Instagram: 20 Prozent aller Fashion-Produkt-Posts enthalten Fälschungen

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

Auf Instagram sind tausende Markenfälscher aktiv: Auf rund 20 Prozent der Fashion-Produkt-Posts wird gefälschte Ware beworben. Warum besonders Instagram Stories für die Fälscher interessant sind und wie die US-Regierung gegen den Online-Verkauf von Fälschungen vorgehen will.

Handtaschen von Louis Vuitton werden auf Instagram besonders gerne gefälscht (Bild: Getty Images)

Das Analyseunternehmen Ghost Data hat im April eine Studie veröffentlicht, nach der rund 20 Prozent aller Posts auf Instagram, die Mode-Produkte featuren, Fälschungen enthalten. Der Studie zufolge sind etwa 50.000 Accounts aktiv, die Produktfälschungen bewerben und verkaufen – das sind 171 Prozent mehr als 2016, als Ghost Data rund 20.000 derartige Accounts identifiziert hatte.

Der Abverkauf von vermeintlicher Luxusmode ist das Hauptziel dieser Accounts – und dafür tun sie einiges: Einem Bericht der amerikanischen News-Website Vox.com zufolge tragen sie 1,6 Millionen Instagram Stories pro Monat zum Netzwerk bei, in der Summe ist von 65 Millionen Instagram-Posts die Rede.

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Die Luxusbranche verlor 2017 laut dem Global Brand Counterfeiting Report rund 30,3 Milliarden US-Dollar allein durch Fälschungen, die im Internet verkauft wurden. Eine Summe, die auch die US-Regierung auf den Plan rief, die ein Konzept zur Bekämpfung des Fälschungshandels in Auftrag gegeben hat.

Die am meisten gefälschten Marken auf Instagram

Die am meisten gefälschten Marken auf Instagram sind demzufolge Louis Vuitton, Chanel, Gucci, Nike, Fendi und Balenciaga. Besonders Instagram Stories sind für die Fälscher interessant, da deren Inhalt innerhalb von 24 Stunden wieder verschwindet und die Spuren entsprechend leicht verwischt werden können. Und auch die Verwendung von Hashtags der Luxuslabels spielt den Fake-Fashion-Accounts in die Hände: So können Posts mit gefälschter Ware ganz leicht in die echte Produktwelt geschleust werden, dank der Instagram-Algorithmen erreichen sie zielsicher die richtige Interessentengruppe.

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Laut Vox-Bericht haben auch die Macher von Instagram das Problem erkannt: Der Onlinedienst arbeitet demnach eng mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen, um Straftäter ausfindig zu machen und zu sperren. “Wir reagieren jetzt regelmäßig auf Berichte über gefälschte Inhalte innerhalb eines Tages und oft innerhalb weniger Stunden“, zitiert das Portal einen Sprecher von Instagram.

“Darüber hinaus setzen wir uns mit ausgeklügelten Spam-Erkennungs- und Blockierungssystemen weiterhin aktiv gegen schädliche Inhalte ein, darunter Inhalte, die möglicherweise gefälschte Waren enthalten. Da viele Fälscher versuchen, ihre Dienste durch Spam-Verhalten zu bewerben, können wir diese Art von Inhalt auch ohne Bericht schnell entfernen.“ In einer Zeit, in der sich Instagram so sehr bemüht, sich als Einkaufsplattform zu etablieren, ist dieser Schritt mehr als notwendig.

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