In diesen Lebensmitteln versteckt sich Alkohol

Larissa Kellerer
Freie Autorin

Rumkugeln oder Weinsauerkraut– bei einigen Lebensmitteln sagt schon der Name, dass Hochprozentiges enthalten ist. Doch es gibt auch Produkte, denen man nicht gleich anmerkt, dass sie alkoholhaltig sind.

Auch in Brot kann Alkohol enthalten sein. (Bild: Getty Images)

Alkohol kann entweder natürlicherweise in Lebensmitteln entstehen oder bei der Herstellung zugesetzt werden. Zu Lebensmitteln, die von Natur aus Alkohol enthalten, gehören zum Beispiel Fruchtsäfte, Obst und Brot. Erzeugt wird der Alkohol hier meist durch natürliche Bakterien, Pilze und Hefen. Brot beispielsweise, vor allem Roggen- oder Weizenbrot, hat nach dem Backen circa 0,2 – 0,3 Volumenprozent. Überreife Bananen können bis zu 0,6 Prozent Alkohol enthalten und Fruchtsäfte enthalten circa 0,2 bis 0,4 Volumenprozent.

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Manchen Lebensmitteln wird während der Produktion Alkohol hinzugefügt. Dabei fungiert Alkohol als Konservierungsmittel oder als Geschmacksgeber. In Deutschland muss der Gehalt in Nahrungsmitteln in der Zutatenliste gekennzeichnet sein, meist taucht der Alkohol dann unter dem Fachnamen “Ethanol“ auf. Auch Weingeist und Spiritus sind als Bezeichnungen möglich, ebenso wie der Name des verwendeten alkoholischen Getränks, wie z.B. Weinbrand, Calvados oder Amaretto. Wird Alkohol als Trägerstoff – zum Beispiel für Aromen – beigemischt, so gilt er laut Lebensmittelgesetz nicht als Zutat und muss daher auch nicht in der Zutatenliste aufgeführt werden.

Komplizierter wird es beim offenen Verkauf. Bei lose verkauften Lebensmitteln, etwa an der Kuchentheke beim Bäcker, auf dem Wochenmarkt, in der Eisdiele oder im Restaurant, besteht keine Kennzeichnungspflicht für Alkohol. Hier hilft also nur Nachfragen!

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Auch alkoholfreies Bier, alkoholfreier Wein oder Sekt enthalten bis zu 0,5 Prozent Alkohol - völlig legal, denn die Kennzeichnungspflicht bei Getränken fängt erst bei 1,2 Prozent Alkohol an.

Einige Produkte enthalten Alkohol, obwohl Sie dies nicht erwarten würden. (Bild: Getty Images)

Beispiele für Produkte, die Alkohol enthalten, obwohl man ihn dort nicht unbedingt erwartet: Süßwaren wie Fertigkuchen, Marzipan, Marmelade, Schokolade und Desserts sowie Suppen, Saucen, Salatdressings und herzhafte Gerichte wie Hühnerfrikasse, Fischragout und Käsefondue.

Ist Alkohol in Lebensmitteln gesundheitsschädlich?

Egal ob natürlicherweise vorhanden oder während der Herstellung zugefügt: Die Menge an Alkohol, die über Lebensmittel aufgenommen wird, ist normalerweise sehr gering und wird daher als unbedenklich eingestuft. Das gilt auch für Kinder und Schwangere. Etwas anders sieht die Sache bei trockenen Alkoholikern aus, denen empfohlen wird, keine Lebensmittel zu sich zu nehmen, die nach Alkohol schmecken oder riechen.

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