen Sie in dem Fall dafür, dass Sie sich abkühlen und genügend trinken.“

Heiß, heiß, heiß! [Foto: Getty]

Man überhitzt

Zu den Anzeichen, dass man überhitzt ist, können Hautkribbeln, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und eine erhöhte Herzfrequenz gehören. All diese Symptome können darauf hindeuten, dass man auf dem Weg zu einem Hitzekollaps oder einem Hitzschlag ist.

“Ein Hitzschlag setzt ein, wenn der Körper nicht mehr dazu in der Lage ist, sich selbst abzukühlen. Das kann passieren, wenn man überhitzt“, erklärt Dr. Gall.

“Es ist wichtig, dass man in diesem Fall sofort handelt, denn so hat man die besten Chancen auf eine schnelle Wiederherstellung. Zu den Anzeichen, auf die man achten sollte, gehören Muskelkrämpfe, Schwitzen (oder gar kein Schwitzen trotz Hitze), sich kühl anfühlende Haut, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie ein schneller Herzschlag.

“In diesem Fall ist es wichtig, den Körper abzukühlen, selbst wenn sich die Haut kalt anfühlt. Dies erreicht man durch eine kalte Dusche oder ein kaltes Bad und indem man seinen Flüssigkeitshaushalt mit vielen kleinen Schlucken Wasser wieder auffüllt.“

Kognitive Fähigkeiten und Konzentration können ebenfalls leiden, wenn Körper und Gehirn dehydriert und überhitzt sind.

Die Haut kann verbrennen

Rosafarbene Haut ist ein äußerliches Anzeichen dafür, dass der Körper zu viel Sonne abgekommen hat.

“Viele Menschen wollen braun werden, indem sie stundenlang in der Sonne liegen. Es ist allerdings wichtig zu wissen, dass man damit auch die Haut schädigt. Das kann nicht nur im Augenblick schmerzhaft sein, sondern auch später im Leben gesundheitliche Probleme verursachen“, erklärt Dr. Gall.

Sonnenbrand geht oftmals Hand in Hand mit Dehydration, aber man kann ihn recht einfach vermeiden.

“Um zu verhindern, dass die Haut beim Sonnenbaden verbrennt, sollten Sie eine Sonnencreme mit Breitband-Spektrum-Schutz nutzen und diese häufig auftragen“, rät Dr. Gall.

Risiken vermeiden

“Um zu vermeiden, dass Sie die Sommerhitze krank macht, sollten Sie während der heißesten Stunden (normalerweise zwischen 11 und 15 Uhr) drinnen bleiben. Es hilft außerdem, lockere Kleidung zu tragen, damit die Luft besser zirkulieren kann, viel Wasser zu trinken und sicherzustellen, dass man eine Breitband-Spektrum-Sonnencreme mit mittlerem bis hohem Lichtschutzfaktor nutzt“, rät Dr. Gall.

Marie Claire Dorking

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