"Höhle der Löwen" 2019: Diese besonderen und skurrilen Momente bleiben in Erinnerung

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Eine Geschichte, die den Löwen die Tränen in die Augen treibt, ein "Hammerauftritt", der ihnen höchsten Respekt abverlangt und die Schimpftirade von Georg Kofler, die nicht nur zwei Gründer sprachlos zurückließ: Diese Momente aus "Höhle der Löwen" sorgten 2019 noch lange für Gesprächsstoff.

Nach einem Sportunfall musste Patrick Mayer seinen Traum einer Profikarriere aufgeben. (Bild: VOX)

Bewegende Gründergeschichte

Patrick Mayer hatte einst den Traum, Snowboard-Profi zu werden. Im Alter von 21 Jahren hatte er einen schweren Sportunfall. Seitdem ist er auf einen Rollstuhl und Gehhilfen angewiesen. Dadurch hat sich sein Leben um 180 Grad gewendet. Eine sehr schwierige Zeit, die Patrick geprägt hat. "Im ersten Moment bricht eine Welt zusammen". Die Leidenschaft für den Wintersport bewahrte er sich und kam so auf die Idee, "Wheelblades" zu entwickeln - speziell angefertigte Kufen, die unter die Vorderräder eines Rollstuhls gesteckt werden, um das Einsacken im Schnee zu verhindern. Seine Lebensgeschichte und sein Mut beeindrucken alle Löwen, doch es reicht am Ende nicht für einen Deal.

Rubin Lind pokerte hoch - und gewann. Nur leider kam der Deal letztlich doch nicht zustande. (Bild: VOX)

"Der hat Arsch in der Hose"

Als der Gründer Rubin Lind seine Lern-App "Skills4School" pitchte, war er gerade mal 19 Jahre alt. Die „Skills4School“-App bietet innovatives und interaktives Lernen am Smartphone. Man wählt ein Bundesland, die Schulform, die Klasse, das Fach und dann die Themen – die App misst bei den Fragen auch den Lernfortschritt der Schüler. Eine Idee, die bei Georg Kofler und Carsten Maschmeyer sehr gut ankam – sie boten 700.000 Euro für 30 Prozent des Start-ups. Das ist Lind nicht genug, er winkt ab und geht.

Dann geschieht etwas, das es noch nie gab: Die Löwen holen den Gründer zurück und verbessern ihr Angebot, bis Lind schließlich zusagt. "Der hat Arsch in der Hose" und "Hammerauftritt, Hammertyp", sind sich die Löwen einig. Zu dem Deal ist es dann übrigens doch nicht gekommen: Lind hatte noch vor der Ausstrahlung der Folge Anfang September einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens eingereicht, wie er "Gründerszene" erzählte. "Der Deal stand eigentlich, aber dann waren sich der Altgesellschafter und die neuen Gesellschafter uneinig“, so Lind. Nach rund drei Monaten haben Maschmeyer und Kofler den Deal abgesagt.

"Höhle der Löwen": Die Top- und Flop-Produkte 2019

Dass Carsten Maschmeyer kein Freund von Trockenfleisch ist, hat einen ganz besonderen Grund. (Bild: Getty Images)

"Leichen zersägen"

Die Idee des Gründer-Trios von Renjer, nachhaltiges Trockenfleisch von Wildtieren wie Rentier, Elch oder Hirsch anzubieten, kam bei den Löwen gut an. Nur Carsten Maschmeyer kam absolut nicht auf den Geschmack. Seine Erklärung dafür, warum er nicht an einem Deal interessiert war: "Trockenfleisch erinnert mich an mein Medizinstudium. Wenn wir in Anatomie die Leichen zersägt haben, dann sahen die Muskeln so aus."

Bei der durchaus optimistischen Forderung zweier Gründer platzte Georg Kofler der Kragen. (Bild: Getty Images)

Schimpftirade von Georg Kofler

Beim Pitch der beiden Gründer Martin Schott und Raphael Fellmer von Sirplus im September rastete Georg Kofler minutenlang aus. In "Rettermärkten" und online vertreiben die Gründer abgelaufene Lebensmittel, die noch genießbar sind. Für diese Idee wollten sie 700.000 Euro für gerade einmal sechs Prozent der Anteile haben. Eine Forderung, die Kofler auf die Palme brachte: "Was mich fundamental stört, ist euer moralisierendes Schöngerede von eurem Geschäftsmodell. Ihr macht ein normales kaufmännisches Geschäft und tretet hier an wie die Moralapostel, die die Welt retten wollen. Und kommt mit einer Bewertung daher, die euch als obergierige Kapitalisten erscheinen lässt." Weiter meinte er: "Ich kann das schon gar nicht mehr hören, dieses Gewäsch! Ich finde euch total unglaubwürdig. Eure Bewertung ist absurd. Ihr sagt: 'Ich war fünf Jahre im Geldstreik, aber jetzt möchte ich mit einem Schritt zum Multimillionär werden!' Das ist gieriger als der freie Kapitalist, der sich auch noch dazu bekennt."

Ein Satz mit X: Das waren die kuriosesten TV-Pannen 2019

Die Pfanne von Tom Becker und Jan Heitmann kam bei Ralf Dümmel sofort gut an. (Bild: VOX)

Der schnellste Deal des Jahres

Tom Becker und Jan Heitmann haben ein Jahr lang an der "Easy Pan" getüftelt – einer Pfanne, die dank des erhöhten Randes das Schwenken erleichtern soll. Zudem kann der Griff abgenommen werden, sodass die Pfanne auch im Ofen verwendet werden kann. Eine Idee, bei der Ralf Dümmel sofort zuschlug. 25.000 Euro wollten die Gründer für 20 Prozent der Firmenanteile. "Wenn ein Löwe zu euch passt, dann bin ich der richtige Partner", so Dümmel. "Lasst uns an die Arbeit geben. Lasst uns das Ding groß machen. Es ist so ein faires Angebot."

Lukas Passia und Vincent Efferoth machten den ersten 0-Euro-Deal bei "Höhle der Löwen". (Bild: VOX)

Der erste 0-Euro-Deal

"Wir gehen heute nicht ohne Handschlag raus", kündigten Lukas Passia und Vincent Efferoth an, die ihren "Noveltea" präsentierten. Der hochwertige Tee wird mit hochprozentigem Alkohol wie Gin, Whisky oder Rum kombiniert und kann sowohl kalt als auch heiß serviert werden. Für nur 10 Prozent Unternehmensbeteiligung wollten die beiden 450.000 Euro haben. "Ich gebe euch die 15 Prozent, wenn ich pro verkaufter Flasche einen Euro zurückbekomme, bis 450.000 Euro erreicht sind", hielt Dagmar Wöhrl dagegen. Die Gründer schlugen ein – und Frank Thelen zeigte sich beeindruckt vom Verhandlungsgeschick seiner Kollegin: "Respekt: 15 Prozent Anteile am Unternehmen für 0 Euro!"

Egli sucht Quote: Das waren die größten TV-Flops 2019

Mit 17 Jahren ist Max Rongen bislang der jüngste Gründer, der einen Deal bei "Die Höhle der Löwen" abstaubte. (Bild: VOX)

Der jüngste Kandidat der "Höhle der Löwen"-Geschichte

Weil Max Rongen bei der Aufzeichnung der "Höhle der Löwen"-Sendung erst 17 Jahre alt war, brachte er seinen Papa mit. Der jüngste Kandidat der Geschichte hatte bereits ein Jahr zuvor sein Unternehmen Plantbreak gegründet, das Backmischungen für Fitness-Riegel anbietet. Ralf Dümmel holte sich den Deal und zahlte 50.000 Euro für 25 Prozent der Anteile.