Immer noch schwere Kämpfe gegen IS in Ostsyrien

Konstantin Delles
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Eine heruntergerissene IS-Flagge während einer SDF-Offensive gegen die Reste des "Kalifats" im März 2019 (Bild: Giuseppe Cacace/AFP)
Eine heruntergerissene IS-Flagge während einer SDF-Offensive gegen die Reste des "Kalifats" im März 2019 (Bild: Giuseppe Cacace/AFP)

Mit den jüngsten Anschlägen in Frankreich und Österreich hat sich der sogenannte “Islamische Staat” auf brutale Weise zurück ins Bewusstsein des “Westens” gedrängt. In seinem Kerngebiet im Irak und Syrien hat der Krieg gegen die Dschihadisten jedoch auch nach der Zerschlagung des IS-”Kalifats” 2019 nie aufgehört.

So kämpfen auch die kurdisch-arabischen Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) weiter gegen IS-Zellen, insbesondere in der ostsyrischen Region Deir ez-Zor an der Grenze zum Irak. Die Dschihadisten würden derzeit verstärkt versuchen, sich zu reorganisieren und wieder die Kontrolle über die Region zu erlangen, berichtete die Sprecherin des Militärrats von Deir ez-Zor, Lîlwa Abdullah, der kurdischen Nachrichtenagentur ANHA.

Schläferzellen des IS verübten zuletzt immer wieder Anschläge auf Anführer der SDF, Vertreter der lokalen Selbstverwaltung und Stammesführer. Die Angriffe würden zunehmen, je weiter der Wiederaufbau in der Region voranschreite. Abdullah selbst überlebte im September einen Attentatsversuch, bei dem ihr Fahrer verletzt wurde. Sie beschuldigt zudem auch die Assad-Regierung und den Iran, eigene Terrorzellen zur Destabilisierung des Gebiets zu unterhalten.

Appell für mehr internationale Unterstützung

Im Kampf gegen den IS würde sich Abdullah mehr internationale Unterstützung wünschen: “Deir ez-Zor ist sehr groß und daher ist der Kampf großen Schwierigkeiten ausgesetzt. Es bereitet uns Schwierigkeiten, dass wir nicht über die notwendige Militärtechnologie zur Aufklärung verfügen. Die internationale Koalition sollte unseren Kampf gegen diese Zellen stärker unterstützen.”

Im Norden Syriens werden die kurdischen Kräfte zudem weiter von der türkischen Armee und mit dieser verbündeten syrischen Rebellen bedrängt, die seit zwei Invasionen 2018 und 2019 einige Gebiete besetzt halten. In den angrenzenden Regionen kommt es seitdem regelmäßig zu Artillerieangriffen und kleineren Gefechten.