Hongkong: Wie ein blutendes Auge zum Symbol der Proteste wurde

Das blutende Auge hat sich in der Ikonographie der Hongkonger Protestbewegung etabliert (Bild: Lillian Suwanrumpha/AFP)

Es ist eines der markantesten Bilder aus den anhaltenden Protesten in Hongkong: junge Demonstranten, die ein Auge abgedeckt haben, meistens mit einem Verband oder Pflaster, die mit aufgemalten Blutflecken versehen sind.

Manche verwenden auch Augenklappen oder Tücher, oder halten einfach eine Hand vor das Gesicht.

Eine Demonstrantin hält sich bei einer Protestaktion auf dem Edinburgh Place ein Auge zu (Bild: Anthony Wallace/AFP)

Die symbolische Verhüllung erinnert an einen der berüchtigten Fälle von Polizeigewalt gegen die Protestierenden. Mitte August während einer Protestaktion in Kowloon eine junge Frau, womöglich selbst Demo-Sanitäterin, durch ein Gummigeschoss der Polizei am rechten Auge schwer verletzt.

Eine Demonstrantin am Flughafen von Hongkong (Bild: AP Photo/Kin Cheung)

Bilder der brutalen Szene verbreiteten sich schnell im Netz. Das verdeckte Auge als Geste der Solidarisierung war wenig später bei den Mahnwachen vor dem Krankenhaus, in dem die Verletzte behandelt wurde, sowie den Besetzungen des Flughafens zu sehen.

Protestplakat auf einer Kundgebung in Hongkong (Bild: Reuters/Kim Hong-Ji)

Die Proteste in Hongkong begannen Ende März und richten sich gegen den wachsenden Einfluss der chinesischen Regierung auf die rechtlich bisher weitgehend autonome Sonderverwaltungszone.

Teilnehmer einer Solidaritäts-Demo in Taiwan (Bild: AP Photo/Chiang Ying-ying)

Auslöser war zunächst ein geplantes Gesetz zur Auslieferung von Häftlingen in die Volksrepublik. Bei den größten Massendemonstrationen im Juni und August gingen jeweils über eine Million Menschen auf die Straße.