Hobbycop hilft bei Verfolgungsjagd - und wird selbst festgenommen

Ein 30-jähriger Hobby-Polizist schaltete sich in North Carolina kurzerhand in eine Verfolgungsjagd ein (Symbolbild: Getty Images)

Ein Mann im US-Bundesstaat North Carolina mischte sich in eine Verfolgungsjagd ein und verhaftete sogar die Verdächtigen. Das Problem: Er war selbst gar kein Polizist.

Polizisten in Wilson, North Carolina, waren auf der Suche nach einem Mordverdächtigen, als sie gegen 23 Uhr einen Wagen auf einem Supermarktparkplatz anhielten. Als sie sich dem Auto näherten, gab der Fahrer allerdings Gas und floh vor der Kontrolle. Die Beamten machten sich auf die Verfolgungsjagd und waren überrascht, als sie nach etwa drei Kilometern ihrerseits von einem schwarzen Ford Taurus mit blauem Blinklicht überholt wurden.

Der Taurus setzte sich vor den Wagen der flüchtigen Verdächtigen, schnitt ihnen den Weg ab und zwang sie so, ihr Tempo zu drosseln, bis sie zwischen ihm und den nachfolgenden Polizisten gefangen waren. Doch der Taurus-Fahrer beließ es nicht bei dieser freundlichen wenn auch ungefragten Hilfsaktion. Der 30-Jährige David Adams verließ sein Auto und zwang die fünf Insassen des Fluchtwagens mit vorgehaltener Waffe, auszusteigen. Er legte dem Fahrer sogar Handschellen an und durchsuchte ihn, wie der Lokalsender WITN berichtete.

Verdutzte “Kollegen” kommen zu spät

Mittlerweile waren auch die echten Polizisten vor Ort erschienen und ziemlich verwundert über das Bild, das sich ihnen bot. Da sie nicht sicher sein konnten, dass es sich wirklich um einen Kollegen handelte, forderten sie Adams auf, die “Festnahme” zu unterlassen. Umsonst war die Verfolgungsjagd nicht, denn im Auto befanden sich MDMA Pillen, Codein. Dazu sollen die Verdächtigen während der Fahrt eine Waffe aus dem Auto geworfen haben. Der gesuchte Mordverdächtige war nicht unter den Insassen, dafür jedoch sein 18-jähriger Bruder. Als sich die Beamten um die Verdächtigen im Fluchtauto gekümmert hatten, war der selbsterklärte Hilfscop allerdings schon über alle Berge verschwunden, bevor seine “Kollegen” mit ihm sprechen konnten.

Die Polizei fand deshalb erst im Nachhinein heraus, dass es sich um Adams handelte und er keineswegs ein echter Polizeibeamter ist. Nach einem Strafbefehl wurde der “Taurus-Sheriff” folgerichtig selbst verhaftet. Gegen 1500 Dollar Kaution kam er wieder auf freien Fuß. Er muss sich nun allerdings vor einem Gericht dem Vorwurf der Amtsanmaßung stellen. Die fünf Flüchtigen wurden alle wegen kleinerer Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz angeklagt.